PISA 2006 bietet vor allem eines - viel Raum für Interpretationen

PISA ist wie keine andere Studie in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Die Schieflage des Bildungssystems wurde unter Lehrern, Eltern, Schülern, Politkern, Wissenschaftlern diskutiert – manchmal sogar miteinander. Wie bei allen Studien und Untersuchungen wird auch PISA unterschiedlich interpretiert und für die eigenen Zwecke genutzt. Für die einen ist es der Beleg zur Einführung einer Gemeinschaftsschule, für die anderen ist es der Beleg für die Reformierbarkeit des mehrgliedrigen Bildungssystems. Die Lösung der Bildungsmisere wird in gebundenen Ganztagsschulen, in frühkindlichen Bildungsoffensiven, in einer Reform der Lehrer- und Erzieherausbildung gesucht. Nach McKinsey werden die Schulen nur besser, wenn die Lehrer besser werden. Und wem die Ergebnisse von PISA gar nicht ins Konzept passen, der findet schnell Argumente gegen das gesamte Verfahren. Dann wird die Teilnahmequote der einzelnen Länder kritisiert, der Ausschluss respektive die Teilnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder die Teilnahmeprämien einzelner Schüler.

04.12.2007 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Hätte es PISA 2000 nicht gegeben, würden unsere Schulen immer noch an ihrer "Unfehlbarkeit" glauben. Daher ist PISA wichtig und die daraus folgenden Diskussionen und Reformen richtig. Langfristig angelegte Lösungsansätze helfen den heutigen Schüler und Schülerinnen jedoch nicht. Daher müssen zusätzliche Maßnahmen greifen, die eine kurzfristige Verbesserung des Bildungssystems ermöglichen.

Schülerinnen und Schüler benötigen unverzüglich guten Unterricht. Dazu gehören:

  • Vermittlung von Fähigkeiten zum selbstständigen Lernen und Handeln
  • Angebote zum Methodenlernen ("Lernen lernen")
  • Einsatz unterschiedlicher Lernstrategien
  • Systematische Förderung der Moderations- und Präsentationskompetenz
  • Differenzierungsangebote und –maßnahmen sowohl für leistungsschwache als auch für leistungsstarke Schüler und Schülerinnen
  • Förderung der Problemlösekompetenz

Für engagierte und moderne Lehrkräfte sind die genannten Punkte selbstverständlicher Bestandteil ihrer täglichen Arbeit. Neben all dieser Kompetenzvermittlung gelingt es ihnen auch noch das nötige Wissen zu vermitteln. Diese Lehrkräfte lassen sich weder durch eine schlechte sächliche oder personelle Ausstattung noch durch die bildungspolitischen Forderungen der sogenannten Bildungsexperten davon abbringen, täglich guten Unterricht durchzuführen. Nicht mehr und nicht weniger sollte man erwarten.


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