Kabinett beschließt Einführung eines Islamunterrichts an ausgewählten Grundschulen in Schleswig-Holstein ab dem Schuljahr 2007/08

Ab dem Schuljahr 2007/08 wird es voraussichtlich an acht Grundschulen in den Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster und bei entsprechender Nachfrage an einem weiteren Standort Islamunterricht ab der Klasse 1 geben. Das Kabinett hat in seiner Sitzung heute (25. April) ein entsprechendes Konzept zustimmend zur Kenntnis genommen und das Bildungsministerium beauftragt, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

26.04.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Damit schaffen wir für Kinder islamischen Glaubens ein unter staatlicher Verantwortung organisiertes Unterrichtsangebot, das schon seit Jahren unter anderem von verschiedenen islamischen Organisationen gefordert wurde. Schleswig-Holstein lehnt sich dabei vor allem an das Modell an, das in Niedersachsen bereits seit einigen Jahren erfolgreich läuft", so Bildungsstaatssekretär Wolfgang Meyer-Hesemann. Das Ministerium hat im Vorfeld dieser Entscheidung intensive Gespräche mit verschiedenen islamischen Organisationen geführt und Einverständnis über wesentliche Aspekte des Angebotes erzielt. Eine abschließende Einigung über die Einrichtung eines gemeinsamen Religionsunterrichtes konnte aber leider nicht erreicht werden.

Meyer-Hesemann erläuterte, dass über folgende Punkte Einigung erzielt werden konnte: der Islamunterricht werde in deutscher Sprache, unter staatlicher Aufsicht, auf der Grundlage eines Lernplanes und zunächst an ausgewählten Grundschulen von Lehrkräften muslimischen Glaubens, die sich bereits im Schuldienst befinden, angeboten werden. "Wir haben derzeit mehr als zehn solcher Lehrer und gehen davon aus, dass diese den Islamunterricht, gegebenenfalls nach einer Fortbildung in Religionspädagogik, gestalten werden."

Als Grundlage für den Lehrplan werden die niedersächsischen Rahmenrichtlinien benutzt und zum Teil um die alevitische Ausprägung des Islams erweitert. Im Islamunterricht werden folgende Themenbereiche bearbeitet: Ich und meine Gemeinschaft, Islamische Ethik, Prophetengeschichten, Prophet Muhammed, der Koran und Grundlagen des Islam.

Staatssekretär Meyer-Hesemann: "Da keine verlässlichen Zahlen über die muslimischen Schülerinnen und Schüler sowie keine Erkenntnisse über die Nachfrage nach Islamunterricht vorliegen ist das genau Ausmaß und eine Ausdehnung des Angebotes schwer abzuschätzen. Wir gehen aber davon aus, mit der Einführung des Islamunterricht an zunächst acht bis neun ausgewählten Grundschulen Angebot und Nachfrage in Einklang bringen zu können."


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