Realschullehrer NRW

Mehr Anstrengungen für die ökonomische Bildung

Dass es um die ökonomische Bildung in Deutschland schlecht bestellt ist, darf inzwischen als Konsens gelten. Wissenschaftler wie Prof. Dr. Thomas Retzmann (Uni Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Volker Bank (TU Chemnitz) forderten heute bei einer Fachtagung des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) nachdrücklich mehr Anstrengungen für die ökonomische Bildung.

08.11.2013 Pressemeldung lehrer nrw

Denn der Weg zum "mündigen Wirtschaftsbürger", der ökonomische Zusammenhänge versteht und in kluges, verantwortungsvolles persönliches Handeln umsetzt, ist noch sehr weit. Ein erster Schritt auf diesem Weg war der Modellversuch "Wirtschaft an Realschulen", der im kommenden Jahr ausläuft. Die Bilanz – sowohl der 70 teilnehmenden Schulen als auch des Schulministeriums – fällt eindeutig positiv aus. Was liegt also näher, als diesen Modellversuch zu institutionalisieren und das Fach Wirtschaft als Kernfach einzuführen?

Doch leider ist Skepsis angebracht. SPD und Grüne in NRW scheinen eher mit einem Fach "Verbraucherbildung" zu liebäugeln. "Das klingt schwammig – und ist es auch. Thematisch geht dieser Ansatz in Richtung Konsum, Ernährung und Gesundheit – und Wirtschaft kommt auch noch irgendwo vor. So droht der Modellversuch ´Wirtschaft an Realschulen`, in den die Beteiligten an den Schulen so viel Engagement und Herzblut investiert haben, zu versanden", erklärte lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach als Gastrednerin bei der bdvb-Tagung. Sie formulierte folgende Forderungen an die Landesregierung:

  • Einführung eines Schulfachs Wirtschaft mit einer grundständigen Lehrerausbildung an Universitäten und Hochschulen.
  • Schaffung eines gleichgewichtigen Anteils ökonomischer Themen im Lernbereich Gesellschaftslehre/Politik/Sozialwissenschaften.
  • Freiheit für die Schulen, ihren Schwerpunkt in Ökonomie durch die Schulkonferenz bestimmenund ausgestalten zu können.

Ansprechpartner

lehrer nrw

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