Bayern

Mittelschule erfolgreiches pädagogisches Modell - sichert Standorte - Dialog mit Schulfamilien - vor Ort

Als "erfolgreiches pädagogisches und schulorganisatorisch sinnvolles Modell" hat Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute in München die Mittelschule bezeichnet. Zum Schuljahr 2011/2012 werden rund 95 Prozent der bisherigen Hauptschulen als Mittelschulen starten.

10.05.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Zu den 589 Hauptschulen, die sich bereits zum laufenden Schuljahr zu Mittelschulen weiterentwickelt hatten (davon 524 in 178 Mittelschulverbünden), kommen im August 2011 weitere 340 Hauptschulen als Mittelschulen dazu. Darunter alle 45 Hauptschulen in München und alle 24 Hauptschulen in Nürnberg. Insgesamt bestehen dann 45 selbständige Mittelschulen und 290 Mittelschulverbünde. Ein breiteres, passgenaues Bildungsangebot werde hier im Dialog mit Schulfamilien und Sachaufwandsträgern - auch vor Ort - entwickelt und sichergestellt.

Besondere Chancen für die Schülerinnen und Schüler ergeben sich aus dem breiteren Bildungsangebot der Mittelschule - auch an Standorten im ländlichen Raum mit rückläufigen Schülerzahlen. Konkret geht es z.B. um verstärkte Berufsorientierung sowie das Angebot von unterschiedlichen Schulabschlüssen und Ganztagsunterricht. "Es ist mein Ziel, die Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu erkennen und diese - so gut es nur geht - zu fördern", betonte Minister Spaenle. Er möchte, dass möglichst alle Absolventen der Regelschule eine Ausbildungsstelle erhalten oder sich schulisch weiter qualifizieren und ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler an den Haupt- und Mittelschulen baut Minister Spaenle im kommenden Schuljahr weiter aus. So kann ab dem Schuljahr 2011/2012 die Förderstunde in der 6. Jahrgangsstufe entsprechend dem Modell der Intensivierungsstunden geteilt gehalten werden. An 25 Haupt- und Mittelschulen kann Minister Spaenle zum neuen Schuljahr zusätzliche gebundene Ganztagszüge errichten, an über 400 Standorten bestehen solche bereits.

Kooperation von Schularten wird erprobt

Eine verstärkte individuelle Förderung und mehr Teilhabechancen für junge Menschen unabhängig vom Elternhaus unter Berücksichtigung der Situation vor Ort umfasst für Minister Spaenle auch die Zusammenarbeit von Schulen unterschiedlicher Schularten. Solche werden derzeit in Modellen der Kooperation erprobt, z.B. von Haupt-/Mittel- und Realschule sowie von Haupt-/Mittelschule und Wirtschaftsschule. Aber auch andere Formen der Zusammenarbeit von Schulen verschiedener Schularten werden vor Ort ermöglicht.

Schulstandorte bleiben erhalten

Ein weiteres Ziel der Mittelschule ist es für Minister Spaenle, trotz der demographischen Entwicklung und veränderter Schulartwahl der Eltern nach der Grundschule möglichst viele Schulstandorte möglichst lange zu erhalten. In Bayern wird bis 2020 die Anzahl der Schülerinnen und Schüler um rund 15 Prozent zurückgehen, in einigen Regionen deutlich stärker. Erste Erfolge der schulorganisatorischen Neuerung im Zusammenhang mit der Bildung von Mittelschulverbünden legte Minister Spaenle heute bereits vor: Die Anzahl der Schließung von Schulstandorten konnte gegenüber dem Schuljahr 2007/2008 mit damals 45 Hauptschulen deutlich gesenkt werden - zum Schuljahr 2011/2012 werden es voraussichtlich 11 sein. An Mittelschulverbünden darf auch die Mindestanzahl von 15 Schülerinnen und Schülern pro Klasse unterschritten werden. Die Verbundkoordinatoren können in eigener Verantwortung im Rahmen des Budgets an Lehrerwochenstunden Klassen bilden. So gibt es derzeit 128 Schulen mit Klassen unter 15 Schülerinnen und Schülern.

Die Schulfamilien und Sachaufwandsträger nehmen Mittelschule an

"Ich freue mich über diese positive Entwicklung besonders deshalb, weil wir die Mittelschule als Weiterentwicklung der Regelschule gestaltet und sie den Schulfamilien und Sachaufwandsträgern zur freiwilligen Einführung angeboten haben", so Minister Spaenle. "Ich möchte diesen Weg weitergehen, betroffene Personen zu Beteiligten zu machen." In über 80 Dialogforen, die von den Regierungen und Schulämtern in den Landkreisen und kreisfreien Städten mit allen beteiligten Personen und Institutionen durchgeführt worden waren, war die Schulentwicklung jeweils vor Ort beschlossen worden. In einigen Regionen wird das Gespräch auch unterhalb der Landkreisebene geführt, um eine passende Lösung zu finden.


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