Letzte Schultage für 28 Grundschulstandorte – Eltern fordern Qualitätsverbesserung ein
Mit dem Ende des laufenden Schuljahres werden im Saarland an 28 Standorten Grundschulen geschlossen. Darauf hat die Landeselterninitiative für Bildung aufmerksam gemacht. "So konsequent, wie die Schließung der Schulen, die wir weiterhin für falsch halten, umgesetzt wird, kommt die versprochene Qualitätsverbesserung nicht voran", sagte der Sprecher der Elterninitiative Bernhard Strube. Die Schulen seien nicht ausreichend vorbereitet und weiteran Grundschulen nicht ausgebildet, individuelle Förderung aller Kinder lasse auf sich warten. Nur einen Ordner mit Anleitungen für fördernden Unterricht im 1. und 2. Schuljahr zur Verfügung zu stellen und die Schulen zu inspizieren, reiche für bessere Qualität
29.06.2007 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Durch die Schließung der Grundschulen, beklagen die Eltern, habe der Anteil der Klassen mit 21 bis 25 Schülern um 34,4 % zugenommen (von 713 bei insges. 2 016 auf 832 bei insges. 1 750), der Anteil der Klassen mit 26 und mehr Schülern habe um 131,5 % zugenommen (von 109 bei insges. 2 016 auf 219 bei insges. 1 750) (Nachweis: Statisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen 2006/07, Tabelle 1.5). Im Saarland seien an den allgemein bildenden Schulen die zweitgrößten Klassen aller Bundesländer gebildet (Nachweis: Statistisches Bundesamt "Bildung und Kultur" Schuljahr 2005/06, Fachserie 11, Tabellen 2.3 und 3.3; erschienen Oktober 2006).
Die Eltern betonen, Schule sei während der letzten Jahre schwieriger geworden. In kleinen Klassen entwickele sich ein besseres Sozial-, Arbeits- und Lernklima; es bestehe mehr Raum und Zeit für persönliche Entfaltung und persönliches Engagement - sowohl für Schüler als auch für Lehrer. In kleineren Klassen würden Lerndefizite und individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer erkannt, sie könnten umfassender und gründlicher aufgearbeitet werden. Der Unterricht gewänne an Intensität und Qualität. Lehrer würden deutlich entlastet. Sie könnten mehr zum beratenden und fördernden Begleiter werden, könnten ihn individualisierender gestalten, könnten Schule zum Lebens- und Erfahrungsraum entwickeln. Elemente, die eine gute Schule ausmachen, könnten stärker zum Tragen kommen, z.B. innere Differenzierung durch differenzierteres Unterrichtsmaterial, z.B. eine Klassenführung, die auf eine Erhöhung der aktiven Lernzeit ausgerichtet ist.
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