Bayern

Lehrergesundheit wichtiges Anliegen des Freistaat Bayerns

Dem Freistaat Bayern ist die Gesundheit seiner Lehrkräfte ein wichtiges Anliegen. Dies gilt ganz besonders angesichts der gestiegenen Herausforderungen im Bildungsbereich wie etwa der gemeinsamen Aufgaben von Integration oder Inklusion. Nur Lehrkräfte, die motiviert sind und sich ihrem anspruchsvollen Beruf gewachsen fühlen, können die Schülerinnen und Schüler so fördern, dass sie ihre individuellen Talente und Begabungen entfalten und gute Lernergebnisse erzielen können.

08.04.2014 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

In den vergangenen Jahren wurden deshalb die Rahmenbedingungen für die Lehrkräfte in Schule und Unterricht stetig verbessert. Hierzu gehören auch die zahlreichen positiven Entwicklungen in der bayerischen Schullandschaft, die Ergebnis der massiven Investitionen im Bildungsbereich sind.

Hierzu gehören etwa:

  • Bis 31.08.2014 schrittweise Absenkung der Lehrerarbeitszeit in allen Schularten um insgesamt eine Unterrichtsstunde
  • Kontinuierliche Reduzierung der Klassenstärken an allen Schularten, z.B. allein an den Grundschulen von 23,4 Schülern je Klasse im Schuljahr 2003/2004 auf 21,2 Schülern je Klasse im aktuellen Schuljahr.

Bayern bereits in allen vom Aktionsrat benannten Handlungsfeldern aktiv In den vergangenen Jahren hat der Freistaat Bayern darüber hinaus ganz gezielt in die Lehrergesundheit investiert. Hierzu gehören auch Maßnahmen zur Prävention psychischer Belastungen bei Lehrkräften. Diese Maßnahmen erstrecken sich auf alle heute in der Studie des Aktionsrats Bildung benannten Handlungsfelder zur Prävention von Burnout-Erkrankungen.

Hierzu gehören etwa:

Im Handlungsfeld "Unterstützung der Interessenten für das Lehramtsstudium vor der Aufnahme und während des Studiums":

  • umfangreiches Angebot an Eignungsberatungen vor und während des Studiums an den meisten bayerischen Universitäten
  • verpflichtendes Orientierungspraktikum für alle Lehramtsstudierende zur Eignungsüberprüfung vor dem Studium im Umfang von 3-4 Wochen
  • verpflichtendes pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum im Umfang von rund 150 Unterrichtsstunden in zwei aufeinanderfolgenden Schulhalbjahren inkl. einer verpflichtenden Teilnahme an einer Begleitveranstaltung der Universität

Im Handlungsfeld "Förderung von Lehrerkompetenzen als Burnout-Prävention an Schulen":

  • Umgang mit beruflichen Belastungen fester Teil des erziehungswissenschaftlichen Studiums
  • Entwicklung der Selbstkompetenz als Lehrkraft integrierter Bestandteil der Ausbildung von Lehrkräften im Rahmen des Vorbereitungsdienstes
  • Einrichtung von Beauftragten für Lehrergesundheit an den neun staatlichen Schulberatungsstellen: Die insgesamt neun Beauftragten koordinieren Fortbildungen von Teams von insgesamt 62 Schulpsychologen. Diese bieten eine große Bandbreite an Themen: von kollegialer Fallberatung, über Zeit-, Ressourcen- und Stressmanagement bis hin zu Klassenführung, Konfliktmanagement und Gesprächsführung. In die Fortbildungen flossen auch die Erfahrungen des Projekts "LeguPan - Lehrergesundheit und Prävention" mit ein. Das Projekt wurde von 2009 bis 2013 gemeinsam von der LMU, der Klinik Roseneck sowie dem Kultusministerium durchgeführt.
  • Deutliche Erhöhung der Mittel für Fortbildungen zum Thema Lehrergesundheit in den vergangenen Jahren: Im Vergleich zum Jahr 2011 stiegen die Mittel hierfür im Etat des Kultusministeriums im Jahr 2013 um mehr als ein Drittel.

Im Handlungsfeld "Organisationsentwicklung durch Förderung von Kooperation, Entwicklung sozialer Unterstützungssysteme und sozialer Netzwerke sowie soziale Unterstützung und Kooperation zwischen Lehr- und Leitungspersonal"

  • schrittweise Einführung der erweiterten Schulleitung an Gymnasien, Realschulen und beruflichen Schulen: Diese ermöglichen eine erhöhte Zahl an Mitarbeitergesprächen, mehr Feedback und Unterstützung durch Vorgesetzte und ein frühzeitiges Erkennen von Belastungssituationen für die einzelne Lehrkraft.
  • Vielzahl an Fortbildungen zum Thema Lehrergesundheit für Schulleitungen durch die entsprechenden Beauftragten an den staatlichen Schulberatungsstellen sowie der ALP Dillingen: Dabei steht auch die Sensibilisierung für psychische Belastungen von Lehrkräften im Vordergrund.

Im Handlungsfeld "Entwicklung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements in Bildungsinstitutionen"

  • Handlungsleitfaden des Freistaats Bayern zum Behördlichen Gesundheitsmanagement: Dieser steht den Lehrkräften über einen passwortgeschützten Internetauftritt zur Verfügung.
  • Möglichkeit eines betrieblichen Eingliederungsmanagements durch die Schulleitung an allen bayerischen Schulen: Dies umfasst ab einer bestimmten Erkrankungsdauer auch die Möglichkeit einer Verringerung der Arbeitsbelastung sowie spezielle Hilfsangebote.

Das bayerische Kultusministerium sieht es als eine wichtige Zukunftsaufgabe an, sich weiter engagiert um die Gesundheit seiner Lehrkräfte zu kümmern. Die Studie des Aktionsrats Bildung liefert dafür einige hilfreiche Erkenntnisse.


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