Kultusministerin erfreut über gute PISA-Ergebnisse

Als "ein wichtiges Signal auf dem Weg in die richtige Richtung" hat die Hessische Kultusministerin Karin Wolff heute die Ergebnisse der dritten internationalen Bildungsstudie PISA bezeichnet, die von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt wurden. Erstmals erreichten deutsche Schülerinnen und Schüler in einem der drei regelmäßig getesteten Leistungsbereiche, den Naturwissenschaften, ein Leistungsniveau über dem OECD-Durchschnitt, das bedeutet Rang 8 unter den OECD-Staaten.

04.12.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Im Vergleich zu der letzten PISA-Studie konnten die 15-Jährigen in Deutschland vor allem ihre Leistungen in den Naturwissenschaften deutlich steigern. Sie erreichten 516 Punkte, was signifikant über dem OECD-Durchschnitt von 500 Punkten liegt. Damit hat sich Deutschland in den Naturwissenschaften sowohl 2003 als auch 2006 in seinem Rangplatz positiv verbessert. Ebenfalls positiv ist, dass Deutschland mit 15,4 % in Bezug auf die Risikogruppen in Naturwissenschaften erheblich unter dem OECD-Durchschnitt (19,2 %) liegt Bei den Lesekompetenzen gehört Deutschland mit einem Mittelwert von 495 Punkten zu der Gruppe, die im OECD-Durchschnitt liegt. Dabei haben sich die Leseleistungen in Deutschland gegen den OECD-Trend zwischen 2003 und 2006 wiederum leicht verbessert, gegenüber 2000 ist ein Anstieg von 11 Punkten nachweisbar. Die mathematische Kompetenz liegt 2006 im Durchschnitt bei 498 Punkten, Deutschland erreicht 504 Punkte und befindet sich damit nicht signifikant über dem OECD-Mittelwert. Allerdings kann auch hier im Vergleich zu PISA 2000 eine Verbesserung festgestellt werden, die rund einem halben Schuljahr entspricht und damit ähnlich hoch wie im Lesen ausfällt.

"Der Aufwärtstrend aus der IGLU-Grundschulstudie wird durch die aktuellen PISA-Ergebnisse klar bestätigt, denn die deutschen Schulen haben sich im internationalen Vergleich vor allem in den Naturwissenschaften deutlich verbessert", sagte Wolff. Dabei habe die massive Förderung naturwissenschaftlicher Bildung durch die Hessische Landesregierung die guten Deutschlandergebnisse bei PISA mit ermöglicht. Sie wertete es als besonders positive Entwicklung, dass sich die Kluft zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg und der Anteil der Leistungsschwachen im Gegensatz zu den Ergebnissen von PISA 2003 verkleinert habe. "Trotz dieser messbaren Verbesserungen haben wir aber noch viel zu tun, denn der nach wie vor bestehende Zusammenhang zwischen Familienherkunft und Leistung bleibt auch weiterhin eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, eine möglichst gute Basis für seinen Bildungsweg zu bekommen und deshalb muss die Integration und individuelle Förderung gerade von Kindern mit Migrationshintergrund weiter verstärkt vorangetrieben werden", so die Kultusministerin.

"Die aktuellen PISA-Ergebnisse beweisen wieder ganz deutlich, dass für gute Schülerleistungen vor allem motivierte und gute ausgebildete Lehrkräfte und ein Maximum an individueller Förderung wichtig sind", betonte die Kultusministerin. Vieles spräche auch für den Vorteil eines begabungsgerecht gegliederten Schulwesens, denn das PISA-Konsortium habe klar festgestellt, dass die Integrierten Gesamtschulen vor allem in ihren Leseleistungen, aber auch in Mathematik und Naturwissenschaften, im Durchschnitt deutlich unter denen der Realschulen lägen. Hessen habe in den letzten Jahren eine Vielzahl an Reformen umgesetzt, beginnen bei Deutsch-Vorlaufkursen über die verstärkte Förderung im Lesen und Naturwissenschaften bis hin zu den Landesprüfungen und einer reformierten Lehrerbildung. Dabei sei "der Sprung nach vorn" bei PISA vor allem "ein großer Verdienst" der hessischen Lehrerinnen und Lehrer, die das Reformprogramm erfolgreich umgesetzt und so eine "deutliche Leistungsverbesserung" ihrer Schülerinnen und Schüler mit ermöglicht hätten, betonte Wolff.


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