Kultusminister Helmut Rau: "Aufgrund der neuen Prognose müssen Schulträger und kommunale Landesverbände die Entwicklung tragfähiger Schulstandortkonzepte noch konsequenter vorantreiben"
"Wir haben mit den kommunalen Landesverbänden im März ein gemeinsames Eckpunktepapier unterzeichnet, das den Schulträgern und Kommunen detaillierte Handlungsvorschläge für eine sinnvolle Schulstandortentwicklung vor Ort an die Hand gibt. In Anbetracht der neuen Prognose müssen die Beteiligten diesen Prozess noch kon-sequenter vorantreiben, wenn sie Eltern weiterhin attraktive wohnortnahe Beschulungsmöglichkeiten für deren Kinder bieten möchten", erklärte Kultusminister Helmut Rau MdL im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Statistischen Landesamt am Freitag (26. Oktober) in Stuttgart.
26.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergKultusminister Helmut Rau: "Aufgrund der neuen Prognose müs-sen Schulträger und kommunale Landesverbände die Ent-wicklung tragfähiger Schulstandortkonzepte noch konsequenter vorantreiben"
Die durch den Schülerrückgang rechnerisch frei werdenden Lehrerstellen verbleiben, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, im Bildungsbereich und werden für pädagogische Innovationen eingesetzt
Die neu erarbeitete Schülerzahlprognose zeige, dass die Schulstandortentwicklung in vielen Kommunen vorangetrieben werden müsse. Das mit den Kommunalen Landesverbänden vereinbarte gemeinsame Eckpunktepapier biete eine Vielzahl von Kooperationsmöglichkeiten, die nun sinnvoll genutzt werden sollten, so der Kultusminister weiter. "Wir haben uns im Einvernehmen mit den Kommunen auf sehr detaillierte Maßnahmen verständigt, damit Schulstandortentwicklung vor Ort auf breiter Basis diskutiert werden kann und nicht von oben herab diktiert werden muss.
Die neuen Prognosen sprechen eine klare Sprache, deshalb sollten die Beteiligten vor Ort ihre Handlungsspielräume ausschöpfen und die Standortfrage aktiv mit gestalten. Wir unterstützen die Kommunen dabei nach Kräften", betonte Rau. Wenn beispielsweise durch Kooperationen Personalressourcen frei werden, verbleiben diese für eine Übergangszeit an den Schulen.
Wie die Zahlen des Statistischen Landesamtes deutlich machen, entwickeln sich die Schülerzahlen je nach Schulart und Landkreis sehr unterschiedlich. Im Bereich der Grund- und Hauptschulen wird mit einem schnelleren Rückgang zu rechnen sein, als an Gymnasien und Beruflichen Schulen. Die regionalisierte Auswertung der Schülerzahlenprognose des Statistischen Landesamtes zeigt auch, dass die Entwicklung in den Stadt- und Landkreises sehr unterschiedlich verläuft. "Auf diese örtlich sehr unterschiedlichen Bedürfnisse können wir hinsichtlich der Lehrerversorgung angemessen reagieren. Wir haben bereits seit vergangenem Jahr sehr gute Erfahrungen mit der separaten Ausschreibung von Stellen für den ländlichen Raum gemacht. Auch die Möglichkeit, dass Schulen mittlerweile 50 Prozent aller verfügbaren Stellen selbst ausschreiben können, hat dazu geführt, dass Schulen sich die Lehrkraft aussuchen können, die am besten ins Schulprofil und zum Kollegium passt", erklärte Kultusminister Rau.
Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Schularten und den Stadt- und Landkreisen können keine pauschalen Aussagen getroffen werden hinsichtlich der Klassenbildung und des Lehrerbedarfs. "Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass es sich bei der Neuberechnung der Schülerzahlentwicklung um eine Prognose handelt. Das bedeutet, dass wir, wie jedes Jahr, die Entwicklung beobachten und nur konkret auf das Schuljahr bezogen den Bedarf an Lehrkräften errechnen können", erklärte Rau. "Sicher ist aber, dass, wie in der Koalitionsvereinbarung festgesetzt, bis zum Ende dieser Legislaturperiode die durch den Schülerrückgang frei gesetzten Stellen im Bildungssystem verbleiben", unterstrich Rau.
"Vor dem Hintergrund dieser neuen Prognose zeigt sich auch, dass die Entscheidung, die Rückgabe der Vorgriffstunde flexibel bis zum Jahr 2013 zu gestalten, völlig richtig war", sagte der Kultusminister. Wie bereits Mitte September angekündigt wurde, haben die Lehrkräfte, die Teil des Vorgriffstundenmodells waren und Mehrarbeit geleistet haben, diese nun ihren individuellen Ansprüchen entsprechend zurückfordern können.
Da sich die Rückgabe über mehrere Jahre erstreckt, wird sie sich ressourcenschonend auswirken. Die Lehrkräfte haben noch bis Mitte November Zeit, sich für ihren persönlichen Rückgabemodus zu entscheiden.
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