Inklusion - Ohne mehr Lehrerstellen zum Scheitern verurteilt
"Ohne eine bessere personelle Ausstattung droht die Inklusion in Schleswig-Holstein den Bach runter zu gehen. Hier muss sofort etwas passieren, um Schaden von Kindern und Lehrkräften abzuwenden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Freitag, 22. August 2013 in Kiel. Um an den Schulen für bessere Bedingungen zu sorgen, solle das Land auf alle Stellenstreichungen im Schulbereich verzichten. Gleichzeitig sei es erforderlich, den Bund zur Finanzierung der Inklusion heranzuziehen. Das würde einem armen Land wie Schleswig-Holstein Erleichterung bei der Finanzierung der notwendigen Stellen verschaffen.
23.08.2013 Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinInklusion sei ein Menschenrecht, erklärte der GEW-Landesvorsitzende, ihre erfolgreiche Umsetzung daher eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft und aller staatlichen Institutionen. Das ergebe sich zuletzt auch aus der Unterzeichnung der UN-Behindertenkonvention durch die Bundesrepublik Deutschland. Folgerichtig sollte der Bund die Inklusion an den Schulen mitfinanzieren. Im Augenblick verhindere dies jedoch noch "das völlig unsinnige Kooperationsverbot zwischen dem Bund und den Ländern in der Bildung". "Nach der Bundestagswahl ist ein günstiger Zeitpunkt, es endlich zu kippen", schlug Matthias Heidn vor. Er appellierte an alle zukünftigen Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein, sich ab Oktober im Bundestag für ein Ende des Kooperationsverbots einzusetzen.
In Hinblick auf die Umsetzung der Inklusion in Schleswig-Holstein warf der GEW-Landesvorsitzende den politisch Verantwortlichen "völlige Konzept- und Planlosigkeit" vor. "Es reicht nicht ein Schild "Inklusion" an die Schultür zu hängen. Auch die Bedingungen und die Qualität müssen stimmen. Sonst sind Kinder und Lehrerinnen und Lehrer die Leidtragenden." Mindestens 1000 zusätzliche Lehrerstellen seien in Schleswig-Holstein erforderlich, damit inklusiver Unterricht sinnvoll gestaltet werden könne. Hinzukommen müssten mehr Fortbildungsangebote für die Lehrkräfte sowie die stärkere Einbeziehung externer Fachkräfte wie Heilpädagogen und Sozialpädagogen in den schulischen Alltag, so Matthias Heidn. Überfällig sei außerdem die Verabschiedung eines Inklusionsplans für Schleswig-Holstein.
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