Politische Bildung soll bildungsferne Zielgruppen besser erreichen

(hib/HLE) Die politische Bildung in Deutschland soll mit neuen Formaten künftig verstärkt bildungs- und politikferne Zielgruppen erreichen. Dies fordern Union und SPD in einem gemeinsamen Antrag [(16/9766)](http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/097/1609766.pdf).

04.07.2008 Pressemeldung Deutscher Bundestag

"Gerade politik- und bildungsferne Gruppen sind es, die aktuellen politischen Entscheidungen besonders skeptisch gegenüberstehen und sich oft durch die Politik nicht mehr repräsentiert fühlen", heißt es. Zukunftsängste und Misstrauen seien schon immer schlechte Ratgeber gewesen. Die deutsche politische Bildung sei zwar im internationalen Bereich einzigartig und werde stark bewundert. Dennoch müssten die Aktivitäten verstärkt werden, wird an die Bundesregierung appelliert.

An die Bundesregierung wird appelliert, "die Anstrengungen beim Kampf gegen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit auf dem Feld der politischen Bildung zu verstärken. Die Auseinandersetzung mit Extremismus jeglicher Provenienz, insbesondere die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Linksextremismus und religiösem Extremismus, gehört zu den dauernden Aufgaben der politischen Bildung", heißt es. Außerdem müsse die Bildung für Migrantinnen und Migranten verstärkt werden. Die politische Bildung habe sich über Jahrzehnte aus nachvollziehbaren Gründen auf die deutsche Bevölkerung konzentriert. "Gerade Zugewanderten sind aber die Grundzüge unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu vermitteln", heißt es.

Außerdem fordern Union und SPD, neue Methoden bei der Vermittlung von Zeitgeschichte zu vermitteln. Kenntnis und Verständnis der eigenen jüngeren Geschichte und die Auseinandersetzung mit der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur seien ein zentraler Bestandteil politischer Bildung. Es sei zwingend erforderlich, ein neues Gesamtkonzept zur Vermittlung von Zeitgeschichte zu erarbeiten. Außerdem müsse die politische Bildung stärker "für das große Zukunftsprojekt Europa" aktiviert werden, fordern die Fraktionen.

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