Bayern

Junglehrer ziehen mit Möpsen vor den Landtag

Mit Möpsen ziehen heute Nachmittag junge Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Bayern vor den Landtag. Sie fühlen sich um ihre "Zukunftschancen gemopst" und fragen sich, ob "Gassi gehen die neue Herausforderung für zukünftige Junglehrer" in Bayern sein soll.

07.12.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Wir fordern deutlich mehr Lehrerplanstellen für Bayerns Schulen", erklärten die neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ), Evelyn Westphal, und die Mitinitiatorinnen der Mopsaktion, Anja Lanzendörfer, Kerstin Polster und Eva-Maria Schäffer im Vorfeld der Aktion. Die "Mopsaktion" wurde im Juli, einen Tag vor Bekanntgabe der Staatsnote, ins Leben gerufen. "Ein schwarzer Tag, denn er hat für viele den Traum vom Lehrerberuf platzen lassen", sagte Westphal. Bereits nach wenigen Wochen kamen über 8000 Unterschriften zusammen, inzwischen sind es mehr als 16000. In der ABJ sind derzeit rund 12000 junge Lehrer/innen organisiert. Sie gehört dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband, BLLV, an. Westphal dankte allen, die die Aktion mittragen: "Je mehr Bürger ihren Unmut über die derzeitige Schul- und Bildungspolitik in Bayern äußern, umso besser!"

Das ABJ-Vorstandsteam freut sich über die hohe Beteiligung an der Internetaktion, die alle Erwartungen übertroffen hat. "Mehr denn je müssen wir in die Offensive gehen", betonte Westphal. Die Ankündigung der Staatsregierung, die Eingangsbesoldung junger Lehrkräfte um eine Stufe abzusenken, sei ein weiterer schwerer Schlag für junge Lehrer. "Die einen kriegen überhaupt keinen Job und diejenigen, die einen ergattern, müssen nicht unerhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen", kritisierte sie. "Für eine Berufsgruppe, die auf die besten und fähigsten Nachwuchskräfte angewiesen ist, ein katastrophales Signal. Der Lehrerberuf wird so immer weniger attraktiv. Gleichzeitig werden die Hürden immer höher geschraubt, die Chancen auf eine berufliche Perspektive immer schlechter. Die ABJ-Vorsitzende appellierte an die Staatsregierung, die geplanten Sparmaßnahmen nochmals kritisch zu überdenken. "Wir werden nicht locker lassen", unterstrich Westphal.

Mit der Mopsaktion habe man auf die schwierige Situation vieler Junglehrerinnen und -lehrer aufmerksam machen wollen: Sie haben ein abgeschlossenes Studium hinter sich und ihren Vorbereitungsdienst bzw. ihr Referendariat erfolgreich absolviert. An Grundschulen ist die Einstellungssituation für junge Lehramtsanwärter/innen so schlecht wie nie zuvor. Lediglich 27,5 Prozent haben zum Schuljahr 2010/2011 eine Planstelle ergattert, fast Dreiviertel aller Lehramtsprüflinge stehen auf der Straße oder werden mit befristeten Verträgen abgespeist. Gleichzeitig liegt ein Schwerpunkt der bayerischen Bildungspolitik in der Betonung der Notwendigkeit der individuellen Förderung. Hinzu kommen noch weitere, durchaus begrüßenswerte, politische Entscheidungen wie beispielsweise der Ausbau der Ganztagsschule, die aber einen erweiterten Bedarf an Lehrerstunden in Bayern verursacht, um die Unterrichtsversorgung sicherstellen zu können.

Die Betroffenen selbst seien resigniert, viele orientieren sich neu oder hangeln sich von Monat zu Monat, ohne Perspektive. Auch bei den Studienanfängern seien Unsicherheit und Zukunftsangst inzwischen groß. "Frust, Resignation und Perspektivlosigkeit sind eine ungute Mischung", gab die ABJ -Vorsitzende zu bedenken.

Treffpunkt: Maximilianstrasse, Max II Denkmal, 15 Uhr.

Die Aktion dauert etwa eine Stunde.

Mehr Infos unter www.mops.bllv.de


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