Kultusministerin Wolff: "Hervorragendes Ergebnis der Camps in den Osterferien übertrifft ursprüngliches Ziel deutlich"

Als ein hervorragendes Ergebnis bewertete Kultusministerin Karin Wolff heute die Erfolgsquote der vom Land Hessen mit 500.000 € finanzierten Camps für versetzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler in den Osterferien. "Wir haben unser ursprünglich schon sehr ehrgeiziges Ziel von 65 Prozent Versetzungsquote deutlich übertroffen, denn nach Besuch dieser Camps haben 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Klassenziel doch noch erreicht und konnten zu Beginn dieses Schuljahres zusammen mit ihren Klassenkameraden versetzt werden". Sowohl die drei externen Camps - o.camps - der Regionen Frankfurt, Wiesbaden und Kassel als auch die 29 schulbezogenen Osterferiencamps hätten hervorragende Arbeit geleistet und versetzungs- sowie abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern eine neue Perspektive eröffnet. Die Zielsetzung war eine möglichst hohe Versetzungsquote und Motivationsstärkung der beteiligten Schülerinnen und Schüler. Hessenweit wurden im vergangenen Schuljahr 2006/2007 vom 2. bis 13. April 2007 zwei verschiedene Modelle der Ostercamps angeboten.

04.10.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

o.camps

Zum einen gab es das Projekt "o.camp" unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Hamburg, das in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und mit Unterstützung von Sponsoren an den drei Standorten Wiesbaden, Frankfurt und Kassel durchgeführt wurde. Das freiwillige Angebot galt für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen an Haupt- und Real- und kooperativen Gesamtschulen, die mindestens ein "mangelhaft" hatten und damit akut versetzungsgefährdet waren, mehr als jeder dritte Teilnehmer hatte sogar zwei- oder dreimal die Vorbenotung "mangelhaft". Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund betrug 32 Prozent. Rund 50 Schülerinnen und Schüler nahmen an jedem Standort in sechs Lerngruppen an einem 12-tägigen Camp teil, das neben der fachbezogenen Lernzeit in gemeinschaftlichen Lernwerkstätten auch die Teilnahme an Projekten und gemeinsamen Freizeitaktivitäten vorsah. Eine Begleitung fand dabei durch Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Jugendleiter statt.

Vor und nach dem Camp setzten sich Paten aus dem vertrauten Umfeld für die Schülerinnen und Schüler ein. Eltern und Lehrkräfte erhielten im Nachgang individuelle Förderempfehlungen. Als Veranstaltungsorte fungierten die Reinhardtswaldschule in Fuldatal, die Familientagungsstätte in Hübingen und das Schullandheim Wegscheide in Bad Orb. Von 150 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern schafften 85 Prozent die Versetzung. Die Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Dr. Heike Kahl, lobt das Erreichte: "Es war wunderbar, wie gut alle zusammen gearbeitet haben, um das Programm ´o.camp´ erfolgreich zu machen: das Hessische Kultusministerium, die Schulämter und Schulen sowie die Lehrkräfte. Hervorzuheben sind die hoch motivierten teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, die am Ende des Schuljahres einen zusätzlichen Erfolg mit ihrer Versetzung erleben konnten. Schwerpunkt unserer Arbeit im nächsten Jahr wird es sein, die Schulen und Lehrer, aber auch die Eltern noch stärker mit einzubinden und die guten Erfahrungen in die tägliche Schularbeit mit einzubringen".

Osterferiencamps

Das Projekt "Schulbezogene Osterferiencamps" wurde parallel ebenfalls in den Osterferien für Schülerinnen und Schülern, deren Versetzung und Abschlüsse gefährdet waren, durchgeführt. Der hier praktizierte Ansatz fand schulbezogen statt: 29 Schulen nutzten die Chance und führten mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung ein- oder zweiwöchiges Camp an der eigenen Schule durch. Insgesamt nahmen an dieser Campvariante 854 Schülerinnen und Schüler teil, wobei der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei 24 Prozent lag Die Versetzungsquote in das nächste Schuljahr betrug 92,3 Prozent Obwohl auch hier eine Fokussierung auf die Abschlussklasse 9 der Hauptschule und Abschlussklasse 10 der Realschule lag, wurde die gesamte Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) abgedeckt. Die Umsetzung in den einzelnen Schulen erfolgte unterschiedlich.

"Diese Ergebnisse bestätigen ganz klar meinen Ansatz, dass auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler den Sprung in die nächste Jahrgangsstufe schaffen können, wenn sie umfassend individuell gefördert werden. Es ist deshalb nur konsequent, das erfolgreich gestartete Pilotmodell nicht nur fortzuführen, sondern es auch auszuweiten", betonte die Kultusministerin. Durch das Hinzuziehen zwei weiterer Landkreise werden zukünftig die komplette Bildungsregion Wiesbaden und Kassel sowie die Region Frankfurt externe Osterferiencamps anbieten. Parallel dazu erhalten wieder bis zu 100 Schulen hessenweit die Möglichkeit, mit finanzieller Unterstützung durch das Kultusministerium schulbezogene Lerncamps für versetzungs- und abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler durchzuführen.


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