Mehr Migranten werden Lehrer
Mit einer Auftaktveranstaltung eröffnete heute Claudia Zinke, Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie, zusammen mit dem Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, sowie dem Projektleiter MigraMENTOR von der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Stefan Kipf, das neue Mentoring-Programm zur Zusammenarbeit von Lehrkräften und Schülern mit Migrationshintergrund zur Bewerbung des Lehrerberufs.
14.09.2011 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungMit dem Programm sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des im Juni 2011 erstmals erfolgreich durchgeführten Schülercampus´ auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der Lehrerausbildung begleitet werden. Von jetzt an bis März 2012 werden die sogenannten Mentees von Mitgliedern des Netzwerks bei der Berufswahl und durch die Lehrerausbildung hindurch begleitet.
"Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sind Vorbilder gelungener Integration, ihr Beispiel ermutigt Kinder und Jugendliche, einen guten Bildungsabschluss zu erwerben. Dieses für Berlin so wertvolle Potenzial interkultureller und mehrsprachiger Kompetenz darf nicht ungenutzt bleiben. Auch in Berliner Lehrerzimmern müssen sich Menschen aus über 180 Nationen, die bei uns leben, wiederfinden. Berlin freut sich auf junge Menschen, die die verantwortungsvolle Aufgabe Bildung und Schulentwicklung als positive Zukunftsperspektive für sich begreifen und bereit sind, aktiv an diesen Entwicklungen teilzuhaben. So freue ich mich, dass mit dem heute anlaufenden Mentoring-Programm das Angebot zur Orientierung am Lehrerberuf maßgeblich erweitert wird und wir damit in Berlin einzigartig sind", so Bildungsstaatsekretärin Claudia Zinke.
Lehrkräfte mit Migrationshintergrund übernehmen dank ihrer interkulturellen Kompetenzen oft die Vermittlerrolle zwischen Schule und Eltern, da sie auf Grund ihrer Sprachkompetenz einen erleichterten Zugang zu den Familien haben.
Die Mentoren haben heute schon mit ihren Mentees in einer ersten Sitzung Terminabsprachen getroffen sowie über die Ziele, Organisation und Vorstellung des eigenen beruflichen Werdegangs gesprochen. Während der Programmlaufzeit treffen sich die Mentoren mindestens zweimal im Monat mit ihren Mentees. Die Mentees sollen den Alltag in der Schule und in Universitäten im Rahmen von Hospitationen kennenlernen sowie an der Unterrichtsvorbereitung mitwirken können. In zusätzlichen Veranstaltungen werden Fragen zur Lehrerbildung und zum Unterricht, zum Lehrerberuf, zum Studium oder allgemeine Bildungsfragen geklärt.
Die Mentoren durchlaufen bereits seit März 2011 eine einjährige bundesweit einzigartige Weiterbildung, die zertifiziert und als Personalentwicklungsmaßnahme anerkannt wird. Ihre Aufgabe ist es, die Chancen und Herausforderungen des anspruchsvollen Lehrerberufs den interessierten Lehreranwärtern aufzuzeigen.
Das Mentoring-Programm ist ein Angebot des Berliner Netzwerks für junge Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, das im September 2010 mit seine Arbeit startete. Es berät, unterstützt und begleitet seitdem junge Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius auf ihrem Weg in den Lehrerberuf. Im Vordergrund steht dabei nicht nur die Werbung für den Lehrerberuf, sondern die intensive Begleitung von der Schule übers Studium bis in den Vorbereitungsdienst.
Begleitend wird sich das Netzwerk auch um den Aufbau einer Elternarbeit kümmern und Beiträge zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen in der Lehreraus- und -fortbildung für alle Lehrkräfte entwickeln
Keine Kommentare vorhanden