Philologen-Verband zum Landesrechnungshofbericht: Billige Stimmungsmache statt seriöser Berichterstattung!

Als erschreckend fehlerhaft und tendenziös hat der nordrhein-westfälische Philologen-Verband den Bericht des Landesrechnungshofs zum Unterrichtsausfall an Gymnasien vor 5 (!) Jahren gewertet. Längst sind umfängliche Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall getroffen, so dass beispielsweise Gründe wie Abiturferien, Kollegiumsausflug, ´Tag der offenen Tür´, Nachprüfungen, Schulfeste heute nicht mehr aktuell sind.

05.06.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Allerdings ist es ärgerlich und absolut unakzeptabel, dass Unterrichtsausfall mit geringerer Arbeitszeit von Lehrkräften gleichgesetzt wird. "Das ist schlichtweg sachwidrig und falsch, Zahlenmanipulation und platte Stimmungsmache", so der Philologen-Verbandsvorsitzende, Peter Silbernagel. "Vor 7 Jahren, als der Unterrichtsausfall insgesamt recht hoch war, hat die Arbeitszeituntersuchung des Instituts Mummert + Partner solide dokumentiert, dass Lehrkräfte an Gymnasien 12 % mehr (!!) arbeiten. Statt der 1.702 Jahresarbeitszeitstunden im öffentlichen Dienst, lag die durchschnittliche Arbeitszeit der Gymnasialkräfte bei 1.900. Seit dieser Zeit ist die arbeitszeitliche Belastung darüber hinaus stetig angewachsen".

Geradezu lächerlich ist es, Schulgottesdienste oder Hitzefrei-Genehmigungen, mündliche Abiturprüfungen, Schulbausanierungen oder nachmittägliche Konferenzen zu kritisieren. "Das ist völlig daneben und wird der Schulwirklichkeit nicht gerecht", so Peter Silbernagel. Peinlich ist es, eine von Schülern und Lehrkräften gemeinsam besuchte Begräbnisfeier einer Lehrerin mit Unterrichtsausfall zu verrechnen.

Auch die Aufforderung, Krankheitszeiten oder gar Mutterschutz-Freistellungen nachzuarbeiten, ist rechtlich unzulässig. In der Schulpraxis wurde in dieser Zeit der Unterricht längst abgedeckt. Im Übrigen müssen Lehrkräfte bereit sein, bis zu 3 Pflichtstunden pro Monat unentgeltlich Mehrarbeit zu leisten – ein Sachverhalt, den der Landesrechnungshof verschweigt.

Der Philologen-Verband warnt davor zu glauben, ein Jahresarbeitszeitkonto führe zu mehr Arbeitszeitgerechtigkeit. Ohne eine deutliche Reduzierung der extrem hohen arbeitszeitlichen Belastung aller Lehrkräfte und der zusätzlichen Entlastung von Korrekturlehrkräften ist dieses Konzept ein reines Umverteilungsmodell und Nullsummenspiel.

"Wir fordern mehr Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit in der Diskussion um Lehrerarbeitszeit" – mahnt Peter Silbernagel.


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