Massive Kritik am aktuellen Deutschunterricht

Anlässlich des am Mittwoch, 21. Februar, weltweit anstehenden UNESCO-Tages der Muttersprache hat der Deutsche Lehrerverband (DL) die Schulen und die Schulpolitik aufgefordert, den Deutschunterricht wieder ernster zu nehmen sowie hinsichtlich Zielsetzung und Unterrichtstunden breiter anzulegen.

20.02.2007 Pressemeldung Deutscher Lehrerverband (DL)

DL-Präsident Josef Kraus kritisiert in diesem Zusammenhang, dass sich der Deutschunterricht inhaltlich und methodisch immer mehr verengt habe. Wörtlich sagte Kraus: "Im Deutschunterricht haben sich schreckliche Moden breitgemacht - die Moden etwa, Schülern das Lesen längerer Texte zu ersparen, sich bei ihnen mit einem rudimentären Wortschatz zu begnügen und von ihnen statt des Anfertigens komplexer Textpassagen nur noch das Zustöpseln von Lückentexten zu verlangen." Zudem, so Kraus, habe der Deutschunterricht schwer unter dem Diktat gelitten, seine Ergebnisse müssten PISA-tauglich per Kreuzchentest abprüfbar sein.

"Jugend soll gegen Anglizismen angehen"

Entgegen diesen Entwicklungen, so Kraus, müssten die Schulen bei den Heranwachsenden das Gefühl für die deutsche Sprache stärken und deren sprachliche Kreativität fördern. Eine von vielen Möglichkeiten dazu sei es, mit den Schülern regelmäßig um Wortschöpfungen zur Eindeutschung überflüssiger Anglizismen zu ringen. In diesem Zusammenhang fordert Kraus die Schulen auf, sich an der seit einem Jahr bestehenden "Aktion Lebendiges Deutsch" (ALD) zu beteiligen oder gar innerschulische Wettbewerbe dazu durchzuführen. Die "Aktion Lebendiges Deutsch" ist seit einem Jahr tätig; sie findet über bundesweit mehr als fünfzig Zeitungen Resonanz und hat seitdem Politik, Wirtschaft, Werbung und Publizistik mit zahlreichen Impulsen erreicht. Die Anschrift zum Netzauftritt der ALD lautet: www.aktionlebendigesdeutsch.de


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