Konzept für die Lehrerversorgung fehlt!
Zum neuen Schuljahr hat die Landesregierung ihre Ankündigungen realisiert und nur wenige Lehrkräfte an Realschulen plus eingestellt. Die drastischen Kürzungen werden mit rückläufigen Schülerzahlen begründet. Die Lehrerzuweisung zu einzelnen Schulen erfolgte erst sehr spät und führte zu Missmut und Verdruss.
15.08.2013 Pressemeldung Verband Reale BildungScheinbar gibt es kein schlüssiges Konzept, die Lehrerüberhänge und Lehrerbedarfe im Sinne der Schulen auszubalancieren. Die im Auftrag der Landesregierung erstellte Klemmstudie versucht die Stelleneinsparungen zu rechtfertigen, stellt aber keine schlüssige Lösung für eine sachgerechte Lehrerversorgung dar. Zudem stehen Pädagogen, deren Verträge zum Ende des Schuljahres nicht verlängert wurden, nun nicht mehr zur Verfügung. Sie haben sich umorientiert und wandern in die Wirtschaft oder in andere Bundesländer ab. Stetiger Aufgabenzuwachs und Personalabbau vertragen sich nicht.
"Nach dem Mainzer Bahnchaos droht uns ein Schulchaos", befürchtet der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR). In den Schulen wären bereits im letzten Schuljahr dramatische Unterrichtsausfälle entstanden, wenn Lehrer(innen) und Schulleitungen nicht solche Generalisten wären und alles "irgendwie" aufgefangen hätten.
"Wer nur die Schülerzahlen zusammenträgt und daraus den Lehrerbedarf ermittelt, macht sich die Sache zu einfach" kritisiert VDR-Landesvorsitzender Bernd Karst. "Überhang und Bedarf lassen sich nicht mathematisch gegeneinander aufrechnen.
Wird z.B. an einer Schule infolge des demografischen Wandels eine Klasse weniger gebildet, so bedeutet dies nicht, dass ein Hauptfachlehrer ohne Ersatz in den Ruhestand gehen kann." Die fehlenden fachbezogenen Neueinstellungen führen dazu, dass gerade die wichtigen MINT-Fächer vermehrt fachfremd unterrichtet werden müssen. Darunter leidet zwangsläufig die Schulqualität.
Um Demotivation und Flickschusterei zu vermeiden, fordert der Lehrerverband ein klares Konzept. Dieses muss mit den Betroffenen und den Lehrerverbänden ohne Vorgaben aus dem Finanzministerium erarbeitet werden. "Die Schulen brauchen eine Versorgung zu 100 plus x %, die Bahn natürlich auch", stellt Karst klar.
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