Bayern

Lehrermangel: Keine Besserung in Sicht

Trotz massiver Proteste tausender Pädagogen, trotz zahlreicher Appelle und Argumente - der Landtag hat den Entwurf des Doppelhaushalts 2011/12 gebilligt. "Das ist ein schwerer Schlag für alle Schüler, Eltern und Lehrer", kommentierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, die Entscheidung vom Donnerstag.

08.04.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Es ist nicht gelungen, die Regierungsfraktionen CSU und FDP davon zu überzeugen, dass Personalmangel an den Schulen zu einem Qualitätsverlust führt und jungen Menschen das Recht auf beste Lern- und Arbeitsbedingungen verwehrt wird", bedauerte er. "Angesichts der Missstände an vielen Schulen wäre es dringend nötig gewesen, in Bildung zu investieren und zusätzliche Lehrerstellen zu schaffen", sagte Wenzel. Besserung sei nun nicht in Sicht.

Der Haushalt enthält nach wie vor Streichungen, Kürzungen und personelle Umschichtungen. Das sorgte schon im Vorfeld für heftige Diskussionen. Unstrittig ist inzwischen aber, dass den neu ausgewiesenen Lehrerstellen Sperrungen in vergleichbarer Höhe gegenüber stehen. "Der Doppelhaushalt löst das Kernproblem Lehrermangel nicht", kritisierte Wenzel. "Im Schnitt brauchen die Schulen

20 Prozent mehr Personal", wiederholte er seine Forderung. Nur so könne die Unterrichtsversorgung aufrecht erhalten und nur so könnten Reformen umgesetzt werden. "Von dem ehrgeizigen und berechtigten Ziel Spaenles, jeden Schüler individuell zu fördern, spreche ich noch gar nicht."

Der Tag gestern sei kein guter Tag für Bayerns Schulen gewesen. "Die Politik hat wieder einmal ein falsches Signal ausgesendet und zieht so den Ärger der Bevölkerung auf sich." Nicht umsonst hätten erst am vergangenen Wochenende über 2000 Eltern und Schüler auf dem Münchner Odeonsplatz für mehr Lehrer und kleinere Klassen demonstriert.


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