Schleswig-Holstein

Neugier, Wissensdurst und Engagement an den Schulen im Land

Bildungsstaatssekretär stellt den Bericht „Lernen mit digitalen Medien“ vor.

23.02.2017 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein
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„Die digitalen Techniken eröffnen Lehrkräften und Schulen neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung und bieten Schülerinnen und Schülern neue Möglichkeiten zu lernen“, sagte am 21. Februar Bildungsstaatssekretär Dir Loßack bei der Vorstellung des Berichts zur Umsetzung des Projekts „Lernen mit digitalen Medien“. Schleswig-holsteinische Schulen nähmen die digitalen Chancen mit großer Neugier, Wissensdurst und Engagement wahr. „Manchmal spüre ich bei meinen zahlreichen Schulbesuchen im Land eine regelrechte Aufbruchsstimmung“, sagte Loßack. 

Der Staatssekretär hob hervor, dass die Landesregierung die Mittel für dieses Thema in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht habe: 200.000 Euro waren es 2016, für dieses Jahr seien es schon 850.000 Euro für das digitale Lernen. Das Bildungsministerium, das das Lernen mit digitalen Medien zu einem seiner Schwerpunkte gemacht habe, bringe dieses Thema auf verschiedenen Wegen in die Schulen: Mit dem großen Modellprojekt „Lernen mit digitalen Medien“, mit Teilprojekten zur Erprobung weiterer Zugänge, mit der stärkeren strukturellen Verankerung in den Fachanforderungen, mit Impulsen für die Aus- und Fortbildung in diesem Bereich oder mit der landesweiten Bereitstellung einer Kommunikationsplattform, erläuterte der Bildungsstaatssekretär. „Heute ist Medienbildung als Aufgabe aller Fächer in den Fachanforderungen der Sekundarstufen I und II verankert“, sagte Loßack. Zudem sei die Landesregierung mit dem Städteverband und dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag als Schulträger-Vertreter darin einig, dass die Digitalisierung von Schule und die entsprechende Ausstattung eine gemeinsame Anstrengung sein müsse.

Der Bericht  zur Umsetzung des Projektes „Lernen mit digitalen Medien‘“ fasst den Weg der vergangenen zwei Jahre zusammen und formuliert weitere Ziele für die kommenden fünf Jahre. Demnach sei das Kernprojekt von „Lernen mit digitalen Medien“ ein 2015 erstmalig ausgelobter Schul-Wettbewerb mit 111 Bewerber-Schulen, in dem 20 Modellschulen aller Schularten auszeichnet worden seien. Die zweite Wettbewerbsrunde sei gerade abschlossen, die Jury habe weitere 26 Modellschulen bekannt gegeben. „Das Interesse der Schulen, sich an diesem Modellprojekt zu beteiligen, war sehr groß: Bei der Premiere haben sich 111 Schulen beworben, in der zweiten Runde 93“, sagte Loßack. Das zeige die große Bereitschaft der Schulen aller Schularten, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Die Modellschulen hätten ganz unterschiedliche Konzepte erprobt – von unterstützter Kommunikation für schwerstmehrfach behinderte Schülerinnen und Schüler in Förderzentren über den selbstverständlichen täglichen Einsatz digitaler Medien im Unterricht an Grundschulen bis zu BYOD-Konzepten (Bring Your Own Device = jeder/jede bringt den Laptop oder das Smartphone selbst mit) an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, dem Einsatz von Lehrvideos, digitalen Prüfungen und Blended-Learning-Konzepten an regionalen Berufsbildungszentren und beruflichen Schulen.

Staatssekretär Loßack erläuterte, das Bildungsministerium habe das Projekt von Prof. Julia Gerick (Hamburg) und Prof. Birgit Eickelmann (Paderborn) wissenschaftlich begleiten lassen: „Wir wollten wissen, wie erfolgreich unser Projekt ist.“ Zudem wollte das Ministerium wissen, wieviel Medienkompetenz Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler hätten und welche Faktoren zu einer sinnvollen Medienintegration in Lehr- und Lernprozesse führten.

„Es freut mich besonders, dass alle 20 Modellschulen, die seit 2015 dabei sind, die Chance genutzt und sich erfolgreich weiterentwickelt haben. Sie haben zudem eine große Strahlkraft  in die gesamte Schullandschaft entwickelt“, sagte Loßack. Jetzt gehe es darum, von der Modellschule in die Fläche zu kommen - deshalb sei das Projekt um weitere 26 Schulen erweitert worden. Sie erhielten insgesamt 500.000 Euro für ihre Ausstattungen, zudem würden zwei Stellen für Medienberater/innen zur Verfügung gestellt sowie Begleitveranstaltungen angeboten. Der Staatssekretär betonte, die erfolgreiche Einbindung digitaler Medien in den Unterricht setze einen gesteuerten Schulentwicklungsprozess voraus. Auch dabei wolle sie die Schulen unterstützen: Es soll ein einjähriger Zertifkatskurs „Lernen mit digitalen Medien/Begleitung der Schulentwicklung“ aufgelegt werden.

Loßack beschrieb weitere Projekte zum Einsatz digitaler Medien in der Schule: Die Erprobung digitaler Schulbücher an 40 Schulen mit 212 Lehrkräfte sei geplant und es werde ein Projekt zur Nutzung von Lernprogrammen und Lernsoftware (auch mit der Methode „Flipped Classroom“) geben. Seit Juni 2016 werde die Methode an 28 Schulen in 74 Schulklassen erprobt.

Er sagte, es sei eine wichtige Aufgabe, das Lernen mit digitalen Medien strukturell zu verankern und verbindliche Kompetenzen zu formulieren. Schleswig-Holstein habe daher das Thema Medienkompetenz in den Fachanforderungen verankert. Zudem erhalte das Lernen mit digitalen Medien mit der Strategie der Kultusministerkonferenz zur „Bildung in der digitalen Welt“, die Schleswig-Holstein federführend miterarbeitet habe, erstmalig einen bundesweit verbindlichen Orientierungsrahmen. Weitere Struktur gebende Elemente in Schleswig-Holstein seien das medienpädagogische Landeskonzept und die Digitale Agenda des Landes Schleswig-Holstein.

Als wichtige weitere Schritte für die Entwicklung des digitalen Lernens nannte der Bildungsstaatssekretär den Ausbau der Lehrkräfteaus- und -fortbildung, verlässliche und leistungsfähige IT-Infrastrukturen einschließlich Glasfaseranbindung, Medienversorgung und Support sowie eine Medienentwicklungsplanung an allen Schulen und die Umsetzung der KMK-Kompetenzanforderungen durch Verankerung in den Fachanforderungen, Umsetzung im Unterricht und Überprüfung der erreichten Kompetenzen.

Dirk Loßack nannte folgende weitere Entwicklungsschritte für den Ausbau des Lernens mit digitalen Medien:

  • Medienentwicklungsplanung verankern; von der Modellschule in die Fläche
  • Verankerung der Kompetenzanforderungen; Projekt informatorische Bildung in der Grundschule/Orientierungsstufe. Hierbei sollen sowohl die Primarstufe als auch die Sekundarstufen berücksichtigt werden. Entsprechende Projekte werden entwickelt und können im folgenden Schuljahr gestartet werden.
  • Zentrale Infrastruktur bieten; Mediathek und Open Educational Resources stärken
  • Ausbau Lehrerbildung - Schulmedientage: Fachkolleginnen und -kollegen zeigen guten Unterricht
  • Ausbau Lehrerbildung - Intensivierung im Bereich Medienkompetenz

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