Leistungen von G-8 Schülern nicht schlechter als die von G9-Schülern
Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs (G8) sind nicht schlechter als die der Schülerinnen und Schüler des neunjährigen gymnasialen Bildungsgangs (G9). In einem aktuellen Leistungsvergleich des Kultusministeriums für das erste Jahr der gymnasialen Oberstufe schnitten die G8-Schülerinnen und Schüler zum Teil sogar besser ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die ein Jahr länger die Mittelstufe besucht haben.
30.05.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenInsgesamt zeigt die Auswertung, dass es nur geringe Leistungsunterschiede zwischen den beiden betrachteten Gruppen gibt. Auf einzelne Fächer bezogen ergeben sich Abweichungen von maximal 0,2 Notenpunkten auf der KMK-Notenskala (0 bis 15 Punkte). Das entspricht im klassischen Notensystem von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) einer Differenz von weniger als einer Zehntelnote. So schneiden die G8-Schülerinnen und -Schüler etwa in den Fächern Französisch, Spanisch, Geschichte, Mathematik, Biologie, Chemie und Physik besser ab, während die G9-Schülerinnen und -Schüler in den Fächern Deutsch, Englisch, Latein sowie Politik und Wirtschaft leicht im Vorteil sind. Im Durchschnitt über alle Fächer zeigt sich sogar ein leichter Vorteil von 0,02 Notenpunkten für die Schülerinnen und Schüler des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs.
Verglichen wurden die aktuellen Leistungsdaten von Schülerinnen und Schülern, die im Schuljahr 2010/11 in die gymnasiale Oberstufe eingetreten sind. Darunter war in diesem Schuljahr erstmals eine größere Zahl von Schülerinnen und Schülern, die den verkürzten gymnasialen Bildungsgang durchlaufen haben, also eine um ein Jahr verkürzte Mittelstufe. Der Anteil der G8-Schülerinnen und -Schüler in der Einführungsphase beträgt in diesem Jahr rund 35 Prozent. Einen ausführlichen Überblick über die Ergebnisse des Vergleichs finden Sie in der Anlage auf S. 3 und 4.
Die im Vorfeld häufig geäußerte Befürchtung, die Leistungen der G8-Schülerinnen und –Schüler könnten hinter denen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler zurückbleiben, hat sich somit nicht bestätigt. "Jetzt zeigt sich, dass Hessen die Schulzeitverkürzung sorgfältig umgesetzt hat", sagte Kultusministerin Dorothea Henzler. "Mit dem 2008 verabschiedeten 11-Punkte-Programm wurden nochmals Anpassungen vorgenommen, die zwischenzeitlich ihre Wirkung entfaltet haben." Die Maßnahmen dieses Programms, wie etwa eine nochmalige Anpassung der Lehrpläne zum Schuljahr 2008/2009, die Reduzierung der Klassengrößen und der Ausbau der Ganztagsangebote seien in den vergangenen Jahren sukzessive umgesetzt und für die gymnasiale Oberstufe konsequent weiterentwickelt worden. Seit Beginn dieses Schuljahres werde auch dort mit überarbeiteten Lehrplänen gearbeitet. "Mit der Einführung der Bildungsstandards in der Mittelstufe gehen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter", sagte die Ministerin.
"Das Ergebnis des Leistungsvergleichs zeigt besonders, dass die Schulen und vor allem die unterrichtenden Lehrkräfte die Herausforderungen von G8 angenommen, die in den vergangenen Jahren erweiterten Gestaltungsspielräume sinnvoll genutzt und so diesen Erfolg für die Schülerinnen und Schüler möglich gemacht haben", sagte Henzler. "Bis zum Abitur 2013 werden wir die Leistungsdaten im Vergleich weiter evaluieren, zusätzliche Entlastungen für die Organisation der Abiturjahrgänge einplanen und weiterhin den Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen, der Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler pflegen."
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