Fit fürs Leben?

PISA: Kreatives Problemlösen kann noch besser werden

(red) Die gute Nachricht: Mit ihren Leistungen beim kreativen Problemlösen liegen deutsche Schüler leicht über dem OECD-Durchschnitt. Und die weniger gute: Ihre Leistungen sind niedriger als man angesichts der PISA-Ergebnisse in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erwarten würde. Das besagen die neuen Ergebnisse des internationalen Schulleistungstests Pisa, [die heute morgen von der OECD veröffentlicht wurden ](http://bildungsklick.de/pm/90915/pisa-beim-kreativen-problemloesen-liegen-deutsche-schuelerinnen-und-schueler-im-oberen-mittelfeld/). Untersucht worden war, inwieweit 15-jährige Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit in der Lage sind, komplizierte Probleme kreativ zu lösen.

01.04.2014 Artikel
  • © OECD

In den beiden Ländern, die bei diesem Test am besten abschnitten – Korea und Singapur – sind die 15-Jährigen in der Lage, sich mit "moderat komplexen Situationen systematisch auseinanderzusetzen", heißt es in den OECD-Informationen. Beispielsweise können dort im Durchschnitt 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler, aber nur 31 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den OECD-Ländern ein ihnen nicht vertrautes elektronisches Gerät, das nicht mehr richtig funktioniert, wieder funktionstüchtig machen. Sie verstehen die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Elementen der Problemsituation, sie können einige Schritte vorausplanen und ihre Pläne im Licht der Wirkungen ihrer Problemlöseschritte anpassen, und sie können eine Hypothese darüber aufstellen, warum ein Gerät nicht richtig funktioniert und beschreiben, wie es sich testen lässt. Eine Aufgabe, die Kompetenzstufe 4 auf der PISA-Gesamtskala entspricht.

Interaktive Grafik: "PISA 2012 – Kreatives Problemlösen"

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Trial and error

In den Ländern, die am schlechtesten abschneiden, können hingegen mehr als 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler nur sehr einfache Problemaufgaben lösen. Sie setzen beispielsweise auf Versuch und Irrtum, finden also durch systematisches Probieren heraus, welche Lösung aus einer begrenzten Zahl alternativer Möglichkeiten ein einziges Kriterium am besten erfüllt. Das entspricht der Kompetenzstufe 1 auf der PISA-Gesamtskala. In Japan und Korea liegen nur sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler unter Kompetenzstufe 2. In Deutschland erreichen beim Lösen von Problemen fast 20 Prozent nicht dieses Basisniveau.

Zu den leistungsstärksten Problemlösern (Level 5 und 6) gehören in Deutschland rund 13 Prozent der 15-Jährigen. In Finnland, Australien und Kanada sind es über 15, in Japan und Korea sogar deutlich über 20 Prozent.

Deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

In Deutschland gibt es außerdem einen klaren Geschlechterunterschied: In der Spitzengruppe sind zu 60 Prozent Jungen und nur zu 40 Prozent Mädchen vertreten. Allerdings, so der PISA-Befund, ist der soziale und ökonomische Hintergrund beim kreativen Problemlösen weniger prägend als bei den sonstigen PISA-Schulleistungen.

Problemlösen: Die PISA-Definition

"Die Problemlösekompetenz ist definiert als die Fähigkeit, Prozesse kognitiv zu verarbeiten, um Problemsituationen zu verstehen und zu lösen, in denen die Lösungsmethode nicht unmittelbar auf der Hand liegt. Sie umfasst die Bereitschaft, sich mit derartigen Situationen auseinanderzusetzen, um sein Potenzial als konstruktiver und reflektierender Bürger voll auszuschöpfen.

In der Erhebung werden Problemsituationen aus dem realen Leben simuliert – wie der Umgang mit einem nicht vertrauten Fahrkartenautomaten oder einem nicht richtig funktionierenden elektronischen Gerät –, um die allgemeinen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu schlussfolgerndem Denken, ihre Fähigkeit, Problemlösungsverfahren zu regulieren sowie ihre Bereitschaft dazu zu ermitteln. Diese Problemlösefähigkeiten sind bei allen Projekten der Schlüssel zum Erfolg und können in der Schule in den Unterrichtsfächern entwickelt und gefördert werden."


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