Innovationspreis für sechs brandenburgische Schulen

Sechs Schulen aus dem Land Brandenburg können sich zu den innovativsten des Landes zählen. Am Mittwochnachmittag sind die Preisträger des Wettbewerbs "Innovative Schulen 2006" in der Potsdamer Staatskanzlei durch Bildungsminister Holger Rupprecht und Dr. Jan Hofmann, Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg), ausgezeichnet worden.

15.11.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Den 1. Preis, verbunden mit einer Prämie in Höhe von 3.500 Euro, hat die Oberschule Templin (Landkreis Uckermark) erhalten. Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag "Wir ´bauen´ unsere neue Schule - die Oberschule Templin" hat die Schule hat in vorbildlicher Weise gezeigt, wie es gelingen kann, zwei Schulen - eine Gesamtschule und eine Realschule - mit unterschiedlicher Schülerstruktur und unterschiedlicher Lehr- und Lernkultur zu einer Oberschule zusammen zu führen.

Bildungsminister Holger Rupprecht, der als Schirmherr des Wettbewerbs Preisgelder in Höhe von 12.000 Euro zur Verfügung stellte, lobte die eingegangenen Beiträge als vorbildhaft. "Durch den Wettbewerb - Innovative Schulen 2006 - Schule im Umbruch" haben wir ausgezeichnete Beispiele erhalten, wie es gelingen kann, aus den Widrigkeiten heraus positive Entwicklungen zu starten und dabei Schule pädagogisch zu gestalten."

Dr. Jan Hofmann, Direktor des LISUM, sprach die Hoffnung aus, dass die Wettbewerbssieger den anderen Schulen Mut machen, sich weiterhin zu verändern. "Der Wettbewerb ist ein Instrument systematischer Schul- und Qualitätsentwick-lung. Er bietet ein Forum, die Entwicklung der eigenen Schule mit der anderer Schulen zu messen." Bereits zum fünften Mal vergibt das LISUM den Preis für "Innovative Schulen im Land Brandenburg".

Gefragt waren in diesem Jahr Wettbewerbsbeiträge zum Thema "Schule im Umbruch". Die Schulen erhalten durch den Wettbewerb die Möglichkeit, ihre Entwicklung in den Kompetenzen zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht zu präsentieren.

Den 2. Preis und eine Prämie in Höhe von je 2.000 Euro erhielten die Goethe Oberschule Eberswalde (Landkreis Barnim) und das Oberstufenzentrum (OSZ) Märkisch-Oderland in Strausberg. Die Goethe-Oberschule Eberswalde zeigte mit dem Projekt "Wir machen Schule in der Region für die Region" wie die Schule die Herausforderung, die sie durch die Umwandlung von einer Realschule in eine Oberschule erfahren hat, erfolgreich angenommen hat.

"Schule im Umbruch - wir stellen uns den Herausforderungen durch die Entwicklung von neuen Initiativen" ist das Thema des OSZ Märkisch-Oderland. Das OSZ musste im Schuljahr 2005/2006 zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen integrieren. Hier werden von rund 150 Lehrkräften mehr als 3.500 Schülerinnen und Schüler an drei Standorten ausgebildet. Die Schule betreibt zahlreich "identitätsstiftende Projekte": Herausragend ist eine jährliche Benefizgala, die sich zu einem der kulturellen "Highlights" der Stadt Strausberg entwickelt hat.

Einen 3. Preis und einen Scheck in Höhe von je 1.500 Euro erhielten die Oberschule mit Grundschulteil Glöwen (Landkreis Prignitz), die Grundschule "Schwärzesee" Eberswalde (Landkreis Barnim) und die Oberschule Werder (Potsdam-Mittelmark). Die Oberschule mit Grundschulteil Glöwen beteiligte sich mit dem Beitrag "Schule verändert sich - wir auch!" am Wettbewerb. Die Schule musste mit dem Problem einer sich verändernden Schülerschaft durch Schließung anderer Schulen und dem der Integration neuer Lehrkräfte umgehen. Dazu entwickelte sie neue Unterrichtsformen und verstärkte die Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften untereinander, mit den Eltern und mit den Schülern.

Die Grundschule Schwärzesee Eberswalde befindet sich in einem sozialen Brennpunkt, der sich in einer Schülerschaft mit einem Aussiedleranteil von Prozent und einem Anteil alleinerziehender Mütter von bis zu 50 Prozent in einigen Klassen widerspiegelt. In ihrem Wettbewerbsbeitrag "Schule im sozialen Brennpunkt" zeigt die Schule, wie sie diese Herausforderung durch besondere Förderung der Aussiedlerkinder, durch spezielle Projekte zur Gewaltbekämpfung und durch intensive Förderung des Gemeinschaftsgefühls annimmt. Die Schule fördert nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Familien als Ganzes und bietet dazu an der Schule eine Eltern- und Familienberatung an.

Die Oberschule Werder erhielt für ihr "Qualitätsmanagement an der Schule" ebenfalls einen 3.Preis. Die Oberschule, eine ehemalige Realschule, zeigt, wie "alte" und "neue" Schülerklientel in einheitlichen Lerngruppen betreut werden. Die Besondere Förderung aller Leistungsgruppen erfolgt im Teilungsunterricht und durch Förderunterricht am Nachmittag, der von den Lehrkräften freiwillig angeboten wird.

Eine Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Marianne Horstkemper (Universität Potsdam) sowie Vertretern der Bertelsmann-Stiftung, der Wirtschaft und Bildungseinrichtungen überzeugte sich in den Schulen vor Ort von der praktischen Umsetzung der Wettbewerbsbeiträge.


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