Meldung über einen Gewaltvorfall in Kreuzberg

Ein schulfremder, zwölfjähriger Schüler hat sich heute ungerechtfertigter Weise auf dem Schulhof des Robert-Koch-Gymnasiums aufgehalten. Wegen seines Verhaltens von einer Lehrerin des Robert-Koch-Gymnasiums zur Rede gestellt, hat dieser Schüler offensichtlich gezielt dieser Lehrerin ins Gesicht geschlagen. Die Lehrerin kam verletzt in ein Krankenhaus.

29.05.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Als Ordnungsmaßnahme seiner Schule wurde der Schüler zunächst für zehn Tage vom Unterricht ausgeschlossen.

Bildungssenator Klaus Böger (SPD) besuchte im Laufe des Nachmittags die verletzte Kollegin. Böger: "Diese Tat zeigt einmal mehr, mit welchen Verrohungen sich Lehrerinnen und Lehrer an Berlins Schulen auseinander zu setzen haben. Ich wünsche der verletzten Kollegin eine baldige Genesung.

Ich wiederhole meine Bitte an die bereits eingerichtete Arbeitsgruppe bei der Bundesjustizministerin über die Möglichkeiten von erzieherischen Maßnahmen unterhalb der Entziehung der elterlichen Gewalt nachzudenken. Dies könnten z.B. ein Täter/Opfer-Ausgleich oder soziale Dienste sein, die ein Familiengericht für den Täter verbindlich anordnet.

Unsere jetzigen Mittel – und sei es das bloße Einschalten des Jugendamtes - greifen zu spät, da sie ein aktives Mitwirken der Eltern voraussetzen. Leider gibt es Familien, die dies nicht wollen oder können. Ein Familiengericht sollte Eltern auch in dieser Hinsicht mit Sanktionen zwingen können."

Die Schule des Täters hat eine Schulstation. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten dort vernetzt im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich. Das Elternhaus des Schülers hatte sich bislang Hilfemaßnahmen, die auf einer Helferkonferenz angeregt wurden, eher verschlossen. Erst kürzlich stimmte der libanesische Familienvater zu, einen Familienhelfer in die Familie zu lassen.

Bildungssenator Klaus Böger (SPD): "Schule leistet bei der Arbeit gegen Gewalt Außerordentliches. Aber es gibt Grenzen! Eltern muss klar sein, dass sie eine Mitverantwortung tragen. Das beinhaltet auch, koordinierte staatliche Hilfe für sich und ihre Kinder zuzulassen."


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