Baden-Württemberg

Private allgemeinbildende Schulen: Schülerzahl auf Höchststand

Im aktuellen Schuljahr 2014/15 besuchen knapp 102 800 Schülerinnen und Schüler in Baden‑Württemberg eine allgemeinbildende Schule in freier Trägerschaft, so die vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes. 1 Dies sind rund 700 oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

20.02.2015 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Damit ist dies der Höchststand der Schülerzahl an Privatschulen und liegt noch über dem bisherigen Höchstwert des Schuljahres 2011/12. Die Entwicklung folgt dabei dem Trend der letzten Jahre, denn seit dem Schuljahr 1986/87 sind die Schülerzahlen an den Privatschulen mit Ausnahme des Schuljahres 2012/13 – damals aufgrund des Abgangs des "doppelten" Abiturientenjahrgangs – von Jahr zu Jahr gestiegen.

Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Schularten ist dabei wieder sehr unterschiedlich verlaufen. Die Zahl der Grundschulkinder 2 an privaten Schulen ist um 3,5 Prozent auf rund 9 900 angestiegen. Wie auch im öffentlichen Bereich stark zurückgegangen ist die Zahl der Jugendlichen an privaten Werkreal-/Hauptschulen. Aktuell besuchen rund 4 400 Schülerinnen und Schüler und damit rund 6 Prozent weniger als im Vorjahr diese Schulart. Die Realschulen in freier Trägerschaft konnten ihre Schülerzahl nahezu stabil halten und haben rund 100 bzw. 1 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr; der aktuelle Wert liegt bei rund 14 900.

Ein leichtes Plus konnten die privaten allgemeinbildenden Gymnasien verzeichnen. Dort werden zum Schuljahr 2014/15 knapp 34 200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Dies sind rund 200 Jugendliche (0,7 Prozent) mehr als im Jahr zuvor. Mit einem Drittel sind die privaten allgemeinbildenden Gymnasien anteilsmäßig die größte Schulart unter den privaten allgemeinbildenden Schulen. Auch an den privaten Sonderschulen hat sich die Schülerzahl insgesamt um knapp 200 (rund 1 Prozent) leicht erhöht auf gut 15 700. Hier wird die Entwicklung nicht wie bei den öffentlichen Schulen von den Förderschulen bestimmt, sondern von den Schulen für Erziehungshilfe. Diese machen gemessen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler rund 45 Prozent der privaten Sonderschulen insgesamt aus. Zum Schuljahr 2014/15 sind die Sonderschulen für Erziehungshilfe mit einem Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zu den Sonderschulen insgesamt überproportional gewachsen. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an der Sekundarstufe I der privaten Gemeinschaftsschulen hat sich mehr als verdoppelt auf rund 260. Gleichzeitig gibt es im Vergleich zum Vorjahr auch doppelt soviele (sechs) Einrichtungen.

Die Schülerzahl an den Freien Waldorfschulen hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Mit aktuell rund 23 300 Schülerinnen und Schülern bleibt der Wert auf Vorjahresniveau. Der entsprechende Anteil der Freien Waldorfschulen an der Gesamtschülerzahl der privaten Schulen hat sich im selben Zeitraum ebenfalls nicht verändert. Rund jedes vierte Kind (aktuell fast 23 Prozent) an privaten allgemeinbildenden Schulen wird an dieser integrierten Schulform unterrichtet.

Insgesamt – öffentliche und private Schulen zusammen betrachtet – ist die Schülerzahl an den allgemeinbildenden Schulen zum Schuljahr 2014/15 nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamts um 1 Prozent zurück gegangen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler der privaten Schulen an den Schülerinnen und Schülern der allgemeinbildenden Schulen insgesamt liegt damit im laufenden Schuljahr nach den vorläufigen Ergebnissen bei 9,1 Prozent, was ebenfalls anteilsmäßig dem Höchststand entspricht.

1 Alle Angaben ohne die Schulen des Zweiten Bildungsweges.

2 Einschl. der Grundschulen, die im Verbund mit einer Gemeinschaftsschule geführt werden.


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