Mecklenburg-Vorpommern

Neues Schuljahr beginnt – Voraussichtlich 106 Lehrer mehr als im Vorjahr

Bildungsminister Mathias Brodkorb setzt sich für eine freie Schulwahl bei den weiterführenden Schulen ein. Seit dem Schuljahr 2010/2011 können Eltern laut Schulgesetz ihre Kinder ab der Jahrgangsstufe 5 auch an einer anderen öffentlichen Schule anmelden als an der örtlich zuständigen.

31.07.2012 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

"Diese Schulwahlfreiheit ist vom Gesetzgeber jedoch zeitlich befristet worden", erläuterte Minister Brodkorb. "Um auch ab dem Schuljahr 2013/2014 die freie Schulwahl zu ermöglichen, ist eine Änderung des Schulgesetzes nötig. Sie sollte möglichst bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, damit alle Beteiligten klare Entscheidungsgrundlagen vorfinden."

Außerdem kündigte der Minister an, die gesetzliche Pflicht, Förderpläne für alle Schülerinnen und Schüler zu erstellen, abzuschaffen. Künftig soll nur für jene Schüler ein Förderplan erforderlich sein, wenn sie einer besonderen Förderung bedürfen. "Ich tue dies nicht deshalb, weil ich Förderpläne für ein pädagogisch falsches Instrument halte, sondern weil der Gesetzgeber seinerzeit diese Aufgabe zusätzlich ins Schulgesetz geschrieben hat, ohne für diese zusätzliche Arbeit auch eine Entlastung für die Lehrerinnen und Lehrer an anderer Stelle zu beschließen", so Brodkorb. "Wenn das Kabinett den Vorschlägen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur folgt, kann es noch im Schuljahr 2012/2013 spürbare Entlastungen für die Lehrerinnen und Lehrer geben."

Der Verzicht auf Förderpläne für alle Schüler ist ein Vorschlag der Arbeitsgruppe zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs, die im vierten Quartal dieses Jahres ihren Katalog an Vorschlägen vorlegen wird. "Wer weiterhin Förderpläne für alle Schülerinnen und Schüler führen will, kann dies selbstverständlich tun", betonte der Minister. "Eine gesetzliche Pflicht hierzu soll jedoch nicht mehr bestehen. Mittelfristig wollen wir die Verfahren für Förderpläne vereinheitlichen, so dass die Förderpläne bei Schulwechseln auch zwischen den Schulen problemlos ausgetauscht werden können." Außerdem sind Grundlagen für einheitliche Leistungsbewertungen geplant.

Am Montag, den 6. August 2012, starten 134.000 Schülerinnen und Schülern an den 568 öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern in das neue Schuljahr. Unter ihnen sind 12.900 Erstklässler. Um den Unterrichtsausfall an den öffentlichen Grundschulen zu verringern und den Vertretungsunterricht noch besser abzusichern als bisher, werden im Schuljahr 2012/2013 erstmals Vertretungslehrer eingesetzt. Von den 20 ausgeschriebenen Stellen können nach der ersten Ausschreibung 17 Stellen besetzt werden.

Für freie Lehrerstellen an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen gibt es nach einer ersten Ausschreibung 166 Vertragsangebote. "Wenn nicht alle freien Stellen besetzt werden, entsteht keine Lücke, sondern der Beschäftigungsumfang vieler Lehrer steigt", erläuterte Minister Brodkorb. Insgesamt werden an den öffentlichen Schulen voraussichtlich 106 Lehrer mehr als im vergangenen Jahr unterrichten. Im Schuljahr 2012/2013 sind es voraussichtlich insgesamt 11.085 Lehrer. Im Schuljahr 2011/2012 waren es 10.979 Lehrer.

Bei Fragen zum Schuljahresbeginn können sich Eltern, Schüler und Lehrer an die Staatlichen Schulämter wenden. In der Vorbereitungswoche und in der ersten Schulwoche sind in der Zeit von 8:00 bis 17:00 Uhr Beratungstelefone besetzt (Kontakte im Anhang) (PDF).


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden