Digital lernen

Lehramtsstudierende brauchen mehr Medienkompetenz

(red) 17 Jahre, nachdem in Deutschland die Initiative Schulen ans Netz gestartet ist, sind Computer und Internet noch immer nicht Alltag in allen deutschen Schulen. Das ergab eine [aktuelle Allensbach-Umfrage](http://bildungsklick.de/a/87462/gymnasien-bei-der-digitalisierung-fuehrend/). Immerhin 12 Prozent der befragten Lehrer bekennen, Medien spielten in ihrem Unterricht gar keine Rolle. Mangelt es an der Ausbildung? Fehlen didaktische Konzepte? Antworten dazu von Prof. Dr. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

16.04.2013 Artikel
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Wie fit sind die jungen Lehrer und die Lehramtsstudenten in Sachen Medienkompetenz?

Stefan Aufenanger: Die jungen Lehramtsstudierenden sind in Sachen Medienkompetenz nicht ganz so fit wie man immer glaubt. Sie kommen mit bestimmten Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit an die Universität, wollen diese einfach weiterführen und sind noch sehr skeptisch bezüglich des pädagogischen Einsatzes der Neuen Medien. Sie selbst benutzen sie sehr viel, insofern sind sie fit. Aber sie sind nicht fit, sie pädagogisch sinnvoll einzusetzen.

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Sind die Hochschulen denn fit in der Vermittlung?

Stefan Aufenanger: Bei den Hochschulen hapert es sehr. Das ist das größte Problem in unserem Bildungssystem, dass die Hochschulen in Sachen Medienpädagogik, Computerausstattung und beim Einsatz digitaler Medien in der akademischen Lehre weit, weit hinter anderen Ländern hinterherhinken.

Wir reden jetzt schon seit vielen Jahren über die Digitalisierung der Schule. Und nun sagen Sie, die Hochschulen sind noch immer nicht darauf vorbereitet …

Stefan Aufenanger: Es geht schleppend voran. Ich denke, wir könnten mehr machen. Im Vergleich zu internationalen Erfahrungen, die vorliegen, machen wir noch zu wenig. Es geht zwar voran. Man kann sehen, dass zum Beispiel immer mehr Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel Tablets einsetzen, auch im Grundschulbereich. Es kommt also zu einer Bewegung von unten. Aber insgesamt, also beim Gesamtkonzept: Was bedeutet es heute, in der Schule mit digitalen Medien zu arbeiten? Was muss ich medienpädagogisch können? Was muss ich fachdidaktisch können? Was muss ich mediendidaktisch können? - da fehlen noch die entsprechenden Verbindungen.

Was raten Sie jungen Lehrern, die digitale Medien in ihrer Schule einsetzen wollen?

Stefan Aufenanger: Für junge Lehrer, die selbst damit arbeiten, ist es ganz wichtig, dies in Kooperation mit anderen und vor allem mit der Schulleitung zu machen. Wir wissen, dass die Schulleitung ganz entscheidend ist. Wenn man etwas gegen die Schulleitung macht, hat man große Probleme. Ich glaube, die Eltern sind heute kein Problem mehr, sie unterstützen den Einsatz digitaler Medien. Aber es wäre ganz wichtig, mit anderen darüber zu reden, seine eigenen Erfahrungen auch weiterzugeben, andere einzubinden, Kooperationen herzustellen. Und einfach mal von unten etwas auszuprobieren. Unsere Erfahrung ist, wenn in einer Klasse solch ein Konzept gut läuft, dann fragen die Schüler und Schülerinnen bei anderen Lehrern ´Da machen wir das so, warum machen Sie das nicht?` Man wird angeregt. Es muss also von unten wachsen. Und die zweite Möglichkeit ist, innerhalb des Lehrerkollegiums eine eigene Fortbildung anzubieten: 'Ich zeige Euch mal, was ich mit dem Gerät machen kann, was ich mit dem Programm machen kann. Oder welchen mediendidaktischen Ansatz ich dort einsetze.'

Gymnasien bei der Digitalisierung führend


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