Schulwahl

Kultusminister Michael Piazolo zum Übertrittsverfahren in Bayern

Kultusminister Michael Piazolo betonte gestern: „In Bayern setzen wir auf einen kind- und begabungsgerechten Übertritt. Ich habe Vertrauen in unsere Lehrkräfte, die gut einschätzen können, welcher Bildungsweg für ein Kind nach der Grundschule am besten ist. Die Eltern werden umfassend beraten und in die Entscheidung eingebunden.“

24.04.2019 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
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Piazolo wies auf das bewährte bayerische Übertrittsverfahren hin. Dieses sieht eine frühzeitige Beratung der Eltern und konkrete Maßnahmen vor, um die Kinder bestmöglich pädagogisch zu begleiten. Piazolo weiter: „Wir bieten in Bayern verschiedene begabungsgerechte und erfolgreiche Bildungswege. Der Bildungserfolg entscheidet sich nicht nach der 4. Klasse. Neben dem Gymnasium ist auch die berufliche Bildung in Bayern ein Erfolgsmodell, um das man uns weltweit beneidet. Außerdem ist unser differenziertes Schulsystem sehr durchlässig: Über 40% der Hochschulzugangsberechtigungen werden außerhalb des Gymnasiums erworben.“

Übertrittsverfahren in Bayern hat sich bewährt

Der Weg von der Grundschule an die weiterführenden Schulen erfolgt im Zuge einer kind- und begabungsgerechten Übertrittsphase von der 3. bis zur 5. Jahrgangsstufe. Hierzu gehört die frühzeitige und kontinuierliche Beratung der Eltern, die auf dem Übertrittszeugnis beruhende Schullaufbahnempfehlung, die Möglichkeit zum Besuch des Probeunterrichts mit Entscheidungsmöglichkeiten durch die Eltern sowie ein Begleit- und Unterstützungssystem an der aufnehmenden Schulart. Das Übertrittszeugnis informiert mit Ziffernnoten sowie mit erläuternden Kommentaren über den Leistungsstand der Kinder, über ihre Stärken und Interessen und gibt wertvolle Hinweise auf individuellen Förderbedarf.

Jährliche Umfrage zum Übertrittsverfahren

Seit 2011 führt das Kultusministerium jährlich eine repräsentative Umfrage an 700 Grundschulen im Freistaat durch. Die Umfrage, in der sich Klassenelternsprecher, Lehrkräfte und Schulleitungen zum Übertrittsverfahren äußern können, findet dieses Jahr in den ersten beiden Maiwochen statt. Die Rückmeldungen der letzten Jahre sind positiv. Zum Beispiel empfinden knapp zwei Drittel der befragten Eltern die Unterscheidung zwischen Lern- und Prüfungsphasen als entlastend für die Familie. Fast 80 Prozent der Eltern halten die Ausstellung eines Übertrittszeugnisses für alle Schülerinnen und Schüler für sinnvoll.

Verantwortung der Eltern beim Übertritt gestärkt

Die Beratung von Eltern und Schülern über die persönliche Schullaufbahn wurde in den vergangenen Jahren intensiviert. Auch die Verantwortung der Eltern beim Übertritt wurde deutlich gestärkt. So liegt die Entscheidung für den Übertritt des Kindes an das Gymnasium oder an die Realschule mittlerweile bei den Eltern, wenn im Probeunterricht in den Fächern Mathematik und Deutsch jeweils die Note 4 erreicht wird.


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Ein Kommentar vorhanden

  • Gabriele Elsinger 25.04.2019 21:55 Uhr
    "Die Eltern werden umfassend beraten und in die Entscheidung eingebunden.“
    Herr Prof. Dr. Piazolo! Themaverfehlung, setzen sechs.
    Ihre Interpretation ist thematisch sehr dünn und lässt zu wünschen übrig. Außerdem ist die Thematik ist in keinster Weise umfassend erläutert. Der Begriff "eingebunden" ist irreführend und suggeriert eine Entscheidungsfreiheit der Eltern, welche es nicht gibt. Entweder haben Sie das Thema nicht erfasst oder bewusst unangenehme Details verschwiegen. (So ähnlich würde es wahrscheinlich unter einem Aufsatz stehen.) Die Aufnahmeprüfung in ein Gymnasium hätten Sie mit diesen Ausführungen wahrscheinlich nicht bestanden.
    Außerdem wollen die Lehrer/innen das Vertrauen gar nicht, welches Sie in sie setzen. Auch der Bay. Lehrer/innen Verband fordert die Freigabe des Elternwillens, wie es in anderen 14 Bundesländern üblich. Stichwort: Chancengleichheit, Gerechtigkeit und keine Diskriminierung von bayerischen Schülern. Warum pochen Sie auf den bayerischen (wahrscheinlich sogar verfassungswidrigen) Sonderweg. Und, wie weit Sie von der Basis weg sind, äußert sich darin, dass Sie einen kind- und begabtengerechten Übergang formulieren. Es spielen sich z. T. Dramen in den Familien und Schulen ab. Aber nun gut, es vielleicht schon schwierig, sich als Professor für europäische Studien in die Seele eines 10jährigen hinzuversetzen.
    Die bayerische Übertrittsregelung ist antiquiert, sie schadet dem Kind und den Familen, sie frustriert Lehrer/innen. Die Grundschule hat andere, wichtigere Aufgaben als die Selektion für weiterführende Schulen.
    Der Lehrplan plus z.B. für die vierte Klasse hat wunderschöne Themen in Bezug auf Kompetenzentwicklung drin. Doch diese Themen sind für das Übertrittszeugnis irrelevant. Schade, Sie hätten die Chance für die Freien Wählern ergreifen sollen und sich neu positionieren können, den diese Thematik liegt vielen Eltern am Herzen. Eine vertane Chance für die Freien Wähler. Schade.
    www.uebertrittbayern.de
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