GEW Bremen:

"Keine Rekrutierung im Klassenzimmer"

Der für den 19. September angekündigte Bundeswehrstand auf einer Berufsfindungsmesse am Kippenberg-Gymnasium in Bremen Schwachhausen stößt auf heftige Kritik der GEW.

04.09.2013 Pressemeldung GEW Bremen

Wenn junge Menschen ihre berufliche Zukunft, ihre Ausbildung oder ihr Studium bei der Bundeswehr realisieren wollen, gehören umfassende Informationen über die Realität dieses Berufes, wie z. B auch Berichte über verstümmelte oder traumatisierte HeimkehrerInnen aus Auslandseinsätzen dazu. "Schule darf nicht der Rekrutierung von BerufssoldatInnen dienen. Aufgaben und Belastungen des Soldatenberufes sowie seine gesellschaftlichen Auswirkungen werden gezielt verharmlost. Die skandalöse Werbung für Actioncamps und Abenteuerurlaube, wie sie die Bundeswehr in Kooperation mit der Jugendzeitschrift "Bravo" vornimmt, täuscht bewusst über die Realität des Tötens und Sterbens im Kriegseinsatz hinweg", so Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW.

Die meisten Lehrkräfte hätten kein Verständnis dafür, dass ihre großteils noch minderjährigen SchülerInnen von den speziell dafür ausgebildeten Jugendoffizieren für Ausbildung oder Berufe in der Bundeswehr rekrutiert werden sollen. Die GEW wirft der Bundeswehr vor, eine von nur noch 25 Armeen in der Welt zu sein, die ihre Werbeversuche nicht auf über 18 Jährige beschränken. Zudem hätte sich die Bundeswehr in den letzten Jahren zunehmend von einer nationalen Verteidigungsarmee zu einer internationalen Interventionstruppe gewandelt.

Die Bundeswehr dürfe keinen Platz in der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen finden. "Alle unsere Bemühungen müssen darauf abzielen zur Gewaltfreiheit zu bilden. Jegliche Gewöhnung ans Militär, sowie die daraus entstehende Ansicht, es sei legitim, politische oder wirtschaftliche Interessen mit den Mitteln kriegerischer Gewalt umzusetzen stehen hierzu im Gegensatz. Friedensbildung in der Schule frei von Interessen Dritter zu vermitteln ist einzig Sache von Lehrkräften", so Gloede weiter.

Die GEW fordert die Bildungssenatorin sowie die Schulleitung des Kippenberg-Gymnasiums auf, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und der Bundeswehr den Zutritt zur Schule nicht zu ermöglichen und ruft die KollegInnen zu Aktionen gegen Werbeversuche der Bundeswehr auf.

Die Kritik erstrecke sich im Übrigen auch auf die Darstellung "Karrierewege" der Bundeswehr bei der Jobmesse am kommenden Wochenende auf dem Marktplatz. "Die Ausbildungsplatznot junger Menschen darf sie nicht ins vermeintlich sichere Kriegsgeschäft treiben", so Gloede.

Ansprechpartner

GEW Bremen

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden