Intelligente Schüler saugen den "meisten Honig"
(bikl) Guter Schulunterricht nutzt vor allem begabten Schülern. Diese Auffassung vertritt die Bildungsforscherin Elsbeth Stern in der ZEIT. Je besser der Unterricht, desto privilegierter seien begabte Schüler. Je mehr die Schüler ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend gefördert würden, "desto mehr schlagen die Gene durch - und die sind nun einmal ungleich verteilt."
27.07.2005 ArtikelDie Ursache sieht die Wissenschaftlerin vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin darin, dass intelligente Schüler aus anregendem Unterricht "den meisten Honig saugen" könnten.
Auch der Fleiß macht´s
Stern wendet sich aber gleichzeitig gegen eine Überbetonung der Rolle der Intelligenz fürs Lernen. "Intelligenz ist kein Freibrief", sagt die Lernpsychologin. Wer systematisch lerne, könne zum Beispiel bessere Mathematik-Leistungen erbringen als ein "intelligenter Faulpelz". Fleißige begabte Schüler hätten aber einen Vorteil, für sie gelte das Matthäus-Prinzip: "Wer hat, dem wird gegeben."
Der zweite Teil des Matthäus-Zitats aus der Bibel gelte aber nicht: "Wer nicht hat, dem wird genommen, was er hat." Schwache Schüler könnten immer noch dazulernen. Anregender Unterricht nütze allen Schülern.
Ernährung und Sprachförderung
Bis zum Alter von zehn Jahren etwa könnte sich der Intelligenzquotient noch beachtlich verändern, so Stern. Dabei spiele die Schule eine entscheidende Rolle, betont die Bildungsforscherin. Denn die Gene legten nur ein Potenzial fest, das mehr oder weniger gut ausgeschöpft werden könne. Auch Ernährung trage einen Teil zur Intelligenzentwicklung bei. So seien Kinder, die Muttermilch getrunken haben, geistig leistungsfähiger als solche, die es nicht getan hätten. Auch Sprachförderung, so die Psychologen mit Blick auf die Einwandererkinder, schlage sich in Intelligenzzuwachs nieder.
Das komplette Interview erscheint in der [ZEIT] vom 28. Juli 2005.
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