Baden-Württemberg

Nichtversetzte 2009: Trend zu geringeren Quoten hält weiter an

In wenigen Tagen geht das Schuljahr 2009/10 zu Ende und die gut 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler an den knapp 4 200 allgemeinbildenden Schulen des Landes (ohne Zweiter Bildungsweg) bekommen ihre Jahreszeugnisse. Nicht alle werden das Klassenziel erreichen. Das Statistische Landesamt gibt in diesem Zusammenhang die Nichtversetzten-Quoten der Schüler bekannt, die im Sommer 2009 das Klassenziel nicht erreicht hatten.1)

22.07.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

An den Grundschulen des Landes mussten mit durchschnittlich 0,7 Prozent ähnlich wie in den Vorjahren nur relativ wenige Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen. An den Hauptschulen verfehlten 1,6 Prozent, an den Realschulen 3,2 Prozent das Klassenziel. An den Gymnasien erreichten durchschnittlich 2,1 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Klassenziel nicht. Damit konnten die betrachteten drei weiterführenden Schularten den Stand des Vorjahres entweder halten (Hauptschulen) oder sogar noch weiter unterbieten (Realschulen, Gymnasien). Der Trend zu geringeren Quoten hat sich an allen drei Schularten fortgesetzt.

Insgesamt haben zum Ende des Schuljahres 2008/09 an den Hauptschulen 2 421, an den Realschulen 7 994 und an den Gymnasien 5 924 Schüler das Klassenziel nicht erreicht. Während Mädchen an den Grundschulen nur leicht besser abschnitten als Jungen (0,6 zu 0,7 Prozent), ist der Unterschied an den Hauptschulen etwas größer (1,3 zu 1,8 Prozent). An den Gymnasien verfehlten 1,5 Prozent der Mädchen und 2,8 Prozent der Jungen das Klassenziel. An den Realschulen erreichten 2,6 Prozent der Mädchen und 3,9 Prozent der Jungen das Klassenziel nicht.

An allen Schularten gibt es seit Jahren offenbar "kritische" Klassenstufen, in denen das Risiko einer Nichtversetzung vergleichsweise hoch ist. An den Hauptschulen ist dies vor allem die achte, an den Realschulen die neunte Klassenstufe. So hatten im Jahr 2009 2,4 Prozent der Achtklässler an den Hauptschulen und 6,4 Prozent der Neuntklässler an den Realschulen das Klassenziel nicht erreicht. An den Gymnasien galt bislang vor allem die zehnte Klassenstufe als kritisch – 2008 hatten hier 4,3 Prozent das Ziel dieser Klassenstufe verfehlt. Allerdings ist im Jahr 2009 die höchste Nichtversetztenquote an den Gymnasien in der Klassenstufe 11 zu finden (3,2 Prozent).

Zum Schuljahr 2004/05 wurde an den Gymnasien flächendeckend das 8-jährige Gymnasium eingeführt. Ein deutlicher Anstieg der Nichtversetztenquoten ist daraufhin aber nicht feststellbar. In Klassenstufe 5 war die Nichtversetztenquote mit 0,3 Prozent im Jahr 2009 sogar die niedrigste der letzten 15 Jahre. Im Vergleich mit dem letzten Jahrgang des 9-jährigen Gymnasiums war im Jahr 2006 in der Klassenstufe 6 ein Anstieg von 1,0 auf 1,5 Prozent zu verzeichnen, im Jahr 2007 in der Klassenstufe 7 von 1,6 auf 2,5 Prozent. Im Folgejahr (2007) gab es in der achten Klassenstufe bei der Nichtversetztenquote keinen Unterschied beim Vergleich von 8- und 9-jährigem Bildungsgang; dagegen ist in Klassenstufe 9 die Quote von 2,6 Prozent in 2008 (letzter G9-Jahrgang) auf 3,0 Prozent in 2009 (erster G8-Jahrgang) wieder leicht angestiegen. Allerdings gab es in früheren Jahren im G9 in Klassenstufe 9 schon viel höhere Werte als 3,0 Prozent.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen gab es beachtliche Unterschiede bei den Nichtversetztenquoten der einzelnen Schularten. An den Hauptschulen reichte die Spannweite im Jahr 2009 von 0,6 Prozent in den Landkreisen Emmendingen, Ravensburg und Tübingen bis zu 2,9 Prozent in den Stadtkreisen Baden-Baden und Karlsruhe. An den Realschulen hatten 2009 die Landkreise Biberach und Ravensburg mit 1,4 Prozent die wenigsten, der Stadtkreis Mannheim mit 6,6 Prozent die relativ meisten Nichtversetzten. Die Nichtversetztenquoten an den Gymnasien schließlich schwankten zwischen 1,3 Prozent im Landkreis Rottweil und 3,7 Prozent im Stadtkreis Heilbronn.

Unter den fünf Kreisen mit den relativ meisten Nichtversetzten befanden sich

  • an den Hauptschulen vier Stadtkreise,
  • an den Realschulen fünf Stadtkreise,
  • an den Gymnasien vier Stadtkreise.

[1] Zu dieser Gruppe zählen neben Wiederholern (ohne freiwillige Wiederholer) auch die auf Probe Versetzten sowie Schülerinnen und Schüler, die auf eine Wiederholung der Klasse verzichten und die jeweilige Schule verlassen.


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