Kochen hat als Schulfach wenig Chancen

(bikl.de) Überlegungen der Bundesregierung, ein Schulfach Kochen einzuführen, werden offensichtlich von den Bundesländern abgelehnt. Derzeit verhandelt der Bund mit den Ländern über einen Nationalen Aktionsplan Ernährung, in dessen Rahmen auch über das neue Schulfach Kochen gesprochen werden soll.

24.09.2007 Artikel

Jedes Kind sollte Ernährungsweisen genauso selbstverständlich lernen wie rechnen, schreiben und lesen, und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, hatte Verbraucherstaatssekretär Gerd Müller (CSU) vergangene Woche in Berlin erklärt. Müller beklagte, dass die Fehlernährung bei Kindern rasant zunehme. Beispielsweise komme ein Drittel aller Schüler ohne Frühstück zum Unterricht. Ebenfalls in der vergangenen Woche hatten die Verbraucherzentralen die Bundesländer aufgefordert, eine gesunde Schulverpflegung verpflichtend im Schulgesetz zu verankern.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Jürgen Zöllner, sagte, ein Schulfach Kochen sei "schlechterdings kaum vorstellbar", berichtet heute die Berliner Zeitung. Wichtiger sei, das Thema Ernährung fächerübergreifend zu thematisieren. Ähnlich sieht es wohl der thüringische Kultusminister Jens Goebel: "Aus grundsätzlichen Gründen halten wir die Einführung eines Schulfaches Kochen für überflüssig", erklärte er gegenüber der Zeitung. Es bestünden genügend Anknüpfungspunkte in den bestehenden Fächern zur Vermittlung einer gesunden Ernährungsweise. Auch Niedersachsen mochte sich dem Vorschlag nach einem Schulfach Kochen nicht anschließen. "Die Schule darf nicht zum Reparaturbetrieb für alle gesellschaftlichen Probleme werden. Wir dürfen die Schulen nicht überfordern, selbst wenn ein Schulfach Kochen ein gut gemeinter und vielleicht auch sinnvoller Fächervorschlag ist", wird Sprecher Georg Weßling in der Berliner Zeitung zitiert.


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