Jungen und Mädchen gleichermaßen fördern
(bikl) Ute Erdsiek-Rave, neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), will die Geschlechtergerechtigkeit an den Schulen "zum Thema der bildungspolitischen Debatte machen". In einem dpa-Gespräch erklärte sie, Jungen hätten heute in der Schule deutlich weniger Erfolge als Mädchen.
27.01.2006 ArtikelTatsächlich machen Mädchen häufiger Abitur als Jungen. Der männliche Nachwuchs hingegen wiederholt öfter eine Klasse und ist inzwischen am Gymnasium in der Minderheit, aber in der Sonderschule in der Mehrheit. In der jüngsten IGLU-Grundschulstudie war außerdem nachgewiesen worden, dass Jungen bei gleichen Kompetenzen oft schlechtere Noten als die Mädchen erhalten.
Doch diesen Vorsprung nutzen die Mädchen anschließend nicht: Obwohl die PISA-Studie bei den Naturwissenschaften keine nennenswerten Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen festgestellt hat, tendieren junge Frauen immer noch eher zu den traditionell „weiblichen“ Studiengängen. Den Schulen gelinge es "häufig nicht, Mädchen und Jungen gleichermaßen zu fördern", so das Resümee der KMK-Präsidentin.
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