Niedersachsen

Lehrer werden besser auf Inklusion vorbereitet

(red) Angehende und bereits unterrichtende Lehrer werden zukünftig in Niedersachsen besser auf den Unterricht in inklusiven Bildungseinrichtungen vorbereitet. Das hat Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt heute im Interview mit [noz.de](http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/72268192/kultusministerin-heiligenstadt-spd-will-lehrer-besser-auf-inklusion-vorbereiten) angekündigt.

21.05.2013 Artikel
  • © MK Niederesachsen

Ein Problem bei der Einführung inklusiver Bildung an den Schulen sei die ungenügende Steuerbarkeit der Entwicklung. Man wisse nämlich nicht überall, in welchem Umfang die Eltern tatsächlich von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen würden, Kinder mit Förderbedarf auf die allgemeinen Schulen zu schicken. Das werde erst nach Abschluss der Anmeldungen möglich sein. Mit Ausnahme der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen sowie dem Schwerpunkt Sprache könnten sich Eltern in Niedersachsen auch weiterhin für einen Förderschulenbesuch ihrer Kinder entscheiden. Man wolle vorerst bei dieser Doppelstruktur bleiben, weil die Inklusion ja erst nach und nach hochwachsen werde. So werde man sich im nächsten Jahr vertieft mit den inklusiven Förderschwerpunkten Lernen und Sprache auseinandersetzen.

"In Niedersachsen haben wir uns aber für den Weg der prozessartigen Gestaltung entschieden – das heißt, wir werden nach und nach sanft umstellen. Dies erfordert in der Tat einen hohen Ressourcenaufwand. Allerdings darf man nicht vergessen: Wir wollen alle Beteiligten mitnehmen – Lehrkräfte, Eltern, Schulträger –, und dabei müssen wir auch auf vorhandene Traditionen und Strukturen Rücksicht nehmen", führte Heiligenstadt aus: "Das Verständnis für die inklusive Schule und die inklusive Gesellschaft muss sich entwickeln und kann nicht verordnet werden. Wir können hier nicht einfach einen Hebel umlegen."

Gleichwohl werde man jetzt Elemente inklusiver Pädagogik in die allgemeine Lehrerbildung einbauen. Das werd zum Teil in den Universitäten und Studienseminaren schon mit angeboten, aber das solle jetzt richtig verankert werden. Außerdem werde man in die Lehrerfortbildung investieren. Das dafür vorgesehene Budget über ein Million Euro zeichne sich als unzureichend ab und man prüfe Möglichkeiten der Aufstockung.

www.noz.de


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