Bayern

Kultusminister Ludwig Spaenle würdigt Münchner Förderzentrum für geistige Entwicklung in der Klenzestraße mit einer Grundsatzrede

"Wir in Bayern wollen für Eltern und ihre Kinder mit Behinderungen eine Vielfalt an schulischen Angeboten gewährleisten", erläuterte der Kultusminister heute anlässlich des 50. Jubiläums der Mathilde-Eller-Schule, Förderzentrum für geistige Entwicklung in München, den bayerischen Weg zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention.

27.10.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Förderschulen wie die Mathilde-Eller-Schule stellen auch und gerade im Zusammenhang mit einer umfassenden inklusiven Schulentwicklung in der Bildungslandschaft Bayerns die Kompetenzzentren für Sonderpädagogik dar", hob Spaenle die Rolle der Förderschulen bei diesem Prozess hervor. "Ihr spezialisierter Blick und ihre Erfahrung sind der Garant dafür, dass alle Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen entweder in der inklusiven allgemeinen Schule oder an unseren spezialisierten Förderschulen optimal nach ihren individuellen Bedürfnissen und Begabungen lernen können", so Spaenle. In fraktionsübergreifender Einigkeit hatte der Bayerische Landtag zu Beginn des Schuljahres ein Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention beschlossen. Ein Schwerpunkt dieses Gesetzes ist die Stärkung des Elternwillens bei der Wahl des passenden Schulortes für ihr behindertes Kind.

"Die Mathilde-Eller-Schule darf in diesem Jahr auf ein halbes Jahrhundert erfolgreiche sonderpädagogische Arbeit zurückblicken", mit diesen Worten würdigte der Kultusminister die Arbeit des staatlichen Förderzentrums. "Als erste Schule Bayerns für Kinder mit einer geistigen Behinderung ist die Geschichte der Mathilde-Eller-Schule untrennbar mit der Geschichte des Bildungsrechts von geistig behinderten Kindern verbunden", hob Spaenle hervor und nahm den Festakt daher zum Anlass für eine bildungspolitische Grundsatzrede.

Förderschulen wie die Mathilde-Eller-Schule - das machte der Minister deutlich - werden daher auch künftig einen wichtigen Platz im bayerischen Bildungssystem einnehmen. Mathilde Eller, die Gründerin des Förderzentrums, forderte bereits in den fünfziger Jahren ein Recht auf Bildung für behinderte Kinder. Diese wurden damals in der Regel als bildungsunfähig erachtet. Ellers Arbeit blieb nicht erfolglos: Am 27. Oktober 1961 wurde das neu erbaute Schulgebäude in der Klenzestr. 27 in München feierlich eingeweiht. Gemeinsam mit Otto Speck gelang es Mathilde Eller in den Folgejahren, im Bayerischen Landtag ihre Forderungen nach einem grundlegenden Recht auf Bildung und Erziehung durch eine Lehrkraft für alle Kinder durchzusetzen. Heute werden an der Mathilde-Eller-Schule rund 300 junge Menschen in drei schulvorbereitenden Einrichtungen, jeweils 12 Klassen der Grund- und der Hauptschulstufe sowie in fünf Klassen der Berufsschulstufe unterrichtet und in ihrer Entwicklung gefördert.


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