Lernstandserhebungen – und dann?

"Der VBE begrüßt, dass die Lernstandserhebungen von der 9. auf die 8. Klasse vorgezogen worden sind, damit vor dem Schulabschluss noch mehr Zeit für eventuelle Fördermaßnahmen bleibt", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wir bleiben aber dabei, dass diese Lernstandserhebungen Rückmeldungen an die Schulen sein müssen und nicht für öffentliche Rankings benutzt werden dürfen."

16.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Dass die Festlegung von Bildungsstandards die Überprüfung nach sich ziehen muss, ob diese Standards in den einzelnen Schulen auch erreicht werden, zieht der VBE nicht in Zweifel. Es muss aber immer wieder darauf hingewiesen werden, dass die Überprüfung alleine noch nicht zu Verbesserungen führt.

"Wenn Defizite festgestellt werden, muss es auch entsprechende Konzepte geben, wie diese Defizite behoben werden können", so Beckmann weiter. "Dazu brauchen die Schulen Beratung und Unterstützung. Hieran krankt es aber nach wie vor vielfach."

Für die eine Schule kann eine zeitweise wissenschaftliche Begleitung nötig sein, während an der anderen vielleicht eine Aufstockung der Förderangebote unverzichtbar ist. In jedem Fall sind auf die einzelne Schule zugeschnittene Konzepte und Maßnahmen gefragt. Den Schulen muss Gelegenheit gegeben werden, ihre Schlüsse aus den Ergebnissen zu ziehen und entsprechende Lösungen zu finden.

"Dass der Aufdeckung von Defiziten die Behebung derselben folgen muss und für letzteres Zeit, bisweilen auch Geld oder zusätzliches Personal gebraucht wird, hat sich aber als Erkenntnis in der Politik offenbar noch nicht durchgesetzt", so Beckmann weiter. "Diese logische Abfolge sollte aber die Konsequenz aus den PISA-Ergebnissen sein."

Wenn dies aber der Sinn der Lernstandserhebungen sein soll, verbietet es sich von selbst, deren Ergebnisse für öffentliche Schulrankings zu benutzen.

"Kein Unternehmen würde die Ergebnisse interner Qualitätsüberprüfungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen", so Beckmann abschließend. "Sie werden intern benutzt, um Verbesserungen herbeizuführen."


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