Schleswig-Holstein

Junge Flüchtlinge im Schulsystem: Aktuelle Zahlen, Daten, Fakten

Das Ministerium für Schule und Berufsbildung hat die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten zu den Themen Sprachförderung und Integration junger Flüchtlinge vorgelegt:

18.10.2016 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein
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  • Im allgemeinbildenden Bereich werden derzeit 6.899 Schülerinnen und Schüler in den Basisstufen beschult. Sie verteilen sich auf 261 DaZ-Zentren, davon 20 an Gymnasien, und werden in 542 DaZ-Klassen unterrichtet.

  • Die 4.132 Schülerinnen und Schülern an den BBS und RBZ erhalten ein Angebot an Berufsorientierung und Deutschunterricht in den Berufsintegrationsklassen Deutsch als Zweitsprache (BIK-DaZ)  und in der Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein (AV-SH).

    Zum 1. August ist die neue Landesverordnung für die Berufsschulen in Kraft getreten. In der „Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein“ (AV-SH) werden die bisherigen Bildungsgänge Berufseingangsklasse (BEK) und Ausbildungsvorbereitendes Jahr (AVJ) zusammengefasst. Im Rahmen des AV-SH sind „Berufsintegrationsklassen Deutsch als Zweitsprache“ (BIK-DaZ)  eingerichtet worden, in denen Flüchtlinge und Migranten mit nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen gezielt auf den Übergang in eine Ausbildung, ein Beschäftigungsverhältnis oder auf den Besuch eines anderen Bildungsganges oder des AV-SH vorbereitet werden. Die BIK-DaZ dauert in der Regel ein Schuljahr (Vollzeitunterricht), aber bei Bedarf werden auch im laufenden Schuljahr Schülerinnen und Schüler aufgenommen.

    In den Berufsintegrationsklassen werden  derzeit 2.131 Schülerinnen und Schüler beschult. Einige mit höherem Sprachstand haben bereits die Möglichkeit genutzt, eine Ausbildung im Dualen System oder in einer Berufsfachschule zu beginnen.

  • Im Vergleich zum Dezember 2015 ist die absolute Zahl der Schülerinnen und Schüler in den DaZ-Zentren zwar höher (5.019 im Dezember 2015, 6.899 im September 2016), doch ein Blick auf die Entwicklung der Zahlen in 2016 zeigt, dass sich der Anstieg deutlich verlangsamt hat. Es kommen immer noch Schülerinnen und Schüler in den Schulen an, zum Beispiel aus den Erstaufnahmeeinrichtungen und durch Familienzuzug.

  • Im allgemein bildenden Bereich stehen für DaZ insgesamt 427 Lehrerstellen zur Verfügung. Im Laufe des Jahres 2015 wurden insgesamt 365 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte geschaffen, um Arbeit der DaZ-Zentren zu unterstützen und die Unterrichtsversorgung für alle Schülerinnen und Schüler auch vor dem Hintergrund des Anstiegs der Flüchtlingszahlen sichern zu können.

  • Im Haushalt 2016 sind zur Nachsteuerung angesichts der ansteigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern weitere 280 zusätzliche Lehrerstellen eingestellt sowie vier Millionen Euro für die Beruflichen Schulen. Durch den Nachtragshaushalt wurden weitere 200 Lehrerstellen zur Verfügung gestellt.

  • Die Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (LAG) wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Auf der Grundlage des mit 1,5 Millionen Euro ausgestatteten Sprachförderungs- und Integrationsvertrages wurden im Jahr 2015 mehr als 120 Projekte der ergänzenden Sprachförderung am Nachmittag und in den Ferien realisiert.

  • Bisher konnten die DaZ-Stellen im allgemein bildenden Bereich in der Regel mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden, die zusätzlich eine DaZ-Qualifikation haben. Um den Bedarf auch künftig decken zu können, wurde die modularisierte DaZ-Qualifizierung umgestellt auf ein „Blended-Learning-Konzept“, das Präsenzelemente mit online gestützten Lerneinheiten verbindet. So kann die Dauer der Qualifizierung verkürzt werden, ohne die Inhalte oder die Qualität zu reduzieren.

  • Die Ausbildungsangebote für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) wurden verstärkt: 172 Lehrkräfte haben aktuell zusätzlich zu ihrem Vorbereitungsdienst die Zusatzqualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ erworben. Junge Lehrkräfte, die ab

    1. Februar ihr Referendariat nach der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung begonnen haben, können mit diesem DaZ-Zertifikat die Hausarbeit im Rahmen der Staatsprüfung ersetzen. Dieses DaZ-Zertifikat erhält, wer an dem Kurs „ Deutsch als Zweisprache“ teilnimmt und diesen mit einer benoteten Abschlussklausur beendet.

    124 Lehramtsstudierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)  haben bereits erfolgreich einen einsemestrigen Zertifikats-Kurs belegt, der ihnen in einer Kombination aus Praxis und Theorie Grundlagen in „Deutsch als Zweitsprache“ vermittelt hat.


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