Konzept der Sommerschulen wird 2012 ausgebaut auf rund 30 Standorte
Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer: "Die nachhaltige Wirkung der Sommerschulen ist überzeugend: Die Lernmotivation bei den Schülerinnen und Schülern verbessert sich, und das Selbstwertgefühl steigt."
05.03.2012 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergJugendliche mit Förderbedarf haben in diesem Jahr bei Sommerschulen an rund 30 Standorten die Möglichkeit, nach dem Motto "Erlebnis und Lernen" schulische Defizite zu überwinden, soziale Kompetenzen zu verbessern und sich mit einer Kombination aus Lernen und Freizeitprogramm auf das neue Schuljahr vorzubereiten. Die Sommerschulen werden ab 2012 in allen 30 Schulamtsbezirken angeboten. Im Vergleich zu 2011 gibt es vier weitere Standorte. So haben noch mehr Jugendliche die Chance, gut vorbereitet ins neue Schuljahr zu starten. Die Angebote werden vom Kultusministerium durch Anrechnungsstunden für die Lehrkräfte und Sachmittel mit einer Gesamtsumme von 575.000 Euro gefördert.
"Die nachhaltige Wirkung der Sommerschulen ist überzeugend: Die Lernmotivation bei den Schülerinnen und Schülern verbessert sich, und das Selbstwertgefühl steigt," beschreibt Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer die positiven Evaluationsergebnisse der Sommerschulen.
Die Sommerschulen werden sowohl von Schülerinnen und Schülern, Eltern wie auch von Lehrkräften und außerschulischen Partnern stark nachgefragt. Sie richten sich überwiegend an Jugendliche der Werkrealschulen und Hauptschulen nach Klassenstufe 7, die in Deutsch, Mathematik oder Englisch Unterstützung benötigen. Aber auch für Schülerinnen und Schüler der Grund- und Realschulen sowie der Gymnasien gibt es Angebote und künftig werden auch die Gemeinschaftsschulen miteinbezogen.
Für das Sommerschulprogramm stehen qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung, die die Jugendlichen in kleinen Gruppen täglich in unterschiedlichen Lerneinheiten unterrichten. Ergänzend zum Unterricht können die Schülerinnen und Schüler fachspezifische und praktische Angebote der außerschulischen Partner vor Ort wahrnehmen. "Die Kooperationspartner sind ein wichtiger Baustein im Konzept der Sommerschulen. Sie ergänzen die schulischen Lerninhalte durch erlebnisorientierte Angebote und sorgen für Abwechslung und Freude am Lernen," betont die Kultusministerin. Die Unterrichtsthemen sind Sprache und Lesen, Sport und Musik sowie Natur und Umwelt. Auch in den Bereichen Handwerk, technisches Verständnis und Multimedia, Berufsbildung, Energiewirtschaft, Soziales, Kunst und Kreativität werden von den beteiligten Partnern Angebote eröffnet.
Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg evaluiert die Sommerschulen. Das erlebnisorientierte, überwiegend einwöchige Bildungs- und Betreuungsangebot in den Ferien hat erstmalig zwei scheinbar gegensätzliche Grundsäulen, Erlebnis und Lernen, zusammengeführt. Die ersten Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler dies nicht als Gegensatz, sondern als große Bereicherung empfinden.Die Schülerinnen und Schüler haben für sich Fortschritte in ihrer individuellen Lernkonzeption verbuchen können, fühlen sich motivierter beim Lernen und nehmen eine Steigerung ihres Selbstwertgefühls wahr. Rund 70 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler bewerten die Sommerschule als erfolgreiche Vorbereitung auf das neue Schuljahr und rund 80 Prozent würden die Sommerschule Freunden empfehlen. Auch fast zwei Drittel der Lehrkräfte und beteiligten Experten sehen die Sommerschulen als geeignetes Mittel an, die Überwindung von Lern-schwierigkeiten zu unterstützen.
Die Lehrkräfte erhalten für ihre Tätigkeiten im Rahmen der Sommerschulen zwei Deputatsstunden für das kommende Schuljahr angerechnet. Der Personal- und Sachaufwand der Kooperationspartner und Schulen wird mit jeweils rund 5.000 Euro gefördert, je nach thematischer Ausrichtung und individuellem Angebot der jeweiligen Kooperationspartner. Pro Sommerschulstandort können sich rund 25 Schülerinnen und Schüler anmelden. In der Regel ist das Angebot für sie kostenlos. An einigen Standorten wird ein geringer Elternbeitrag erhoben, der jedoch sozial abhängig gestaffelt wird. Ob das Angebot in den kommenden Jahren ausgebaut werden kann, ist abhängig von den Haushaltsberatungen.
Weitere Informationen zu den Einzelmaßnahmen und Standorten werden in Kürze unter www.sommerschulen-bw.de abrufbar sein. Da eine Vielzahl von Anträgen bereits vorliegt, wird es in diesem Jahr keine gesonderte Ausschreibung geben.
Keine Kommentare vorhanden