Kein Soll-, sondern ein Haben-Unterricht ist notwendig
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg unterstützt die SPD bei ihrer Forderung, den Schulen deutlich mehr Lehrer zukommen zu lassen. Noch immer sei der Klassenteiler an allen Schularten unverantwortlich hoch, noch immer falle zu viel Unterricht wegen fehlender Krankheitsstellvertreter aus, schimpft der VBE-Sprecher.
03.09.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergGanz oben auf der Wunschliste der Lehrer, Eltern und Schüler steht die Einrichtung kleinerer Klassen. Der Teiler werde zum neuen Schuljahr an Gymnasien sowie an Haupt- und Realschulen zwar um einen Schüler gesenkt; 32 Kinder und Jugendliche in einer Lerngruppe seien heute jedoch pädagogisch nicht mehr zu verantworten, meint man nicht nur beim VBE. An den Grundschulen wird der Teiler zum kommenden Schuljahr überhaupt noch nicht reduziert.
Der sogenannte Ergänzungsbereich, aus dem die untere Schulaufsichtsbehörde Stütz- und Förderkurse und Stunden für Arbeitsgemeinschaften den einzelnen Schulen zuweist, wird durch die teilweise Umwidmung in Krankheitsvertretungsstunden auch in diesem Schuljahr wieder im Voraus geschwächt. "Wie sollen Schulen verlässlich `Profil´ zeigen, wenn ihnen die Möglichkeiten im kreativen Bereich so drastisch beschnitten werden?", fragt der VBE-Sprecher.
Von Schuljahr zu Schuljahr lässt die Hoffnung auf verlässlich ausreichende Lehrerstunden immer mehr nach, können schwächere Kinder und Jugendliche immer weniger erfolgreich gefördert werden.
Die Klassenlehrerstunde zur Aufarbeitung von Schülerproblemen außerhalb des regulären Unterrichts ist für die meisten Schularten bis heute ein Wunschtraum geblieben. Arbeitsgemeinschaften und Projekte im Rahmen des Erweiterten Bildungsangebots (EBA) - einstmals das Aushängeschild der Hauptschule - sind wegen fehlender Lehrerstunden an den meisten Schulen zur Bedeutungslosigkeit verkommen. "Den Blickwinkel bei der Versorgung der Schulen lediglich auf den Pflichtbereich zu lenken, ist fatal", moniert der VBE-Sprecher. Es dürfe nicht sein, dass es für die Mehrheit der Schüler aus Kostengründen lediglich die Sparversion von Bildung gebe und sich finanziell besser gestellte Familien die Vollversion privat einkauften. Der Run auf Privatschulen belege leider auch, wo Eltern heute die besseren Chancen für ihre Kinder sehen.
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