Lehrermangel: Eltern fordern bessere Rahmenbedingungen für Lehrkräfte, kleinere Klassen, mehr berufsbegleitende Unterstützung
Die Landeselterninitiative für Bildung fordert die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte im Saarland zu verbessern, um dem Lehrermangel entgegen zu wirken. "Es ist nicht nur das Gehalt, was zählt", so die Eltern. Im Saarland sind die Lehrkräfte zu stark belastet. Nirgends scheiden mehr Lehrkräfte (35 %) vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit aus dem Schuldienst aus, obwohl Abschläge bei der Pensionierung hingenommen werden müssen. Von allen Bundesländern belegt das Saarland hier den letzten Platz. Zu diesem Ergebnis kam der "Bildungsmonitor 2008" des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.
25.02.2009 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Es gilt zu allererst, die Rahmenbedingungen, unter denen Lehrer arbeiten müssen, zu verbessern. Insoweit haben sie die Unterstützung der Eltern, denn sie sind das Fundament des Bildungssystems. Schwerpunkte müssen auf ihrer praxisnäheren Ausbildung insbesondere für individuell förderndes Lernen und auf Supervision als berufsbegleitende Unterstützung liegen. Schulen brauchen Berater für eine systematische Entwicklung der Lernkultur. In kleineren Klassen und bei einem besseren Tagesrhythmus können Lerndefizite und individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer erkannt werden, sie können umfassender und gründlicher aufgearbeitet werden. Im Saarland sind die Klassen zu groß. Im Durchschnitt waren im Schuljahr 2007/08 mit 25,5 Schülern pro Klasse an allen allgemein bildenden Schulen (Sekundarstufe I) die zweitgrößten Klassen aller Bundesländer gebildet (Gymnasien: 27,7 Schüler je Klasse = 10. Platz unter den Bundesländern; Erweiterte Realschulen: 22,5 = zweitschlechtester Platz; Gesamtschulen 27,8 = zweitschlechtester Platz). Das bringe nach Meinung der Eltern mit sich, dass die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns für die Schüler im Saarland durch eine unzureichende Personalausstattung der Schulen (Sekundarstufe I) bundesweit mit am schlechtesten sei.
(Nachweis: Statistisches Bundesamt "Bildung und Kultur" Schuljahr 2007/08, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.1.1, 2.3 und 3.3; erschienen Oktober 2008)
Keine Kommentare vorhanden