KMK zu zivilisierten Umgangsformen bei der Lehrergewinnung aufgefordert!

Die Kultusministerkonferenz in Stralsund muss sich, so der nordrhein-westfälische Philologen-Verband, auf vernünftige und nachvollziehbare Verhaltensregeln bei der Lehrergewinnung verständigen. Es ist unerträglich, dass sich Bundesländer gegenseitig mit zum Teil aggressiven Methoden Lehrerinnen und Lehrer abwerben.

04.03.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

"Wir sind nicht auf einem orientalischen Markt, bei dem man mit sich überbietenden Lockangeboten konkurriert", mahnt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes. "Ein gesunder Wettbewerb um die besten Lehrerinnen und Lehrer ist durchaus nicht schädlich, aber der wachsende Lehrermangel ist ein ernst zu nehmendes Problem, das man seriös angehen muss. Für die Betroffenen müssen die Kriterien durchschaubar sein!"

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband hält es für pervers, dass einige Bundesländer große finanzielle Anstrengungen in der Lehrerausbildung unternehmen, während andere Länder sich stattdessen mit besseren Konditionen die fertig ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer einkaufen.

Allerdings muss sich Nordrhein-Westfalen den Vorwurf gefallen lassen, sich mit der bundesweit niedrigsten Verbeamtungsgrenze von 35 Jahren einen massiven Wettbewerbsnachteil zu leisten. Das ist schnellstens zu ändern!

Es ist unergiebig, mit kurzfristigen und kurzsichtigen Notoperationen in einen Aktionismus zu verfallen, statt die Attraktivität des Lehrberufs deutlich zu erhöhen. Hierzu müssen auch die Hochschulen in die Pflicht genommen werden, mehr Lehramtsstudienplätze als bisher zur Verfügung zu stellen. Die Bezahlung während der schulpraktischen Seminarausbildung ist deutlich anzuheben, die Aufstiegsperspektiven sind auszuweiten. Vor allem jedoch müssen alle ihren Beitrag dazu leisten, dass die gesellschaftliche Wertschätzung für den Lehrerberuf wächst.


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