Kultusminister Siegfried Schneider sieht in den Ergebnissen der BLLV-Umfrage Zeichen für Erfolg der Initiative, die Hauptschule zu einer stark berufsorientierten Schule zu entwickeln

Die bayerische Hauptschulinitiative zeigt positive Wirkungen – und zwar für Schülerinnen und Schüler. Sie bietet ihnen eine qualitativ hochwertige Bildung an und verbessert in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die Berufschancen für Hauptschüler. "Diese ersten Ergebnisse lassen sich auch einer Umfrage des BLLV zum Problemlösungspotential der Hauptschulinitiative entnehmen", betonte Kultusminister Siegfried Schneider.

23.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

So sehen 24 Prozent der befragten Lehrkräfte, dass das Schulklima sich durch die Hauptschulinitiative merklich verbessert hat. 14 Prozent machen eine Steigerung des Lernerfolgs durch die Initiative aus. Die Quote der Hauptschüler ohne Abschluss konnte in den vergangenen sieben Jahren von 12 auf 7 Prozent gesenkt werden. 15 Prozent der Lehrkräfte begrüßen in der BLLV-Umfrage diese Entwicklung ausdrücklich.

Drei Viertel der Schulen bieten zusätzliche Praktika an

"Wenn wir den von uns eingeschlagenen Weg konsequent weiter beschreiten, kommen wir unserem Ziel immer näher, dass alle Schülerinnen und Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen." Dies betonte Kultusminister Schneider. Er hatte 2006 die Hauptschulinitiative angestoßen. Unter Nutzung der Daten einer Erhebung, die das Kultusministerium jüngst an allen bayerischen Hauptschulen durchgeführt hat, ergänzt der Minister: 75 Prozent der Hauptschulen bieten zusätzliche Praktika an, 73 Prozent der Hauptschulen haben im vergangenen Schuljahr Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung durchgeführt. Zu diesen Hauptschulen zählen z.B. die Volksschule Pfarrkirchen, die Volksschule Dentlein am Forst sowie die Hauptschulen im Landkreis Landshut. An mehr als der Hälfte aller Hauptschulen unterstützen "Paten" aus der Wirtschaft die Schüler bei der Berufsfindung. So kooperiert beispielsweise der Verein "Arbeit für Jugend e.V." mit den Hauptschulen Geretsried und Wolfratshausen, die Aktivsenioren e.V. arbeiten mit der Hauptschule an der Reichenaustraße in München und der Hauptschule Wartenberg im Landkreis Erding zusammen. "Komm in die Zukunft" kooperiert u. a. mit den Hauptschulen an der Schleißheimer Straße, an der Bernaystraße und an der Situlistraße in München.
Zwischen Minister Schneider und den Spitzenverbänden der bayerischen Wirtschaft wurde der Pakt "Hauptschule-Wirtschaft" geschlossen. "Das sind Fakten, die Mut machen und sich nicht wegdiskutieren lassen", so der Minister.
Schulamtsdirektor Peter Krell vom Staatlichen Schulamt Mühldorf am Inn fasst die ersten Ergebnisse der Hauptschulinitiative wie folgt zusammen: "Die Hauptschulinitiative wird im Landkreis Mühldorf am Inn an allen acht Hauptschulen umgesetzt. Die besonderen Chancen für die Schüler sind die vertiefte Berufsorientierung, eine genauere Vorbereitung auf das berufliche Leben und eine Erleichterung beim Einstieg in das Berufsleben. Die Maßnahmen der Hauptschulinitiative fördern die soziale Kompetenz unserer Schüler. Im Landkreis Mühldorf am Inn geben Ausbilder aus den Betrieben im Rahmen des Projektes Ausbilder in Schulen berufpraktischen Unterricht in Metall, Holz, Elektrotechnik, Verkauf und sozialem Lernen."

An 320 Standorten bereits gebundene Ganztagsklassen

Mit Blick auf die Umfrage unter Lehrkräften, die im BLLV organisiert sind, ergänzt Minister Schneider: "Einige Anliegen, die bei der Erhebung angesprochen worden waren, sind bereits umgesetzt oder werden gegenwärtig realisiert".
So verwies Minister Schneider in diesem Zusammenhang darauf: Eine stärkere individuelle Förderung der Schüler wird durch den forcierten Ausbau der Ganztagsschulen vorangetrieben. An 320 Standorten können Hauptschüler gebundene Ganztagsklassen besuchen, davon an 18 Standorten bereits in zwei Zügen. Für das kommende Schuljahr ist der weitere Aufbau von zusätzlich 100 Ganztagszügen an Hauptschulen vorgesehen. Der Freistaat Bayern investiert in jede Ganztagsklasse 12 Lehrerstunden pro Woche sowie 6.000 Euro im Jahr.
Über ein flächendeckendes Angebot an Fortbildungen werden seit Beginn der Initiative alle Lehrkräfte und Schulleiter auf die Umsetzung der Anforderungen der Hauptschulinitiative vorbereitet. Im Mittelpunkt des aktuellen Schuljahres stehen dabei die Fortbildungen zu Maßnahmen der Berufsorientierung.

Durchschnittliche Klassenstärke bei 21 Schüler

Die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei Hauptschulen deutlich unter der vom BLLV geforderten Zahl von 25 Schülern. Sie konnte zum aktuellen Schuljahr nochmals um 0,2 Schüler abgesenkt werden und liegt nun bei 21,0 Schülern. "Damit ist individuelle Förderung in einem Maße wie nie zuvor möglich", betonte Minister Schneider. 87 Prozent aller Hauptschulklassen haben maximal 25 Schüler, fast 50 Prozent nur bis zu 20 Schüler. Das Schüler-Lehrerverhältnis hat sich an Hauptschulen durch die Rahmenbedingungen, die die bayerische Staatsregierung gesetzt hat, seit 1990/1991 immer weiter verbessert. Lag es 1997/1998 noch bei 15,8 Schülern je Lehrkraft, so betrug es im Schuljahr 2007/2008 noch 13,7 Schüler pro Lehrkraft.
Rund 200 Planstellen sollen in den kommenden Haushaltsjahren dafür bereit gestellt werden, dass die Schulleiter mehr Zeit in die Führungsaufgabe einbringen können.
"Die Chancen der bayerischen Hauptschüler auf eine Ausbildungsstelle und einen Arbeitsplatz werden wir weiter verbessern", so Minister Schneider abschließend. Die Hauptschulinitiative sei dazu ein wichtiges Instrument.


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