International School Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen: Private "Gesamtschule" nach britischem Vorbild mit "mindestens 30 Prozent Unterricht in deutscher Sprache" (Vorgabe NRW)
Internationale Schulen stehen derzeit hoch im Kurs; offensichtlich wird gerade von der Wirtschaft die Gründung solcher Bildungsstätten gefordert, wie beispielsweise dem Artikel "Schafft internationale Schulen" vom 17. Februar 2008 in der "Welt-Online" zu entnehmen ist.
25.08.2008 Nordrhein-Westfalen ArtikelÜber den angesprochenen Schultypus lässt sich selbstverständlich manches im Internet nachlesen, so auch über die International School Heiligenhaus in privater Trägerschaft, wobei hier deren Homepage und ein entsprechender Weblog (heiligenhaus-blog.de) die wichtigsten Informationsquellen darstellen. Besagte Homepage bietet nicht nur Wissenswertes zur Entstehung der Schule sowie zu ihrem Profil, sondern verzeichnet auch, wie das üblicherweise seit einiger Zeit der Fall ist, wohlwollende Pressestimmen zum Zweck der Publicity.
In Nordrhein-Westfalen gibt es genehmigte bzw. "anerkannte allgemeinbildende internationale Ergänzungsschulen" außer in Heiligenhaus auch in Duisburg, Neuss, Köln, Aachen und Bonn (WZ / 06.02.2008).
Während heutzutage die dem marketingversessenen Zeitgeist verpflichtete Selbstdarstellung der meisten Bildungsstätten und Lehranstalten – und eine solche Selbstinszenierung schließt die Präsentation von ausgewählten Artikeln öffentlicher Publikationsorgane z.B. auf der eigenen Homepage mit ein - legitimerweise vom Gedanken der Werbung für die eigene Sache getragen ist und insofern über affirmative Verlautbarungen gewöhnlich nicht hinauskommt, sei in dem hier vorgelegten Text eine kritische Perspektive erlaubt, die den Beobachtungen und Reflexionen des Verfassers während einer gut zwei Monate dauernden Unterrichtstätigkeit an der oben benannten Einrichtung entspringt. Dementsprechend gibt der Beitrag den Stand der Schule vom Sommer 2008 unmittelbar vor den großen Ferien wieder. Dabei erschöpft er sich allerdings keinesfalls nur in Anmerkungen und Überlegungen zu konkreten Einzelaspekten der Bildungseinrichtung, die hier "unter die Lupe genommen" wird - in Annotationen mithin, die zwar kritisch, manchmal sogar polemisch ausfallen, im Wesentlichen doch aber praxisorientiert bleiben - das wäre wohl zu "positivistisch" und im Hinblick auf die Diskursmöglichkeiten, die durch das spezifische Profil der Schule geradezu provoziert werden, auch ein wenig unbefriedigend. Vielmehr liefert er Gedanken und Reflexionen, die gelegentlich – überdies hier noch unvollständig – einzelne schulbezogene Details, an die sie anknüpfen, argumentativ so "aufbereiten", dass damit eine Perspektive bzw. Nahtstelle für theoretische Anschlussbetrachtungen und "Weiterarbeit" erkennbar wird.
Die International School Heiligenhaus hat ihre Tore am 1. September des letzten Jahres geöffnet. Sie besteht aus den beiden Vorschuleinrichtungen Nursery und Reception für Kinder ab drei Jahren, aus einer Primarstufe sowie einer Sekundarstufe, die bis zum Abschluss des Schuljahres 2007/08 die jahrgangsgemischten Klassen 4/5 und 6/7, zudem eine zahlenmäßig schwach besetzte neunte Klasse umfasste. Dem Vernehmen nach ist beabsichtigt, mit Beginn des Schuljahres 2008/09 aus Gründen pädagogischer Entlastung die Lerngruppen nur noch "jahrgangshomogen" zu führen.
Überdies gibt es keine Trennung nach Schulformen; insofern handelt es sich hier um eine Art Gesamtschule, an der die Lernenden ihre Schulpflicht erfüllen und je nach Voraussetzung, Wunsch sowie Leistung den international anerkannten Abschluss des GCSE oder des IB-Diploms erhalten. Dazu eine instruktive Textstelle aus der Pressemeldung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung/NRW vom 28. September 2007:
Die International School Heiligenhaus und die St. George's English International School Aachen wollen zukünftig auf das britische General Certificate of Secondary Education vorbereiten; das GCSE kann abhängig von den Noten als mittlerer Schulabschluss oder als Hauptschulabschluss im Sinne des Schulgesetzes anerkannt werden. Die International School Heiligenhaus will zusätzlich auf das International Baccalaureate Diploma vorbereiten, das in der Regel als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt werden kann. (bildungsklick.de/ 28.09.07)
Außerdem ist die Schule derzeit dabei, ihre Strukturen so zu gestalten, dass den "Zöglingen" die Möglichkeit geboten werden kann, das heimische Abitur abzulegen.
Die Unterrichtsstätte steht sowohl Kindern ausländischer Herkunft wie selbstverständlich auch Sprösslingen deutscher Eltern offen. Auf der entsprechenden Webseite wird mit folgenden Worten geworben:
Kinder der International Community sind in der International School Heiligenhaus GmbH ebenso willkommen wie Kinder deutscher Eltern, die eine fundierte internationale Schulausbildung suchen, in der zudem in besonderer Weise die Sprachfähigkeit des Kindes in der englischen Sprache gefördert wird. (Homepage der Schule/Startseite)
Die Westdeutsche Zeitung vom 6. Februar 2008 schreibt dazu unter dem Titel "Das Unternehmen Schule":
Natürlich richtet sich das Angebot internationaler Schulen an Kinder ausländischer Herkunft, um ihnen einen Schulabschluss ihres Heimatlandes zu ermöglichen oder ihre Schullaufbahn zu sichern, wenn sie mit ihren Familien umziehen. Aber auch deutsche Kinder können dort unterrichtet werden. 79 Schüler in sechs Stufen werden zurzeit von drei deutschen und 13 internationalen Lehrkräften betreut. (WZ/ 06.02.2008)
An dieser Stelle ist zu ergänzen, dass momentan die Mehrheit der Kinder, die die International School Heiligenhaus besuchen, aus deutschen Elternhäusern stammt.
Die Stundentafel verzeichnet zum einen traditionelle Unterrichtsdisziplinen mit der Verkehrssprache Englisch, zum anderen Fächer wie Chinesisch, Tanzen, Judo und Hockey, deren schulische Vermittlung - abgesehen von Chinesisch – sich größtenteils in deutscher Sprache vollzieht. Hinzu kommt das Fach Deutsch selbst.
Gleichwohl: Die Dominanz des Englischen im Unterricht gehört zum Programm der International School; einer solchen Sprach- wie auch Kulturhegemonie eignet demzufolge Selbstverständlichkeit. Dies wiederum führt dazu, dass hier der gesamte Komplex der englischen Kommunikationspraxis dem kritischen Diskurs völlig enthoben ist. Überhaupt bleibt die Entscheidung für die spezifische Ausrichtung der Schule in der skizzierten Form begreiflicherweise nicht ohne Konsequenzen von Tragweite, und zwar in kultureller wie auch sozialer Hinsicht, - Konsequenzen, die der Schulleitung, die derzeit durch "Personalunion" mit der Geschäftsführung des Schulträgers verbunden und außerdem pädagogisch fachfremd ist, nicht voll bewusst sind, - so jedenfalls scheint es.
Das überaus defiziente Verständnis eines größeren Teils der Schülerschaft für deutsche Sprache und Kultur, wie es im Unterricht häufig zutage getreten ist und das im Wesentlichen durch die schulischen Strukturen bedingt sein dürfte, wird sich dabei – nicht zuletzt im Hinblick auf das Abitur - als Hauptproblem erweisen. Auf einen spezifischen Förderbedarf in diesem Kontext sollte mit entsprechenden Kursangeboten nach Möglichkeit unverzüglich reagiert werden. Die Frage nach den Anteilen des Deutschen im pädagogischen Bezugsfeld der hier diskutierten Schule wird im weiteren Verlauf der Ausführungen noch einmal aufgegriffen.
Schon der Stundenplan enthielt bislang manche Zumutung für die Schüler, gab es doch im Wesentlichen Unterricht in Zeiteinheiten von 60 Minuten, überdies zwischen den Stunden z.T. keine offiziellen Pausen, die im Zeitplan dokumentiert gewesen wären. Eine Ausnahme machte die allmorgendliche Unterbrechung von 9.30 bis 9.50 Uhr mit einem eigens von der Schulküche für die Kinder zubereiteten Frühstück, eine weitere Ausnahme stellte die Mittagspause von 13.15 bis 14.30 Uhr dar, - eine Auszeit, um es modisch zu sagen, in der die Schüler mit einem warmen Mittagessen versorgt werden. In der Zeit des Unterrichts mussten die Lernenden allerdings von 9.50 bis 13.15 Uhr durchhalten und konnten nur auf individuellen Wunsch den Klassenraum verlassen. Darüber hinaus lag die Bewilligung inoffizieller kurzer Pausen im Ermessen der jeweiligen Lehrkraft. Es ist wohl insbesondere das Verdienst eines Kollegen, dass noch vor Ende des Schuljahres von der hier skizzierten rigorosen Zeitstruktur abgewichen wurde und die Kinder reguläre kurze Pausen zwischen den Unterrichtsstunden erhielten. Die Schule wäre gut beraten, in Anlehnung an das deutsche Bildungssystem zu einem 45-Minuten-Takt zu gelangen, denn es hat sich wiederholt gezeigt, dass die Aufmerksamkeitsreserven der Schüler, allzumal der jüngeren, in einer Unterrichtsstunde spätestens nach 35 bis 40 Minuten erschöpft, überhaupt die Kinder unter den Bedingungen des derzeitigen Stundentakts insgesamt einer permanenten Überforderung ausgesetzt sind. Allerdings sollen dem Vernehmen nach, was die künftige zeitliche Einteilung des Schultages betrifft, erfreulicherweise Änderungen in Angriff genommen werden. Vermutlich ist mit Wiederaufnahme des Unterrichts nach den Sommerferien die Einführung der klassischen Schulstunde von 45 Minuten Länge vorgesehen.
Der Unterricht selbst – um hier eine zusammenfassende, wenngleich zugegebenermaßen noch unvollständige Einschätzung zu bieten – vollzieht sich keinesfalls ausschließlich und in Gänze nach Prinzipien, die für das deutsche Schulwesen mittlerweile selbstverständlich sind, dort gewissermaßen zum Allgemeingut didaktisch-pädagogischen Handels gehören. Die Einseitigkeit der Methodik, die häufig darin besteht, dass die Lehrkraft es im Wesentlichen mit frontal ausgerichteten Präsentationsformen und ebenfalls stark lehrergeleiteten Arbeitsphasen im Unterricht bewenden lässt, bedarf der kritischen Reflexion und grundsätzlich auch der Revision.
Jedoch wäre Folgendes vielleicht einmal zu bedenken – und die anschließende kurze Überlegung geht über das eben Gesagte hinaus:
Wenn sich Lehrerdominanz hartnäckig hält, weil kulturbedingte mentale Vorprägungen einzelner Pädagogen dies begünstigen, so sollte doch auf jeden Fall ein allgemeines Bewusstsein für die aus demokratischer Anspruchshaltung resultierende Notwendigkeit entwickelt werden, den Prizipien der "Multikausalität", "Polyperspektivität" und "Kritikimplementierung", wenn das einmal so ausgedrückt werden darf, - also genau diesen Prinzipien als Leitlinien der Konstituierung sowie Darstellung von wissenschaftsfundierten Sachverhalten hinreichend Spielraum zu verschaffen, und zwar bei allen lehrerzentrierten Unterrichtsformen, nicht nur beim klassischen Lehrervortrag. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn aus Sicht des jeweils Unterrichtenden der Beweis für die letztlich doch demokratische, zudem auf Förderung von Partizipation ausgerichtete Wirkungsmächtigkeit der genannten, des Öfteren als autoritär und überlebt "abgekanzelten" Vorgehensweisen angetreten werden soll, d.h., wenn zu demonstrieren wäre, dass ebenjene Unterrichtsverfahren, die gewöhnlich als eher reglementierend empfunden werden, genau wie andere, zumeist bevorzugte Methoden in ein demokratisch-emanzipatorisches Gesamtverständnis sich einzuordnen durchaus in der Lage sind. Der Beweis gelingt nur, wenn ihnen - wie oben angedeutet - die entsprechende bildungstheoretische "Ausstattung" zuteilwird, was ihren Anspruch auf Anerkennung als vertretbare Unterrichtsmethoden zugleich legitimieren dürfte (zum Frontalunterricht vgl. auch Gudjons 2003).
Es gilt aber selbstverständlich auch, andere, mittlerweile gängige Methoden und Arbeitsformen, die per se und für den Außenstehenden gewissermaßen a prima vista auf mehr Eigenständigkeit des Lernenden setzen, im Schulalltag anzuwenden.
Die pädagogisch-didaktische Literatur liefert hier nun schon seit geraumer Zeit eine Reihe von Anregungen zur Handhabung des Unterrichts, Empfehlungen zu Gestaltungsmöglichkeiten, die sich eigentlich heutzutage von selbst verstehen, auf die aber hinzuweisen angesichts nicht ganz unerheblicher methodischer Defizite in der Unterrichtspraxis der International School Heiligenhaus durchaus sinnvoll sein könnte. Jeder Pädagoge – nicht nur des Faches Deutsch und auch keinesfalls nur an der hier zur Diskussion stehenden Bildungsinstitution in Heiligenhaus – sollte sich mit den standardgemäßen didaktisch-methodischen Überlegungen sowie Vorschlägen zu unterrichtsbezogenen Sozialformen zunächst theoretisch vertraut machen, um dann individuell eine wissensbasierte Auswahl für die eigenen Stundenplanungen und deren Umsetzung treffen zu können. Offener Unterricht, Freiarbeit, Partner- und Gruppenarbeit, Projekte, szenisches Spiel, Erzählkreis, Schreibkonferenzen und Diskussionsrunden, um die relevanten Beispiele zu nennen, fungieren als Varianten der Konkretisierung von Lehr-/Lernprozessen, sind inzwischen klassische Ausdrucksformen schulischer Vermittlungspraxis, Gestaltungsprinzipien, die bekanntermaßen einen festen Platz im Repertoire didaktischer Grundpositionen behaupten.
Unabhängig von individueller Auswahl und Präferenz im Hinblick auf Didaktik und Methodik ist es bildungspolitisch in einem übergeordneten Sinne ausgesprochen wichtig – und hier sind Universitäten und Schulen gleichermaßen gefordert - , bei allen am Unterrichtsgeschehen Beteiligten mittel- und längerfristig eine spezifische Bewusstseinssensibilisierung herzustellen oder auch nur zu reaktivieren - je nachdem - , und zwar für den Sachverhalt, dass Pluralismus in Verfahren und Vorgehensweisen, Polyperspektivität und hinreichendes Verständnis für Multikausalität erst die notwendigen Grundlagen für ein friedliches Auskommen der Menschen miteinander, für Chancen der Mitbestimmung und Mitwirkung, schließlich für Lebensbewältigung schlechthin in einer demokratisch verfassten Gesellschaft abgeben. Dabei dürfte es wohl einleuchtend sein, dass das Bildungswesen für die Schülerindividuen - nicht zuletzt aus Gründen der jedem Menschen zustehenden Selbstverwirklichungschancen – die geistigen Voraussetzungen u.a. auch für eine Art gesellschaftspolitischer Kompetenz zu schaffen hat, d.h. für die Fähigkeit, beispielsweise den Gedanken der "Emanzipation und Partizipation" sowie dessen Realisierung in gesellschaftlichen Bezügen als einen im Wesentlichen politischen Wert zu verstehen, die genannten Prinzipien gleichwohl im persönlichen Umfeld auch in späteren Lebensphasen nach Möglichkeit selbst zu entfalten und sie darüber hinaus für andere, die der Freiheit und Mitbestimmung bislang gar nicht oder nur unzureichend teilhaftig werden konnten, - und hier wird das politisch-ethische Verständnis relevant - einzufordern.
Das Publikum, das von der International School Heiligenhaus als geradezu allumfassender Bildungsstätte für seine Nachkommenschaft, von der "Universalität" einer Lehranstalt, die den Bogen vom Zeitpunkt des Eintritts in den schuleigenen Kindergarten bis zu den Prüfungen am Ende der Mittel- bzw. Oberstufe spannt, - das Publikum also, das von einer solchen Schule angesprochen wird, offensichtlich mit Erfolg, weiß sich durchaus in Szene zu setzen, zwar unauffällig in der Regel, aber doch bis ins Atmosphärische hinein spürbar für den aufmerksamen Beobachter. Eine im Allgemeinen gepflegte, distinguierte Haltung lässt allzu große Auffälligkeiten als unziemlich erscheinen, verhindert das zu stark Extravagante, gar Aufdringliche im Auftreten oder überhaupt in den Präsentationsformen, aber dem außenstehenden Betrachter bleibt nicht verborgen, dass man sich angesichts der kollektiven Einschätzung, als Vertreter einer Hautevolee unter sich zu sein, doch weitgehend, vermutlich auch völlig unreflektiert in Selbstherrlichkeit und Wohlgefallen ergeht. Die Accessoires des Zeitgeistes stellen gewissermaßen die auf gesellschaftliches Renommee ausgerichtete Verklammerung all derjenigen dar, die hier allmorgendlich ihre Kinder an einer von "internationaler Reputation" umfangenen Bildungsstätte abgeben. Und dies alles im vermutlich intersubjektiven Gefühl, auf der Höhe der Zeit mit ihrem der Globalisierung verpflichteten allgemeinen Anspruchsniveau zu stehen. Ausstattung und Requisiten wie hochwertige Fahrzeuge, mit denen die Kinder zur Schule gebracht werden, gehobene Freizeitgestaltung, Sportarten mit Renommiercharakter, zudem das Bestreben, den Kindern international anerkannte Abschlüsse zu ermöglichen, von denen allerdings noch nicht abzusehen ist, ob ihnen wirklich der auf Prestige verweisende Stellenwert zukommen wird, den sich vermutlich manch einer erhofft, - überhaupt das Bewusstsein, den Nachkommen eine vermeintlich auf Exklusivität zielende Schulbildung angedeihen zu lassen, deren Kostspieligkeit schon auf den eigenen gehobenen Status hindeuten soll, - all diese Aspekte müsste vorrangig derjenige "ins Kalkül" ziehen, der eine gerade von soziologischer Seite her möglicherweise als lohnend erscheinende "Ausmessung" der Affinität von Privatschule und Elternschaft - und zwar bezogen auf den hier besprochenen konkreten Fall - in die Tat umzusetzen sich vielleicht einmal angelegen sein lässt.
Nicht unerhebliche Verstimmungen zwischen der International School und der auf dem gleichen Grundstück von jeher angesiedelten Städtischen Hauptschule, die im Zuge ihrer in einigen Jahren aufgrund rückläufiger Schülerzahlen erfolgenden Schließung (Bergische Blätter/ 21.06.2008; WAZ/ 25.01.2008) ihr angestammtes, jetzt jedoch Zug um Zug von der Internationalen Schule in Anspruch genommenes Gebäude räumen musste, ergaben sich, wie zu hören war, aus mangelnder Koordination mancher Interessen und Belange, die von beiden Seiten legitimerweise vertreten wurden und sich vermutlich z.T. recht unterschiedlich ausnahmen. Vordergründig ging es jedenfalls um organisatorische Schwierigkeiten.
Das besagte Problemfeld ist auch der Presse offensichtlich nicht entgangen, denn die Westdeutsche Allgemeine Zeitung verzeichnet in einem Artikel vom 25. Januar 2008 dazu:
Seit September 2007 laufen der Betrieb der Hauptschule und der Privatschule bereits parallel. Und zwar nicht immer unproblematisch, wie man auch im zuständigen Bereich Schule und Sport der Stadtverwaltung zugeben muss. Außerdem habe es zwischen den Schulleitungen einige Missverständnisse gegeben, was die Regelungen zum Raumbelegungsplan angeht. Diese, so wird gehofft, sollten aber spätestens fürs kommende Schulhalbjahr ausgeräumt sein. (WAZ/ 25.01.2008)
Die Misshelligkeiten zwischen International School und Hauptschule scheinen allerdings auch - nach allem, was dazu bislang an die Öffentlichkeit gedrungen ist - auf eine Überheblichkeit seitens der Privatschule, eine Perspektive vermeintlicher Überlegenheit, die eine bewusste Abgrenzung von den z.T. Chancenlosen und Minderprivilegierten fokussiert, zurückzugehen. Eine gewisse Arroganz überhaupt gegenüber staatlichen Bildungseinrichtungen und deren Entscheidungsträgern insgesamt spiegelt sich z.B. in einer lapidaren Feststellung wider, die im Kontext der Zuweisung von Neuzugängen zu den jeweiligen Klassenstufen an der Internationalen Schule steht und auf deren Homepage nachzulesen ist:
Empfehlungen der Grundschullehrer sind bei uns kein Kriterium. (Homepage der Schule/Anmeldung-Gebühren-Stipendium)
An anderer Stelle heißt es:
Weiterführende Schule: Unabhängig von den Empfehlungen der Grundschullehrer Unterricht ab Year 5 mit dem Ziel der Qualifikation für die Topuniversitäten weltweit durch das Internationale Abitur. (Homepage der Schule/Startseite)
Und die Westdeutsche Zeitung schreibt in ihrem Artikel vom 6. Februar 2008:
"Immer mehr Eltern verabschieden sich von dem staatlichen Schulsystem. Die Kinder haben im deutschen Schulsystem einfach keinen Halt mehr", sagt die vierfache Mutter (gemeint ist die Schulleiterin; der Verf.), die mit ihrer Kritik an der deutschen Bildungspolitik nicht zurückhält. (WZ/ 06.02.2008)
Auch und gerade eine internationale Schule sollte sich ihrer gesellschaftlichen Legitimation immer wieder selbstkritisch vergewissern. Wenn sich unter den für Schule und Kultur Verantwortlichen aufgrund sozialpolitischer Motivation ein Konsens darüber herstellen ließe, dass Unterricht und Vermittlung von Bildung letztlich auf Durchsetzung bzw. Verbesserung von Chancengleichheit und Gerechtigkeit für die Gesamtheit der Gesellschaftsmitglieder zielen sollten, dann wäre auch eine Schule des hier besprochenen Typs gut beraten, nicht nur einer bevorzugten Schicht die Abgrenzungsstrategien gegenüber den Beherrschten und Deklassierten zu erleichtern. Vielmehr könnte auch sie es als Aufgabe verstehen, mit Hilfe gezielter Angebote und Fördermaßnahmen Kindern und Jugendlichen aller gesellschaftlichen Schichten und ethnischen Gruppierungen eine möglichst umfassende Ausstattung mit Bildungsgütern zu verschaffen, d.h. mit einem Rüstzeug, auf das zur Bewältigung der mit der Globalisierung im Zusammenhang stehenden verschärften Herausforderungen letztlich nicht verzichtet werden kann.
Nun soll der International School keinesfalls voreilig und sozusagen global ein gemeinwohlorientiertes Ethos völlig abgesprochen werden, stellt sie doch beispielsweise ein Stipendienprogramm bereit, das den Kindern aus weniger wohlhabenden Familien zugutekommen könnte. Gleichwohl bleibt eine gewisse Ambivalenz in der Einschätzung der mit der Schule verbundenen sozialen Verhältnisse und Entwick lungen, um es ein wenig vereinfacht zu sagen, bestehen, ein Zwiespalt gewissermaßen, der seinen Ausdruck auch in folgender Formulierung jenes bereits erwähnten Artikels in der Westdeutschen Zeitung findet:
Durch ein Stipendienprogramm stellen die internationalen Ergänzungsschulen sicher, dass nicht nur Kinder von begüterten Eltern die Schule besuchen können. Trotzdem liegt der monatliche Beitrag bei rund 700 Euro pro Schüler. (WZ/ 06.02.2008)
Als gewissermaßen "entlarvend" erweist sich schließlich die Äußerung eines Kommunalpolitikers, die im Internet unter "Willkommen auf Heiligenhaus.de" nachzulesen ist und hier abschließend zitiert sei:
"Global agierende Unternehmen brauchen ein internationales Schulangebot, um ausländische Manager für den eigenen Standort gewinnen zu können", sagt der u.a. für den Schulbereich zuständige erste Beigeordnete Michael Beck, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Schulgründung nach Kräften unterstützt hat. (Willkommen auf Heiligenhaus.de/ 12.09.2007)
Das autokratische Selbstverständnis der augenblicklichen Schulleitung, das vor allem für die abhängig Beschäftigten - sei es nun das Verwaltungspersonal, sei es die Lehrerschaft - immer wieder offenbar wird, trägt der Unterrichtsstätte nichts ein, was ihr zur Verbesserung des Leumundes gereichen könnte. Im Gegenteil: Es wird die Skepsis, die in Teilen der Bevölkerung bereits verankert ist, nur verstärken.
Überdies steht ein autoritärer Führungsstil der hier geübten Art gerade an einer Bildungseinrichtung, die sich mit ihrer Öffnung für Kinder der "International Community" (Homepage der Schule/Startseite) offensichtlich einem kosmopolitischen Anspruch verschreibt, in einem eklatanten Missverhältnis zu den Prinzipien der Liberalität und Toleranz, - zu Werten mithin, die sich erst recht mit "Internationalität" und der in ihrem Bedeutungsfeld anzusiedelnden "Interkulturalität" verbinden, das heißt zu gesellschaftspolitischen Normen, denen im Zuge fortschreitender Globalisierung und damit im Zusammenhang des an Dynamik gewinnenden Austausches der Kulturen verstärkt Gewicht zuwächst und für die sich infolgedessen zunehmender Handlungsbedarf im Hinblick auf ihre Realisierung abzeichnet. Dies nicht zuletzt unter den Auspizien eines Diskurses, dessen vorherrschende Richtung - wenngleich vermutlich aus unterschiedlichen Interessen gespeist - auf die Allgemeinverbindlichkeit der genannten Normen im Sinne vieler um Recht und Freiheit gebrachter Menschen dringen - dessen vorherrschende Richtung also, um es politisch zu sagen, Universalität der Menschenrechte möglicherweise unverhohlener als bisher einzufordern sich keinesfalls versagen wird.
Zurück zur Schulpraxis! An der International School Heiligenhaus spielt die Beachtung der für das Fach Deutsch nach den Regelungen des Landes Nordrhein-Westfalen veranschlagten wöchentlichen Mindestzeit, wichtiger noch: ein quantitativ hinreichend erteilter Unterricht in deutscher Sprache ganz allgemein für die staatliche Anerkennung und deren Dauerhaftigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die für das Schulfach Deutsch vorgesehenen sechs Stunden, die die Lernenden pro Woche erhalten, machen bei einem Unterrichtsvolumen von wöchentlich insgesamt 30 Stunden pro Klasse einen Anteil von jeweils 20 Prozent aus. Nach der staatlichen Vorgabe dagegen, die im Übrigen vom Konzept der Schule aufgegriffen wird, muss sich der Unterrichtsumfang - die didaktischen Vermittlungsprozesse in deutscher Sprache betreffend – auf mindestens 30 Prozent belaufen. Damit wird deutlich, dass es der Schule obliegt, dezidierte Anstrengungen zur Erfüllung der staatlichen Erwartungen in absehbarer Zeit zu unternehmen.
Die Unklarheit, die über Stellenwert und Funktion des Deutschen an der Internationalen Schule in Heiligenhaus allgemein besteht, wird auch durch manche Presse- oder Online-Verlautbarung, die auf der Schul-Homepage einsehbar ist, untermauert. Wenn in solchen Mitteilungen nämlich zuweilen der deutschen Sprache der Status einer Zweit- bzw. ersten Fremdsprache zuerkannt wird (WZ/ 06.02.2008; Wirtschaftsblatt Nr.2/ 07; heiligenhaus-blog.de/ 16.05.2007), dann nimmt jeder Leser, der durch sog. Mundpropaganda oder auch entsprechendes Schrifttum in die örtlichen Schulverhältnisse eingeweiht ist, von dieser "Rollenzuweisung" mit einem gewissen Befremden Notiz. Denn ihm dürfte bekannt sein, dass der überwiegende Teil der Lernenden an der hier in Rede stehenden Schule nicht in authentisch fremdsprachigen Familien beheimatet ist. Nur wenn dies der Fall wäre, gäbe es eine gewisse Berechtigung dafür, aus Sicht der dann mehrheitlich nicht primär deutschsprachig aufwachsenden Schüler eben "Deutsch" als Zweitsprache oder erste Fremdsprache zu deklarieren.
Trotz der sechs Stunden, die den Schülern im besagten Fach pro Woche zuteilwerden, bleiben Sachkenntnisse und - wie oben schon erwähnt - Sprach- und Literaturverständnis, was den spezifischen Bereich des Deutschen anbelangt, lückenhaft.
Insofern fordert die "Vorherrschaft" des Englischen ihren Tribut: Die Kinder und Jugendlichen an der Internationalen Schule sind, jedenfalls soweit sie ihren Ursprung, vor allem Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, z.T. der Landessprache – und das dürfte in den meisten Fällen auch ihre Muttersprache sein - in einer nicht zu verantwortenden Weise entwöhnt. Sie werden, wenn sich die Schule in Richtung einer beharrlichen Ignoranz gegenüber den nur über gezielte Lern- und Bildungsprozesse auszuschöpfenden Ressourcen muttersprachlicher Qualität weiterentwickeln sollte, nicht zu einem sachangemessenen Umgang mit ihrer eigenen Kultur finden. Hier wären verhängnisvolle Auswirkungen zu vermuten, dies umso mehr, als das Bewusstsein der jüngeren Generation ohnehin verstärkt und geradezu rücksichtslos von der Scheinfaszination einer omnipräsenten Medientechnologie in Beschlag genommen wird – mit den möglichen Folgen späterer Exklusion und Segregation - man denke z.B. an den Ausschluss breiterer Gesellschaftsschichten von der Mitsprache im Diskursbereich "Kultur und Sozialkritik" -, mit den nicht unwahrscheinlichen Konsequenzen politischer Apathie und einer auf Konsum sowie auf verab solutierte "instrumentelle Rationalität" fixierten Lebenseinstellung. Gerade dem Deutschunterricht fällt die Aufgabe zu, bei den Schülern so etwas wie innere Einkehr, Selbstbesinnung und Ruhe herzustellen, damit sie überhaupt erst einmal eine angemessene Ausgangsposition im Verhältnis zu den Inhalten und "Gegenständen" einer Kultur gewinnen können, die sich dem mittlerweile zu Recht skeptisch beäugten traditionellen schulischen Legitimationsanspruch verdankt und sich damit grundsätzlich in konventioneller Hinsicht von den Ablenkungen, Zerstreuungen und Einflüssen des Alltagsgeschehens abhebt. Der oben erfolgte kritische Hinweis auf den brüchig gewordenen schulischen Legitimationsanspruch bezüglich Bildung und Kultur – eine an sich komplexe Thematik, die hier nicht weiter verfolgt werden kann – macht bereits deutlich, dass die "Verhältnisse" im Wandel begriffen sind, - lässt in den Blick geraten, dass die schon seit geraumer Zeit spürbar gewordene Reduzierung der Unterschiede sowohl zwischen schulischer Lernumgebung und Außenwelt als auch generell zwischen Bildung und Unterhaltung, Hoch- und Pop-Kultur, verbunden zudem mit einer relativen Orientierungslosigkeit vieler Menschen, im Zusammenhang einer vermutlich kontinuierlich weitere Bereiche von Gesellschaft und Kultur erfassenden, wie auch immer zu bewertenden Sinn- und Legitimationskrise steht.
Die für Ergänzungsschulen verbindliche Vorgabe des Landes Nordrhein-Westfalen, nämlich 30 Prozent der Schulstunden für Arbeit in deutscher Sprache zu reservieren, gilt es unbedingt in die Tat umzusetzen. Deutsch müsste also Einzug halten in weitere Unterrichtsdisziplinen, hier käme in der Sekundarstufe das Fach Geschichte infrage und in der Grundschule möglicherweise Sachkunde. Im Übrigen könnten Fächer aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich nach dem Prinzip der Bilingualität unterrichtet werden. Schließlich wäre zugunsten der Schule in Rechnung zu stellen, dass in den weiter oben erwähnten sportlichen Teildisziplinen, wie z.B. Judo oder auch Tanzen, mit der dort vollzogenen Unterrichtspraxis ein gewisser Prozentsatz an deutscher Sprache, der dem vom eigentlichen Deutschunterricht "angelieferten Quantum" hinzuzufügen wäre, ebenfalls "anfällt".
Und wie ist es um die Perspektive der International School Heiligenhaus grosso modo bestellt? Sie muss nicht unbedingt "Aussichtslosigkeit" heißen, ganz im Gegenteil! Selbstverständlich gibt es Mittel und Wege, die inneren Strukturen der Lehranstalt so zu verändern, dass mehr Partizipation und Mitsprache für alle Beteiligten ins Spiel gebracht werden und sich damit die Wirkungs- und Präsentationsmöglichkeiten der Schule vervielfältigen. In der Folge wird sie mittel- wie längerfristig an Attraktivität auch gegenüber solchen Bevölkerungsschichten gewinnen, die bislang in skeptischer Haltung verharren.
Zunächst allerdings muss festgehalten werden, dass die Schule, um die es hier geht, insgesamt dringend reformbedürftig ist. Gerade an einer Institution wie der International School, deren Potenzial sich idealerweise mit einem Bildungsverständnis verknüpfen ließe, das wohldurchdacht und theoretisch konzipiert ist sowie den applikatorischen Reduzierungen modischer Art zu widerstehen vermag, gerade an einer solchen Einrichtung sollten die Prinzipien der Selbstverwirklichung und Teilhabe als unverzichtbare Elemente eines geregelten, auf Gleichberechtigung zielenden Umgangs der Menschen miteinander, und zwar der Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und ethnischer Zugehörigkeit, Wertschätzung erfahren.
Im Sinne der einzufordernden Demokratisierung wären zunächst einmal Schulleitung und Geschäftsführung zu trennen, sodass ein eigens einzusetzender Schuldirektor mit den üblichen Laufbahnvoraussetzungen sowohl für die Schülerschaft wie auch für das Lehrpersonal als erster Ansprechpartner zur Verfügung stünde.
Da die autoritäre Amtsführung der augenblicklichen Schulleitung unter den gegebenen Verhältnissen keine Begrenzung ihres "Macht- und Wirkungsanspruches" durch institutionalisierte Formen der Opposition erfährt, sind Meinungsverschiedenheiten u.a. mit den Lehrkräften vorprogrammiert. Dem Konfliktpotenzial, das im Laufe der Zeit entstanden ist, verdankt sich die hohe Lehrerfluktuation an der Schule, ein Umstand, der, wenn man ihm nicht alsbald Einhalt zu bieten versteht, Kreise ziehen wird, was seinen sich vermutlich im Allgemeinen negativ auswirkenden Bekanntheitsgrad anbelangt.
Insofern sollten sich die Verantwortlichen über Funktion und Aufgaben einer zu inaugurierenden Schulkonferenz als Institution, die bekanntermaßen ein Gegengewicht zur Konzentration von Entscheidungsgewalt in der Hand der Schulleitung darstellt, kundig machen.
Und welche Rolle spielt die Elternschaft im Alltag der International School Heiligenhaus? Die Vermerke dazu auf der entsprechenden Seite der Schul-Homepage liefern erwartungsgemäß im Wesentlichen nur Selbstverständliches. Die sich dem Leser u.U. stellende Frage, wie die Erziehungsberechtigten im Zuge der zumindest implizit gerade von der Schule auf ihrer Website als wünschenswert angepriesenen Kooperation den Belangen ihrer Kinder sowie ihrer eigenen Interessenlage institutionell hinreichend Gehör und Berücksichtigung verschaffen könnten, bleibt dagegen unbeantwortet (Homepage der Schule/Eltern). Auf jeden Fall ist hier zu empfehlen, Eltern- und Schulpflegschaften zu konstituieren.
Im Übrigen wären die Schüler und Lehrer ebenfalls gut beraten, ihre eigenen Vertretungsorgane einzurichten.
Zudem sei darauf hingewiesen, dass mit der Demokratisierung als einer in Sonderheit auch pädagogisch zu verstehenden "Maßnahme" schon auf unterer Ebene begonnen werden sollte. Abgesehen von der Wahl eines Klassensprechers in allen Lerngruppen ginge es in diesem Zusammenhang z.B. jeweils um die Schaffung eines Klassenrates, in dem sich u.a. Projekte und Unterrichtsvorhaben erörtern, vor allem aber auch Probleme, die in der Lerngruppe vielleicht entstanden sind, diskutieren ließen.
Anzumerken ist jedoch schließlich – und dies liegt an sich auf der Hand -, dass die an öffentlichen Schulen existierenden Gremien der Selbstverwaltung und Mitbestimmung an Ergänzungsschulen – jedenfalls nach dem Kenntnisstand des Verfassers - nicht zwingend eingerichtet werden müssen. Jedoch dürfte grundsätzlich die Möglichkeit dazu bestehen, und davon sollte Gebrauch gemacht werden.
Einmal mehr wird deutlich, dass manche Vorgaben, die in Gesetzen und Rechtsverordnungen fixiert sind, insbesondere dann, wenn ihnen im Einzelfall aufgrund von Ausnahmetatbeständen keine Verbindlichkeit in der Anwendung eignet, gleichwohl als Aspekte der Orientierung hilfreich sein können.
Bezogen auf den Kultusbereich ist überhaupt zu vermuten, dass die eine oder andere Schule gerade in privater Trägerschaft seltsame Blüten treiben oder gefährliche Kapriolen schießen würde, wenn ihr nicht durch Richtlinien und Anhaltspunkte, die Gesetzes-, Verordnungs- oder Erlassqualität haben, in ihren Aktionsmöglichkeiten Grenzen gesetzt wären. Bei aller Kritik an der Bürokratisierung sollte beachtet werden, dass mit Entscheidungen eines liberalen Rechtsstaates, die in Gesetzen sowie im administrativen Schrifttum ihren Niederschlag finden, demokratische Spielregeln und Standards positioniert werden, die von durchaus segensreicher Qualität sein können, für alle Betroffenen gelten und ein humanes Zusammenleben der am Gemeinwesen Beteiligten ermöglichen.
Quellen:
Der letzte Zugriff auf die angegebenen Internet-Adressen erfolgte am 19.08.2008
Homepage der Schule/Startseite
Homepage der Schule/Anmeldung-Gebühren-Stipendium
Auf der Schul-Homepage ) aufzurufen:
- We are English spoken. In: Wirtschaftsblatt Nr.2/ 07
- Hauptschule soll letztmals umziehen (25.01.2008). In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung/WAZ
- Das Unternehmen Schule (06.02.2008). In: Westdeutsche Zeitung/WZ
- Heiligenhaus: Internationale Schule (21.06.2008). In: Bergische Blätter "Schafft internationale Schulen" (17.02.2008). In: Welt-Online
International School Heiligenhaus (12.09.2007). In: Willkommen auf Heiligenhaus.de
Gudjons, Herbert (2003): Frontalunterricht – neu entdeckt. Integration in offene Unterrichtsformen. Bad Heilbrunn/Obb.
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