Sachsen

Kultusministerin wirbt für altersgemischte Klassen an kleinen Grundschulen

Um kleine Grundschulen im ländlichen Raum trotz rückläufiger Schülerzahlen zu erhalten, spricht sich Kultusministerin Brunhild Kurth für die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht aus.

02.06.2014 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

"Ich sehe in jahrgangsgemischten Klassen eine große Chance für kleine Grundschulen", sagte die Kultusministerin in Dresden. Voraussetzung dafür sei allerdings ein im Lehrerkollegium der Schule erarbeitetes pädagogisches Konzept und eine entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte. Dazu stellte die Ministerin einen Leitfaden für jahrgangsübergreifenden Unterricht vor. Er soll Schulen dabei unterstützen, die pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen für altersgemischte Klassen zu schaffen. Der Leitfaden richtet sich speziell an kleine Grundschulen, die in den kommenden Jahren absehbar regelmäßig die Mindestschülerzahlen unterschreiten. In diesen Schulen könnten die Schüler der Klassenstufen 1 und 2 sowie 3 und 4 jeweils gemeinsam unterrichtet werden. Begleitend zum Leitfaden werden ab dem kommenden Schuljahr Fortbildungen für Lehrkräfte und fachliche Beratung angeboten. "Wir lassen keine Schule allein, die sich auf den Weg machen will", sagte Kultusministerin Brunhild Kurth.

Über den Erhalt des Schulstandortes hinaus sieht die Ministerin im jahrgangsübergreifenden Unterricht auch pädagogische Vorteile. So könnten die Schüler an die altersgemischten Gruppenerfahrungen aus dem Kindergarten und ihrem Lebensumfeld anknüpfen. Sozialbeziehungen unter Kindern unterschiedlichen Alters seien möglich, was das soziale Miteinander fördern würde. Jüngere Kinder hätten die Gelegenheit, vorausgreifend von den älteren Schülern zu lernen. Die älteren Schüler oder auch die leistungsstarken könnten ihre erworbenen Kompetenzen und ihr Wissen vertiefen und festigen, indem sie den jüngeren helfen. "Wenn Sie erfahren, dass sie jüngeren Mitschülern etwas erklären können, stärkt es das Selbstbewusstsein und fördert die Persönlichkeitsentwicklung", beschrieb die Ministerin die Vorteile von altersgemischten Klassen.

Der für öffentliche Grundschulen in Sachsen neue Weg des jahrgangsgemischten Unterrichts geht zurück auf ein Konzept zum Erhalt von Schulen im ländlichen Raum, welches Kultusministerin Brunhild Kurth und Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer im vergangenen Jahr vorgelegt hatten. Infolge hatte der Sächsische Landtag im Oktober vergangenen Jahres das bis dahin geltende Schulschließungsmoratorium für Oberschulen bis zum Inkrafttreten entsprechender Änderungen des Sächsischen Schulgesetzes verlängert und auf Grundschulen ausgedehnt. Ausgenommen von dem Moratorium sind Grundschulen in den Kreisfreien Städten sowie in den Ober- und Mittelzentren des Freistaates Sachsen. Dank des Moratoriums haben kleine Grundschulen im ländlichen Raum Zeit, altersgemischte Klassen schrittweise einzuführen.

Leitfaden für jahrgangsübergreifenden Unterricht im Internet unter www.publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/22134


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