Ministerium schürt Ängste bei Hauptschullehrkräften
"Mit seiner Informationspolitik auf der eigenen Homepage diskriminiert das Ministerium die Arbeit tausender engagierter HauptschullehrerInnen", äußerte der GEW Landesvorsitzende Klaus-Peter Hammer. "Oder wie soll der Hinweis, dass für Realschule plus die Lehrbefähigungen an Berufsbildenden Schulen, Gymnasien und Realschulen relevant sind, verstanden werden?
30.06.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzOffensichtlich aber nicht die der Grund- und HauptschullehrerInnen. Weiterhin beklagte Hammer, dass das Ministerium, statt die Arbeit der KollegInnen an den Hauptschulen anzuerkennen, mit solchen Aussagen eine weitere Verunsicherung bewirkt.
"Ich hätte eher erwartet, dass man die Arbeit der HauptschulkollegInnen würdigt und deutlich macht, dass sie und ihre Kompetenzen auch in der künftigen Realschule plus dringend benötigt werden", fügte Hammer hinzu. Stattdessen weist man sie darauf hin, dass sie eine "Aufstiegsprüfung" zum Realschullehramt ablegen sollen. Da die Ausbildung der Haupt- und RealschullehrerInnen sich gegenwärtig nur marginal unterscheiden (gleiche Studiendauer, weitgehend gleiche Studienmodule) ist bisher schon nicht nachzuvollziehen, warum immer noch besoldungsmäßig Unterschiede gemacht werden. Hier werden von Seiten des Ministeriums offensichtlich neue Hürden aufgebaut, statt, was längst überfällig ist, bestehende Hindernisse abgebaut. Die Einführung eines einheitlichen Lehramtes für die Sekundarstufe I ist demnach absolut notwendig.
Skandalös findet Hammer auch, dass man solche öffentlichen Ankündigungen macht, bevor die Realschule plus überhaupt gesetzlich verankert ist und ohne dass auch nur ansatzweise entsprechende Gespräche mit dem DGB oder der GEW geführt worden sind.
"Die GEW ist mehr denn je der Auffassung, dass die Realschule plus keine adäquate Antwort auf die gegenwärtige bildungspolitische Diskussion ist. Auf jeden Fall gehen wir davon aus, dass die Realschule plus nicht die bloße Fortführung der Realschule mit anderen Mitteln darstellt. Beide Lehrämter (Grund- und Hauptschulen, sowie Realschulen) sind gleichermaßen geeignet dort ihren Dienst zu tun und sollten gleich besoldet werden", sagte Hammer abschließend.
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