Nichtversetzte 2006: An Haupt- und Realschulen sinken die Quoten

Ende des Monats geht das Schuljahr 2006/07 zu Ende und die ca. 1,3 Millionen Schüler an den rund 4 200 allgemeinbildenden Schulen des Landes bekommen ihre Zeugnisse. Das Statistische Landesamt gibt daher die in der Erhebung zur Amtlichen Schulstatistik 2006/07 ermittelten Quoten der Schüler bekannt, die im Sommer 2006 das Klassenziel nicht erreicht hatten. Zu dieser Gruppe zählen neben Wiederholern (ohne freiwillige Wiederholer) auch die auf Probe Versetzten sowie Schüler, die auf eine Wiederholung der Klasse verzichten und die jeweilige Schule verlassen. Insgesamt hatten im Sommer 2006 an den Grund-, Haupt- und Realschulen sowie an den Gymnasien des Landes knapp 23 800 Schüler das Klassenziel nicht erreicht.

19.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Während an den Grundschulen des Landes mit durchschnittlich 0,8 Prozent nur relativ wenige Schüler das Klassenziel nicht erreichten, waren es an den Hauptschulen 2,0 und an den Realschulen 3,9 Prozent. An den Gymnasien verfehlten durchschnittlich 2,9 Prozent der Schüler das Klassenziel. Die Hauptschulen erzielten die niedrigste Quote der letzten 10 Jahre, die Realschulen die niedrigste der letzten 9 Jahre. An den Gymnasien hat sich die Nichtversetztenquote auf dem vergleichsweise niedrigen Niveau der letzten Jahre gehalten. In der Klassenstufe 6, dem ersten Jahrgang mit flächendeckender Einführung des 8-jährigen Gymnasiums, ist die Quote der Nichtversetzten im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen.

Mädchen schnitten bei allen weiterführenden Schularten deutlich besser ab als Jungen. So wurden beispielsweise an den Realschulen 4,7 Prozent der männlichen Schüler, aber nur 3,1 Prozent der weiblichen nicht versetzt (bzw. auf Probe versetzt). Auch an den Gymnasien war der Abstand Mädchen zu Jungen mit ebenfalls 1,6 Prozentpunkten beträchtlich.

An allen Schularten gibt es seit Jahren offensichtlich "kritische" Klassenstufen, in denen das Risiko einer Nichtversetzung besonders hoch ist. An den Hauptschulen war dies vor allem die 8. Klassenstufe, an den Realschulen in den letzten 10 Jahren immer die 9. Klassenstufe. 2006 hatten gut 7 Prozent der Neuntklässler an den Realschulen das Klassenziel nicht erreicht. An den Gymnasien kann vor allem die 10. Klassenstufe als kritisch gelten – 2006 hatten 5 Prozent das Ziel dieser Klassenstufe verfehlt.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen gab es beachtliche Unterschiede bei den Nichtversetztenquoten der einzelnen Schularten. An den Hauptschulen konnte der Kreis Ravensburg mit 0,8 Prozent die niedrigste Quote aufweisen, gefolgt vom Kreis Waldshut mit 0,9 Prozent und dem Ostalbkreis mit 1,0 Prozent. Die höchste Quote der Nichtversetzten an den Hauptschulen war im Stadtkreis Mannheim zu verzeichnen mit 3,9 Prozent, gefolgt vom Stadtkreis Pforzheim mit 3,2 Prozent.

Bei den Realschulen hatten wiederum die Kreise Ostalbkreis und Ravensburg, aber auch der Schwarzwald-Baar-Kreis mit jeweils 2,1 Prozent die niedrigste Nichtversetztenquote. Die höchsten Quoten fanden sich vor allem in den Stadtkreisen, allen voran der Stadtkreis Heidelberg mit 8,2 Prozent. Die Nichtversetztenquoten an den Gymnasien schließlich schwankten zwischen 1,8 Prozent im Landkreis Schwäbisch Hall und 4,7 Prozent im Stadtkreis Baden-Baden.


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