Kombinierte Haupt- und Realschule "keine Lösung"

Eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule ist nach Einschätzung von Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), nicht geeignet, die Ausbildungsreife von Lehrstellenbewerbern zu verbessern.

19.03.2007 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Der DIHK-Präsident warnte gegenüber der "Wirtschaftswoche" davor, zu glauben, eine solche Neustrukturierung könne die Qualitätsprobleme im Schulsystem beseitigen.

Lehrer müssten dann "mit einer größeren Leistungsbandbreite der Schüler klarkommen und jeden individuell fördern können", so Braun. "Diese Fähigkeit sehe ich derzeit nicht. Auch im zweigliedrigen Schulsystem mit zusammengelegter Haupt- und Realschule wird es Jugendliche geben, die die Schule mit schlechtem oder gar ohne Schulabschluss verlassen."

Eine Chance bestünde nach Einschätzung des DIHK-Präsidenten darin, dass die Verantwortung der Lehrer für Lernerfolge jedes einzelnen Schülers stärker in den Mittelpunkt rücke und nicht mehr "nach unten" abgegeben werden könne.

Braun: "Um aber alle Kinder bestmöglich zu fördern, muss man individuelle Lernbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und sich von der Vorstellung lösen, man unterrichte ein Fach. Dazu brauchen wir eine Reform der Lehreraus- und Lehrerfortbildung, die den Namen 'Reform' verdient, und stärkere Eigenverantwortung der Schulen."


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