MBWWK-Stellungnahme zu CDU-Meldung Vertretungslehrer
"In Rheinland-Pfalz werden bei befristeten Verträgen mit Lehrkräften nicht gezielt die Sommerferien ausgespart, um zu sparen." Mit dieser Feststellung wies der Sprecher des Bildungsministeriums, Wolf-Jürgen Karle, einen entsprechenden Vorwurf der [CDU im Landtag](http://www.cdu-fraktion-rlp.de/no_cache/presseinformationen/details/artikel/5717/22/index.html?cHash=0317b96912) zurück. "Von ,prekären Beschäftigungsverhältnissen` kann in diesem Zusammenhang schon gar keine Rede sein. Die von der CDU in die Welt gesetzten Zahlen sind reine Spekulation", so der Sprecher weiter.
14.05.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzFakt sei:
Der Vergleich von Vertretungsverträgen beispielsweise mit Leih- und Zeitarbeitsverträgen in der Wirtschaft hinkt. Zeitlich befristete Vertretungsverträge in den Schulen werden abgeschlossen, um einen bestehenden Vertretungsbedarf zu decken – also um eine dauerhaft beschäftigte Lehrkraft zu ersetzen, die beispielsweise längere Zeit wegen Krankheit oder wegen der Wahrnehmung von Erziehungszeit ausfällt. Diese Lehrkraft hat allerdings ein Anrecht auf Rückkehr auf ihre Stelle. Daher sind die Vertretungsverträge zwingend befristet.
Wenn bei Abschluss eines Vertretungsvertrages sicher ist, dass der Vertretungsbedarf über ein Schuljahr hinausgeht und auch im nächsten Schuljahr weiter besteht, werden Vertretungsverträge auf einen Zeitpunkt sechs Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres befristet, die Sommerferien also mit eingeschlossen.
Die Zunahme der registrierten arbeitslosen Lehrkräfte in den Sommerferien hat neben dem Auslaufen von Vertretungsverträgen, bei denen es sicher oder wahrscheinlich ist, dass der Vertretungsbedarf im neuen Schuljahr nicht mehr besteht, zum Schuljahresende einen weiteren Grund darin, dass die zweite Phase der Lehramtsausbildung in diesem Zeitraum endet. Das Einstellungsverfahren für das neue Schuljahr beginnt allerdings bereits mit dem Auslaufen des alten Schuljahres und zieht sich über die Sommerferien hin. Absolventinnen und Absolventen befinden sich also in dieser Zeit in einer Übergangsphase. Rheinland-Pfalz bildet im Ländervergleich sehr viele Lehrkräfte aus, zuletzt besuchten rund 3.000 angehende Lehrkräfte die Studienseminare.
Rheinland-Pfalz beschäftigt derzeit mehr als 41.000 hauptamtliche und hauptberufliche Lehrkräfte. Die Zahl der Vertretungsverträge deckte im vergangenen Jahr monatsdurchschnittlich einen Umfang von etwa 2.000 Vollzeitstellen, aktuell sind es rund 2.300 Stellen.
Um mehr jungen Lehrkräften schon frühzeitig eine dauerhafte Lebensperspektive zu eröffnen, baut das Land Rheinland-Pfalz – als eines von ganz wenigen Bundesländern – einen Vertretungspool mit Beamtenstellen auf, der bereits 200 Stellen umfasst und bis 2016 auf 1.000 Stellen ausgebaut werden soll. Die dort beschäftigten Lehrkräfte verpflichten sich über drei Jahre hinweg längerfristige Vertretungen an verschiedenen Schulen zu übernehmen. "Die Forderung der CDU nach einem festen Vertretungslehrerpool ist also bereits erfüllt, damit werden allerdings auch in Zukunft zeitlich befristete Vertretungsverträge nicht vollständig ersetzt werden können", so der Ministeriumssprecher.
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