Hamburg

Mehr Abiturienten, mehr Oberstufenschüler, weniger Klassenwiederholer

Deutlich mehr Schülerinnen und Schüler als bislang bekannt haben im letzten Schuljahr ihre Schullaufbahn mit dem Abitur abgeschlossen. Die jetzt vorgelegte vollständige Herbststatistik belegt: Zu den bereits bekannten 12 176 Abiturienten (inkl. G8) kommen noch weitere 2 714 Schülerinnen und Schüler, die an beruflichen Schulen die die Hochschul- oder die Fachhochschulreife erlangt haben.

10.05.2011 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Schulsenator Rabe zeigt sich erfreut: "Der Zugang zu vielen Berufen wird immer anspruchsvoller, das Abitur öffnet hier viele Türen. Dennoch ist für viele Schüler der direkte Weg vom Mittleren Bildungsabschluss in die berufliche Ausbildung ebenfalls eine hervorragende Chance. Die Bedingungen des Hamburger Ausbildungsmarkts haben sich verbessert und bieten neue Chancen."

Gleichzeitig ist die Zahl der Oberstufenschüler/-innen an Stadtteilschulen und Gymnasien erheblich angewachsen, um knapp 10% im Vergleich zum Vorjahr. Mit dem im Rahmen des "Schulfriedens" von der SPD durchgesetzten Angebot an jeder Stadtteilschule 11. Klassen, also die Eingangsstufe der Oberstufe, einzurichten, sollten einerseits die "kleinen", also aus Haupt- und Realschulen hervorgegangenen Stadtteilschulen gestärkt und andererseits mehr Schüler/-innen ein attraktiver Anschluss direkt an Ihrer Schule und im gewohnten Umfeld gemacht werden, um ihnen bessere Chancen auf das Abitur zu eröffnen.

Knapp 1 000 Schülerinnen und Schülern haben dieses Angebot angenommen und so erfolgreich die Basis der "kleinen" Stadtteilschulen gestärkt. Schulsenator Ties Rabe: "Mit den zusätzlich eingerichteten 11. Klassen besteht die berechtigte Hoffnung auf weiter wachsende Abiturientenzahlen in Hamburg".

Während in anderen Bundesländern die Schülerzahlen rückgängig sind, bleibt in Hamburg dieser Effekt aufgrund der Zuwanderung aus.

Wegen der Entfusionierung vieler Schulen als Folge des Volksentscheids und daraus resultierender organisatorischer Herausforderungen wurde die so genannte Herbststatistik von den Vorgängersenaten nicht fertig gestellt. Schulsenator Rabe legt jetzt die vollständigen Daten vor.

Die aktuelle Statistik zum Schuljahr 2010/11 mit den Hamburger Schülerzahlen (Stand: September 2010) ist unter www.hamburg.de/schulstatistiken veröffentlicht. Die wichtigsten Zahlen sind im Folgenden aufgeführt:

  • Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an den staatlichen und nichtstaatlichen Schulen in Hamburg ist - infolge des doppelten Abiturjahrgangs 2010 - leicht gesunken und zwar von 235 842 um 4 420 (- 1,9 %) auf 231 422 (ohne Vorschulklassen und Erwachsenenbildung).
  • 210 867 dieser Schülerinnen und Schüler besuchen staatliche Schulen, 20 555 (8,9 %) Schulen in freier Trägerschaft (Vorjahr 8,6 %).
  • Deutliche Rückgänge gegenüber dem Vorjahr sind bei den Gastschülern aus Schleswig-Holstein zu verzeichnen: Von 6 226 verringert sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein um 652 (- 10,5 %) auf 5 574.
  • 7 258 Schülerinnen und Schüler besuchen Vorschulklassen, das sind 262 (+ 3,7 %) mehr als im Vorjahr.
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den staatlichen und nichtstaatlichen Grundschulen (Klassenstufe 1 bis 4; einschließlich Stufe 5 der 6-jährigen Grundschule) ist von 57 106 um 1 095 (= + 1,9 %) auf 58 201 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Klassenstufe 1-4 um 145 (= + 0,3 %) Schülerinnen und Schüler.
  • An Sonderschulen (ohne Vorschulklassen) werden 2010/11 insgesamt 411 Schülerinnen und Schüler weniger unterrichtet (- 5,8 %) als im Vorjahr, davon an Speziellen Sonderschulen 69 Sch (- 1,8 %) und an Förderschulen 342 (- 10,4 %).
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den staatlichen und nichtstaatlichen Stadtteilschulen (Stadtteilschule und auslaufende Haupt- und Realschulformen, einschließlich der Aufbaugymnasien und des doppeltqualifizierenden Bildungsgangs), ist von 54 206 um 417 (0,8 %) auf 53 789 gefallen.
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den staatlichen und nichtstaatlichen Gymnasien ist in der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 5 bis 10) infolge des Anmeldeverhaltens der Eltern erneut gestiegen: von 40 349 um 570 (+ 1,4 Prozent) auf 40 919.
  • 3 992 Schülerinnen und Schüler besuchen im laufenden Schuljahr die Jahrgangsstufe 11 der Stadtteilschulen. Im Schuljahr 2009/10 besuchten 2 440 Schülerinnen und Schüler die 11. Jahrgangsstufe der Gesamtschulen und Aufbaugymnasien.
  • Die Schülerzahl in der Sekundarstufe II der Gymnasien (Jahrgangsstufen 11 bis 12/13, ohne Aufbaugymnasien) ist von 16 341 um 4 780 (- 29,3 %) auf 11.561 infolge des doppelten Abschlussjahrganges 2010 zurückgegangen. Ohne Berücksichtigung des letzten G 9-Jahrganges aus dem Schuljahr 2009/10 sind die Schülerzahlen in der Sekundarstufe II der Gymnasien von 10 615 um 946 (+ 8,9%) auf 11 561 gestiegen.
  • Die Schülerzahl an der Sekundarstufe II der Stadtteilschule (Jahrgangsstufen 11 bis 13) ist von 8 028 um 827 (10,3 %) auf 8 855 gestiegen.
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den staatlichen und nichtstaatlichen berufsbildenden Schulen ist von 60 738 um 477 (- 0,8 %) auf 60 261 gesunken; im Bereich der dualen Ausbildung (Berufsschulen, mit Ausbildungsvertrag) um 85 (- 0,2 %).
  • Die Zahl der Wiederholerinnen und Wiederholer einer Klassenstufe an den staatlichen und nichtstaatlichen allgemeinen Schulen (ohne Sonderschulen und Erwachsenenbildung) konnte von 4 497 um 1 177 (- 26,2 %) auf 3 320 gesenkt werden.
  • 2010 haben 7 803 Schülerinnen und Schülern (48,4 %) der Schulentlassenen von allgemeinbildenden Schulen (ohne erster Jahrgang G 8) die allgemeine Hochschulreife erworben, rechnet man den ersten Jahrgang G8 dazu, sind es sogar 59,0 % (12 176 Schülerinnen und Schüler). Die Abitur-Quote an den allgemeinbildenden Schulen lag im Vorjahr bei 44,1 %. An beruflichen Schulen haben außerdem 680 Schülerinnen und Schüler die Hochschul- und 2 034 die Fachhochschulreife erlangt. Insgesamt haben also 8.483 junge Hamburgerinnen und Hamburger im letzten Jahr die Hochschulreife erworben..
  • Bei den Quoten der Schulabgänger, die ohne Abschluss eine allgemeinbildende Schule verlassen, ist im Gegenzug ein deutlich rückläufiger Trend zu beobachten: Mit jetzt 7,7 % (1 220 Schülerinnen und Schüler, darunter mehr als die Hälfte aus Sonder- oder Förderschulen) erreicht die Quote den niedrigsten Wert überhaupt.
  • 54,8 % aller Abiturienten sind weiblichen, entsprechend 45,2 % männlichen Geschlechts. Bei den Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss sowie mit Haupt- oder Realschulabschluss überwiegen dagegen die Jungen: 57,8 % der Schulentlassenen ohne Abschluss sind männlich, bei den Abgängern mit Hauptschulabschluss sind es 56,8 %, bei den Abgängern mit Realschulabschluss 52,1 %.

Die Tabellen der Statistik des Schuljahres 2010/11 sind im Internet zu finden unter www.hamburg.de/schulstatistiken.


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