Nachfrage nach Gesamtschulplätzen ungebrochen

Die Gesamtschulen in NRW müssen auch in diesem Jahr wieder über 15 000 Kinder ablehnen. Ungefähr 25 Prozent aller Viertklässler werden an einer Gesamtschule angemeldet. Fast 9 Prozent der Viertklässler können nicht aufgenommen werden.

08.02.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Landeselternrat der Gesamtschulen NW e.V. (LER)

"Die Anmeldezahlen im Jahr 2008 weisen es nach: Die Gesamtschule boomt weiter - die Eltern stimmen wie in den vergangenen Jahren mit den Füßen ab," so Anette Plümpe, Vorsitzende des Landeselternrates der Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen (LER).

Gemeinsam mit Werner Kerski, Vorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW (GGG NRW), verdeutlichte sie in der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf, dass Eltern sich nicht mehr von politischen Ideologien und alten Grabenkämpfen beeinflussen lassen. "Sie nehmen die Zukunft ihrer Kinder wieder selbst in die Hand und sprechen sich so für ein fortschrittliches, offenes und kindorientiertes Bildungssystem aus," betont Plümpe.

"Wir sehen diesen seit Jahren anhaltenden Trend mit einem lachenden und einem weinenden Auge", kommentiert der Vorsitzende der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW, Werner Kerski, die neuen Anmeldezahlen. "Die Eltern honorieren den Erfolg der Gesamtschule mit immer größerer Nachfrage, was uns natürlich freut. Unerfreulich ist, dass für eine so hohe Zahl von Eltern die erste Wahl in eine zweite Wahl umgewandelt werden muss, weil die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen das Angebot bei weitem übersteigt."

Die Landesregierung erklärt immer wieder, sie strebe einen fairen Wettbewerb zwischen den Schulen an. Die Gesamtschulen stehen seit ihrer Etablierung als zusätzliche Schulform neben dem gegliederten Schulsystem und damit im Wettbewerb mit dem gegliederten System. Keine Schulform des gegliederten Systems steht aber alljährlich vor dem Problem, die Nachfrage der Eltern nicht befriedigen zu können. Einen fairen Wettbewerb kann es aber nur geben, wenn die Ausgangsbedingungen zumindest annähernd gleich sind.
Die Landesregierung verhindert die Neugründung von Gesamtschulen durch eigenwillige Rechtsauslegungen und massive Verunsicherung von Eltern und Kommunen. "Die Ablehnung der Gemeinschaftsschule Horstmar und Schöppingen sowie die Auflagen für Gesamtschulneugründungen in Bonn und Siegburg sprechen Bände," so Plümpe.

Für GGG und LER kann aus diesen ersten Ergebnissen nur ein Fazit gezogen werden: Die pädagogischen Konzepte der Gesamtschulen sind aus der Bildungslandschaft der Kommunen nicht mehr weg zu denken! Sie bieten alles, was Eltern für ihre Kinder wünschen: Schule nicht als "Paukanstalt" sondern als Lebensort.
NRW braucht weitere Gesamtschulen und einen Ausbau der bestehenden. Weder die sinkenden Schülerzahlen noch den Elternwillen kann die Politik aussitzen. Die eine Schule für alle ist die Schule der Zukunft.


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