"Internationale Bildungsstudie bestätigt, dass Abschaffung vom gegliederten Schulsystem keine Lösung ist"

Die Hessische Kultusministerin Karin Wolff begrüßte heute die Ergebnisse der aktuellen McKinsey-Bildungsstudie "How the world´s best performing schools systems come out on top" ("Wie die besten Schulsysteme an die Spitze gekommen sind"): "Die von einigen Oppositionsparteien geäußerte Kritik am mehrgliedrigen Schulsystem Hessens wird jetzt durch eine internationale Studie von McKinsey klar widerlegt. Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass die Abschaffung von Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien nicht die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Bildungspolitik sein kann. Stattdessen liegt der Schlüssel zu besseren Schülerleistungen entscheidend in der Unterrichtsqualität der Lehrkräfte. Das ist eine klare Bestätigung, dass der bildungspolitische Weg der Landesregierung der richtige ist."

06.11.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Ein Jahr lang hatten britische Unternehmensberater Klassenzimmer in 24 Ländern inspiziert, um zu untersuchen, worin der Erfolg der Länder liegt, die bei den OECD-Vergleichstests PISA oder TIMSS als Sieger hervorgegangen waren. Die McKinsey-Berater machten klar, dass Einheitsschulen kein Garant für mehr Lernerfolg seien. Ausschlaggebend für einen Spitzenplatz bei den internationalen Bildungsstudien war dagegen die Qualität der Lehrerausbildung. Ebenso war eine beständige Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte maßgeblich für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Bildungsstudien. Wichtig sei auch, welches Ansehen die Lehrer im Land genießen und wie das eigene Rollenverständnis dadurch geprägt wird.

"Es bleibt also dabei: entscheidend für die erfolgreiche Arbeit der Schule ist zuallererst die Qualität des Unterrichts. Daher haben wir das Methodenlernen in den Lehrplänen verankert und für alle Bildungsgänge landesweite Abschlussprüfungen eingeführt. Die Einführung von Bildungsstandards wird zudem sicherstellen, dass alle Kinder am Ende ihrer Schulzeit den gleichen Bildungsstand haben", betonte die Kultusministerin. Voraussetzung für die gesteigerte Qualität des Unterrichts sei aber auch die Einführung einer neuen Lehrerbildung gewesen, die sich vor allem an den Bedürfnissen der heutigen Schule orientiert. Hessen habe mit der novellierten Lehrerbildung in vielfältiger Hinsicht Neuland betreten. Wichtig sei vor allem der wesentlich stärkere Praxisbezug im Studium und die spätere Verpflichtung zur kontinuierlichen Fortbildung. "Nur so können wir optimale Bedingungen für Bildung schaffen. Ebenso wichtig ist mir aber auch, dass der Lehrerberuf in den Augen der Öffentlichkeit positiv besetzt wird. Die Bildungsstudie belegt klar einen Zusammenhang zwischen erfolgreichem Bildungsland und Wahrnehmung des Lehrerberufs in der Öffentlichkeit", so Wolff.

Hintergrund:

Mit der Leitidee, alle Phasen der Lehrerbildung inhaltlich und organisatorisch zu vernetzen, hat das Amt für Lehrerbildung (AfL) am 1. Januar 2005 in Frankfurt seine Arbeit aufgenommen. Das Amt ist unmittelbar dem Hessischen Kultusministerium zugeordnet und verfügt über Außenstellen in ganz Hessen. Hauptsitz ist das Erwin-Stein-Haus in Frankfurt.
Das AfL vernetzt inhaltlich und organisatorisch alle drei Phasen der Lehrerbildung: Studium, Vorbereitungsdienst (Referendariat) und Fortbildung. Es orientiert seine Arbeit bewusst phasenübergreifend und bezieht sich daher zugleich auf die wissenschaftliche Ausbildung an den Hochschulen, den Vorbereitungsdienst in den Schulen und in den Studienseminaren sowie auf die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer während ihres gesamten Berufslebens. Grundlage für die neue strukturelle und inhaltliche Ausrichtung des AfL ist das im Januar 2005 in Kraft getretene "Dritte Gesetz zur Qualitätssicherung in hessischen Schulen".


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