Gymnasiale Oberstufe

Lehrerumfrage: Länderübergreifendes Abitur und einheitliche Bewertung gefordert

Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern wünschen sich mehrheitlich ein länderübergreifendes Abitur bei gleichzeitiger Vereinheitlichung der Bewertungsmaßstäbe für Klausuren und Abiturprüfungen.

09.08.2016 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
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Das geht aus einer repräsentativen Umfrage zur Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe hervor, die das Bildungsministerium Ende des Schuljahres 2015/2016 durchgeführt hat. An der Umfrage haben sich insgesamt 1.505 Lehrkräfte beteiligt.

„Lehrerinnen und Lehrer unterstützen die Bestrebungen, das Abitur bundesweit zu vereinheitlichen“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Kultusministerkonferenz für weitere Vereinheitlichungen stark gemacht und bei den jüngsten Beschlüssen durchsetzen können. Bemerkenswert finde ich die Umfrageergebnisse zu den einheitlichen Bewertungsmaßstäben: Auch hier spricht sich eine deutliche Mehrheit der Lehrkräfte für einen konsequenten Kurs aus“, so Brodkorb.

Laut Umfrage befürwortet der überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer fünf verbindliche Abiturprüfungen. Hierunter sollen sich die Kernfächer Deutsch und Mathematik sowie eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft befinden. Darüber hinaus wünschen sich die Lehrkräfte mehrheitlich die Rückkehr zum Unterricht in Grund- und Leistungskursen zumindest in den Kernfächern. Zudem sollte die Zahl der Hauptfächer wie in anderen Ländern auf vier begrenzt werden.

„Das Ergebnis der Umfrage ist für uns eine wichtige Expertenstimme“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen können am besten beurteilen, wie sinnvoll mögliche Änderungen beim Abitur sind. Viel zu oft ist seit der Wende Politik gegen die Fachmeinung der Lehrkräfte gemacht worden. Die Politik tut gut daran, auf die eigenen Experten zu hören. Ich wünsche mir daher in der nächsten Legislaturperiode eine Reform des Abiturs auf dieser Grundlage“, sagte Brodkorb.

Ferner spricht sich mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage dafür aus, auf Änderungen in der Jahrgangsstufe 10 als Einführungsphase des Abiturs zu verzichten. Mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer plädiert auch dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler mit Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 den Abschluss der Mittleren Reife erwerben sollen. Eine zentrale Prüfung für Jugendliche, die die Schule nach Klasse 10 verlassen möchten, lehnen sie damit mehrheitlich ab.


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